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Alt 12.01.2009, 22:55
jowal jowal ist offline
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AW: Neue Bilanzwertberechnung

Ich finde es gut, dass sich mal jemand die Mühe gemacht hat, eine umfangreiche Analyse des neuen Bewertungssystems durchzuführen. Mit den meisten Punkten stimme ich überein. Zu einigen Punkten habe ich aber meine eigenen Einschätzungen zugefügt.

Zitat:
Nach jetzt zweijähriger Erfahrung mit unserer neuen Bilanzwertberechnung - und endlosen, mehr oder weniger sinnfreien Diskussionen - hier einfach mal ein ganz subjektiver Eindruck eines ganz einfachen Aktiven an der Basis (sprich auf Kreisebene).

Prinzipiell ist die Idee ein ganz objektives System zur Ermittlung der Spielstärke aller Spieler und eine entsprechende Aufstellung nach Spielstärke zu begrüssen. Grundvoraussetzung ist aber , das die so ermittelte Aufstellung

a.) auch dem subjektiven Empfinden der Mehrzahl aller Aktiven entspricht

b.) und die daraus abzuleitenden Konsequenzen (Sperrvermerke, Auseinanderreissen gewachsener Mannschaften) auch von der Mehrheit der Aktiven akzeptiert werden

c.) Einführung, Umsetzung und Kontrolle des Systems professionell und nach denselben Maßstäben erfolgt.
sehe ich genauso!

Zitat:
Bei der Kannumstellung scheint mit der Erweiterung des Wertes von 0 auf -0,5 eine vernünftige Bandbreite geschafft.
ich würde die Grenze bei 0 ziehen. Wer vorbei will muss besser sein.

Zitat:
Spieler A aus dem oberen Paarkreuz spielt 1:9, Spieler B aus dem unteren Paarkreuz (mit zwei Einsätzen in der Mitte) spielt 8:1. Die Spieler dazwischen haben einen fast identischen Wert wie Spieler A. Konsequenz: der Spieler B muß wg. Bilanzdifferenz von 2,55 vor Spieler A, ein Wechsel der nach alten Kriterien nicht nötig war und auch nicht der tatsächlichen Spielstärke entspricht.
Nach alter Regelung war ein Vergleich ja nur zwischen benachbarten Paarkreuzen möglich. Dafür gibt es gute Gründe. Wenn ich aber damit breche, ist dies für mich eine klare Umstellung. Wann denn sonst?

Zitat:
Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß es immer wieder Klassenunterschiede gibt, die gravierender sind als andere.
Das macht den ligaübergreifenden Vergleich sehr schwierig. Ich habe mal versucht diese Unterschiede in Zahlen zu fassen. Die 1.BK Osnabrück ist erfahrungsgemäß deutlich stärker als die Parallelstaffel aus dem Emsland. Das führt dazu, dass der Unterschied zwischen der BL und der Osnabrücker 1.BK recht klein ist. Aktuelle Situation: Neun Spieler der beiden Aufsteiger aus der 1.BK Osnabrück hatten sowohl in der RR letztes Jahr als auch in der aktuellen HR eine vergleichbare Bilanz. Im Mittel liegt der Bilanzwert jetzt um 1,2 höher als letzes Jahr in der RR. Beim Mitaufsteiger aus der (schwächeren) Parallelstaffel sieht es genau anders aus. Der Mittelwert der Bilanzzahlen hat sich um 1,7 verschlechtert (5 Spieler), obwohl sich die Mannschft mit Platz 3 hervorragend schlägt.
Außerdem gibt es noch Schwankungen der Spielstärke von Jahr zu Jahr. Habe das bei zwei Ligen (VL + KL) in ähnlicher Weise betrachtet. Dabei komme ich auf Veränderungen der Spielstärke von 0,6 bzw. 0,7 Punkte. Deshalb dürfen die Umstellungskriterien innerhalb einer Mannschaft nicht identisch mit den Kriterien für den ligaübergreifenden Vergleich sein.

Zitat:
Zweitens greift dieses System ab Spielklassenunterschieden von drei oder mehr Klassen nicht mehr. Egal wie schlecht die Nummer 6 einer Landesligatruppe spielt, er ist vom Bilanzwert immer besser als die Nummer 1 aus der Bezirksklasse. In dieser Konstellation hat ein Verein nie die Chance einen guten Nachwuchsmann in die Mannschaft hereinzubringen, ohne einen entsprechenden Sperrvermerk hinzunehmen, egal ob er berechtigt ist oder nicht. Umgekehrt bekommt die Nummer 1 des Landesligatruppe, der freiwillig kürzer tritt und dann in der Bezirksklasse spielt nur im ersten Jahr einen Sperrvermerk, danach nie wieder.
Das sehe ich ähnlich. Allerdings sind aus meiner Sicht Bilanzvergleiche über mehr als zwei Ligen, egal mit welchem mathematischen Modell, schlicht Unsinn.

Beim Thema Sperrvermerke sind wir absolut einer Meinung! Ergänzend dazu noch: Anders als heute hatte früher ein Jugendlicher, der in den Herrenbereich wechselte, eine Schonfrist von einem halben Jahr. Die ist jetzt leider weg.

Zitat:
Bleibt abschließend noch der Punkt Umsetzung. Die Erstinformation vor zwei Jahren war mehr als bescheiden. Problematisch ist sicher auch die fehlende Nachvollziehbarkeit, d.h. der Bilanzwertberechnung kann man nicht mal kurz im Kopf oder auf Papier nachvollziehen.
Der jetzt zum dritten Mal erfolgte Beta-Test mit veränderten Koeffizienten niedersachsenweit alle Umstellungen zum Halbjahr nach neuen Kriterien ohne Wenn und Aber durchzuziehen, ist in meinen Augen auch nicht gerade akzeptanzfördernd. Wenn man ein neues System flächendeckend einführen will, dann kann die Testphase eigentlich nur im Hintergrund ablaufen und erst dann wirksam werden, wenn all die Fragen geklärt sind und eine endgültige Balance gefunden ist. Das kann man sicher professioneller machen, als das bisher geschehen ist.
100% Zustimmung!

Zitat:
Und auch die Kontrollmaßstäbe sind noch weit davon entfernt einheitlich zu sein. Der eine Staffelleiter setzt alles bis zur dritten Nachkommastelle um, der nächste reagiert nur auf Zuruf und der dritte macht alles eher willkürlich aber nicht konsequent.
läuft bei uns ohne Probleme.

Zitat:
und ebenso schwerwiegende, handwerkliche Fehler wie:

- die ständige Veränderung von Koeffizienten
- die unlogische Sperrvermerksregelung

und ein Batzen ungelöster Sonderfälle wie:

- die Regelung für mehrere Teams eines Vereins in einer Spielklasse
- die Einstufung/Entwicklung starker Nachwuchspieler
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