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Alt 03.01.2003, 09:26
Fabio Fabio ist offline
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Fabio ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Mannheimer Morgen:

Aber natürlich hat die Erfolgsgeschichte für den "Herrn der Bälle" erst begonnen. So erwartet nicht nur ein ehemaliger Vorzeige-Spieler wie Jörg Roßkopf weitere Glanztaten Bolls bei der Europameisterschaft in Courmayeur und der WM in Paris, denn was in erster Linie zählt, sind nun einmal die großen internationalen Titel.
Mit solchen geschmückt könnte die neue Nr.1 der Welt denn auch zu einer Zugnummer werden, mit der sich der Tischtennis-Sport hier zu Lande in auffälligen Events präsentieren ließe. Ein Giganten-Duell China - Europa in den großen neuen Arenen von Hannover, Köln oder Hamburg, mit einem entsprechenden Ballyhoo, warum nicht. So ist Timo Boll nun gefordert, das weiß er auch. Besonders die Bälle der Chinesen werden ihm um die Ohren fliegen. Sie sehen sich durch die Leistungsexplosion des Aufsteigers in die Offensive gezwungen, eine reizvolle Konstellation.

NRZ:

Trügerische Hoffnung


Seit gestern ist es also amtlich: Timo Boll führt als erster Deutscher die Tischtennis-Weltrangliste an. Vom rein sportlichen Stellenwert sehr wohl vergleichbar mit Boris Beckers Sprung an die Spitze des Tennis-Rankings vor über zehn Jahren. Was allerdings den Stellenwert in der deutschen Öffentlichkeit angeht, liegen Welten zwischen beiden Ereignissen.Wie immer nach einem spektakulären Erfolg in einer Sportart, die in den Medien ein Schattendasein führt, keimen jetzt auch nach Bolls "Neujahrs-Böller" wieder Hoffnungen im Tischtennis-Lager auf, dem schnellsten Ballsport der Welt werde künftig vielleicht mehr Aufmerksamkeit gewidmet.Angesichts der Riesenbegeisterung um Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner nach dem Gewinn der Doppel-WM 1989 in Dortmund hatten ahnungslose Journalisten gar schon eine Art Becker-Boom im Tischtennis prognostiziert. Aber als ein paar Jahre später Nicole Struse sensationell dreifache Europameisterin wurde, sahen deutsche Fernseh-Zuschauer davon kein einziges bewegtes Bild. Nicht von ungefähr äußerte sich Nicole Struse gestern besonders skeptisch über die Auswirkungen von Timo Bolls Aufstieg: "Seine Erfolge müssten öfters für mehr Zuschauer zu sehen sein."Und auch Jörg Roßkopf weiß aus Erfahrung: "Für Tischtennis in Deutschland wird sich nicht viel ändern."Denn dazu müsste sich zu allererst die Einstellung der dem Quoten-Wahn verfallenden TV-Programmgestalter ändern ...
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