|
AW: Lange Noppen - Kurze Noppen
zu 1.) Mal abgesehen davon, dass ich SU wirklich falsch übersetzt habe gebe ich dazu mal folgende Antwort:
Es ist lediglich eine Frage der Skills. Wenn Du einen Noppenspieler auf höherer Ebene beobachtest, dann wirst Du sehen was ich meine.
Mein konkretes Beispiel ist Jörg Bitzegejo (unser aktueller Damen-Bundestrainer, damals 2. Liga vorne). Er spielt auf RH griffige lange Noppen.
Einer meiner ex-Schüler (Oberliga vorne) traf in einem internationalem Turnier mal auf ihn im Doppel. Sein Doppelpartner hat beispielsweise sehr lang mit sehr viel Unterschnitt auf die Noppen gespielt (er wollte damit eine Antwort mit Überschnitt oder wenigstens leer erzwingen was bei "normalen" Noppenspielern auch geht), Bitzegejo ist aber in der Lage mit sehr viel Handgelenkeinsatz auch solche Bälle mit relativ viel Unterschnitt zurückzuspielen. Die Folge war, dass der Spieler von mir anfangs auf den eigenen Tisch gezogen hat weil er mit viel weniger Rotation rechnete (die meisten Noppenspieler spielen die Noppen nicht weil sie auf RH besonders viel Gefühl haben ^^).
Er musste sich erst umstellen und hatte danach das Problem, dass Bitzegeijo viel variierte nachdem er es geschafft hat seine Topspins zu treffen. Am Ende blieb eine deutliche Niederlage und die Erkenntnis, dass man auch mit griffigen langen Noppen viel eigenen Unterschnitt erzeugen kann.
Natürlich hast Du in "normalen" Sphären recht. Ich selbst spiele gegen lange Noppen oft US auf die Noppenseite mit dem Hintergedanken leere Bälle zurückzubekommen. Das funktioniert genau deswegen, weil es sich "nur" um Bezirksebene handelt. Wenn jemand die technischen Fertigkeiten hat, kann er mit den Noppen definitiv mit US zurückspielen auch wenn US ankommt.
zu 2.) Das ist ja Unsinn. Ich habe nie gesagt, dass man mit Noppen keinen Schnitt erzeugen kann. Ich sage nur, dass es nicht an dem Abknicken liegt. Dieses wurde deshalb verboten, weil es ein nicht vorhersehbares Verhalten (anderer Absprungwinkel) zur Folge hat. Schnitt erzeugt man mit griffigen langen Noppen (wie mit jedem anderen griffigen Belag) indem man den Ball tangential trifft.
Daher muss ein Abwehrer lediglich seinen Schläger bei der Abwehr entsprechend schnell beschleunigen (schneller als die Oberflächengeschwindigkeit der ankommenden Rotation) und er verstärkt den Schnitt.
Fazit: Ich gebe Dir Recht, dass es bestimmte Beläge geben kann, bei denen Noppen manchmal ein wenig einknicken. Ich widerspreche aber bei der angeblichen Auswirkung. Das Einknicken hat zur Folge, dass der Ball minimal (!) anders zurückspring. Der Effekt ist seit der Begrenzung des Längen/Breiten-Verhältnis auf 1.1:1 deutlich reduziert.
Kleiner Nachtrag zu 2: Du hast dich scheinbar daran gestört, dass ich behauptet habe, dass es kein Schnittumkehreffekt ist, wenn man eine Schnittabwehr mit viel Rotation spielt (also quasi mehr als ankommt). Wenn man den Effekt, dass ich den Schnitt durch eine schnelle Abwehr (mit tangentialem Balltreffpunkt) Schnittumkehr nennen müsste, dann würde das gleiche auf jeden Topspin auf Unterschnitt zutreffen. Auch hier wird die Rotation lediglich verstärkt und mit anderer Ríchtung zurückgespielt. Daher spricht man nicht von einer Schnittumkehr.
Die ganze Terminologie ist sowieso nicht ganz eindeutig aber von dem Schnittumkehreffekt spricht man normalerweise bei Blocks (mit ungriffigen langen Noppen) und bei aktiven Schlägen mit sehr kurzem Balltreffpunkt. Bei Bedarf kann ich dir auch Fachliteratur (inkl. Seite) nennen aus denen man das Ableiten kann. Ich habe nur gerade keine Lust das zu suchen weil es 99,9% der Forumsteilnehmer sowieso nicht interessiert ^^
|