
20.12.2008, 20:50
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AW: Anti Spezial
Dr. Neubauer Anti Special (NAS)
1,2mm
schwarz
Holz: Butterfly Schlager Carbon Off+
Spielweise:
Aggressives Block, Konter- und Schussspiel direkt am Tisch
Kleiner Background:
Von SuperBlock, Fakir, Palio ck531a (BE ), TSP Bamboo und dem ersten Piranja (nach alter aspect ratio) hab ich recht erfolgreich so ziemlich alles gespielt was es an langen „Brechreiz-Noppen“ gab. Vor mein Noppenzeit hatte ich auch zwei Jahre mit Anti’s auf der RH gespielt. Vor allem Armstrong Attack New Anti, testweise ouch Juic Neo Anti und Joola Dingo. Hauptaugenmerk lag dabei immer darauf, scharfen Spin und gefährliche Aufschläge zu entschärfen und dabei möglichst den VH-Schuss vorzubereiten.
Nach den aller ersten durch die Bank doch sehr positiven Testergebnissen in diversen Foren konnte ich es kaum erwarten, den neuen „Messias“ der ehemaligen glLN-Spieler zu testen.
Nach der Montage der erste Anschlagtest: Direkt, langsam und vor allem hart. Extrem hart. Wer schon jemals einen Joola Dingo gespielt oder getestet hat, wird sich gleich daran erinnert fühlen.
Voller Erwartung ging’s dann ins erste Training. VH-Einkontern, dann die ersten RH-Bälle. Nach 10 Minuten hab ich immer noch kaum einen Ball vernünftig auf die andere Tischhälfte bekommen. Der Belag war für mich nahezu unspielbar. Der alte RH-Belag (FL II) lag noch zu Hause, einen brauchbaren Ersatzbelag-/Schläger hatte ich nicht dabei. Also galt es das Beste daraus zu machen.
Meine Trainingspartner entschlossen sich zu einem kleiner Turnier, je ein Satz, der Verlierer muss einen Tisch nach unten, der Gewinner darf einen Tisch nach oben. Die ersten beiden Spiele gegen stärke Gegner habe ich klar und deutlich verloren. Dass ich mit der RH absolut nichts hin bekomme merken beide sehr schnell, somit war ich in beiden Spielen chancenlos. Im dritten Spiel eine Niederlage gegen einen deutlich schwächeren Spieler am untersten Tisch und somit einen Runde Denkpause. Viertes Spiel, ebenfalls ein eher schwächerer Spieler… KLICK. Plötzlich kaum noch Fehler mit der RH. Mit einer hohen Führung im Rücken stieg der Mut zu aggressiven Bällen mit der RH. Der Mut wurde belohnt, zumindest teilweise. Um das ganze an dieser Stelle etwas abzukürzen. Der Abend endete für mich 6 Tische weiter. Am obersten Tisch. Der Eindruck der ersten zur zweiten Trainingsstunde war ein komplett anderer.
Fazit nach dem ersten Training: Längst noch nicht alles optimal, ABER sehr vielversprechend WENN man mal den Bogen raus hat! Die Schlagtechnik als identisch zum SuperBlock zu bezeichnen, ist definitiv falsch. Davon auszugehen war wohl auch der Fehler, den ich in der ersten Stunde gemacht habe. Sie ist zwar teilweise ähnlich, bedarf aber trotzdem einer teils größeren Anpassung.
Ebenfalls positiv: Im Gegensatz zum Gorilla sieht die Oberfläche nach einem Trainingsabend nicht wie eine Kraterlandschaft aus, sondern ist immer noch zu 100% eben.
Tempo:
Kurz und knapp: Sehr langsam. Wobei man durch aus einiges an Speed bei harten Bällen (Stechblock, aggressiver Druckschupf) entwickeln kann. Das liegt aber denke ich auch sehr stark an meinen Holz.
Kontrolle:
Generell eigentlich ganz gut, wenn man sich etwas auf die entsprechenden Schlagtechniken eingestellt hat. Ein größeres Problem stellen für mich nach 5 Trainingsabenden aber immer noch manche Topspins dar, die einfach tief ins eigene Netz tropfen. Aber das dürfte wohl durch etwas Feintuning der Winkelstellung des Schlägerblattes zu beheben sein.
SU:
Wie auch in anderen Testberichten bereits erwähnt, denke ich, dass die SU im Bereich einer mittleren glLN liegt. Sicherlich nicht so stark wie beim SuperBlock. Aber ob jetzt 5%, 10% oder 15% weniger als beim SuperBlock wäre denke ich eher eine Mutmaßung. Kurz gesagt, etwas weniger als beim SuperBlock, aber durch aus gut. Nach meinem Gefühl im Bereich des TSP Bamboo.
Offensive:
Gegen Unterschnitt durchaus gut, obwohl ich mich hier auch immer noch etwas schwer tue, da es doch nochmals ein anderer Bewegungsablauf als beim SuperBlock oder griffigen Langen ist. Gegen (flache) tote Bälle gleicht die Offensive allerdings eher einer Lotterie.
Für die meisten Gegner waren die Offensivbälle sehr unangenehm und nur schwer zu retournieren, bzw. fehlte oft auch die nötige Antizipation um diese Bälle entsprechend zu beantworten.
Druckschupf:
Auch hier gilt: Mit etwas modifizierter Schlagtechnik durchaus vergleichbar mit glLN. Allerdings nicht ganz so effektiv, da die Ballflugbahn eher sehr geradlinig ist.
Aufschlagannahme:
Bei leeren Bällen hat man die Selben Probleme wie früher mit glLN. Je mehr Drall der Aufschlag allerdings hat, umso leichter ist er zu retournieren.
Fazit nach insgesamt 5 Testtagen:
Der NAS ist kein SuperBlock. Aber er ist in vielen Punkten nahe dran oder zumindest ähnlich. Ich denke für viele der ehemaligen glLN-Spieler könnte dieser Belag eine Alternative sein. Man muss sich allerdings zwei wichtige Dinge klar machen:- Der NAS ist ein Anti und spielt sich in vielen Punkten auch so
- Der NAS ist keine eierlegende Wollmilchsau die alles kann, trotzdem durchaus vielversprechend für das Störspiel am Tisch
Ob ich ihn spielen werde kann ich noch nicht genau sagen. Ich werde ihn auf jeden Fall noch einige Male testen, möglichst auch unter Wettkampfbedingungen.
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"Invincibility lies in the defence; the possibility of victory in the attack."
(Sun Tzu)
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