Hi Lukas,
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Hierbei sind Ueberlegungen zur Spielweise und Material im Sinne einer individuellen Ausbildung meiner Meinung noch ueberfluessig.
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Der Meinung war ich frueher auch mal. Habe aber inzwischen eine Reihe anderer Erfahrungen gemacht.
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Entscheidend ist es in diesem Alter in allen Bereichen eine breite Basis zu legen und vor allem die koordinativen und technischen Faehigkeiten zu schulen.
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Werden wir tun. Keine Angst.
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Die von dir angesprochene Spielerin wird zunaechst auf alle Faelle erfolgreich sein.
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Nein, warum auf alle Faelle? Sie wird vielleicht das ein oder andere Spiel auch wegen des Anti gewinnen. Das ja.
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Spaeter wird sie dann vom Rest ueberholt werden.
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Nein, der ein oder andere wird im Laufe der Zeit verstehen, wie er gegen Material spielen muß. Aber dadurch ändern sich die Verhältnisse der Spielstärken ja kaum. Ganz abgesehen davon, daß die ja ruhig der ein oder andere überholen kann, solange das Ergebnis am Ende o.k. ist.
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Eine Vielseitig Spielweise wird sie niemals erlangen koennen und sie ist bereits von vornherein in ihrer maximalen Spielstaerke limitiert.
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Korrekt. Das hat in IHREM Fall aber nichts mit dem Anti zu tun. Der ermöglicht ihr eine für sie optimale Spielstärke zu erlangen. Das sie nicht Weltmeister wird, ist ja ohnehin klar. Und für ihre Verhältnisse gibt es mit dem Anti definitiv KEINE Beschränkungen.
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Du wirst in Zukunft das Problem haben, dass Teilnehmer deiner Gruppe nachdem der Neuheitseffekt verflogen ist, nur ungern mit ihr trainieren werden.
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Nein, das wird nicht passieren. Dazu hatten wir derartige Fälle schon zu oft. Die anderen lernen parallel wie man dagegen spielt und dann ist das ganz normal und keineswegs "ungeliebt". Das passiert, wenn die anderen nicht verstehen, was das ist und was sie machen müssen.
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Anti hat jedoch grundsaetzlich keine Zukunft.
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Warum? Weil er nur wenige Möglichkeiten bietet? Wir reden hier über eine Spielerin die vielleicht mal Bezirksliga/Verbandsliga spielen wird (gaaaaanz grob geschätzt). Ich höre das mit dem Anti schon 10 Jahre und für die erweiterte Spitze mag es stimmen. Aber in der breiteren Masse (im Mittelfeld) halte ich es für grundfalsch den Anti für tot zu halten. Er bietet weniger Möglichkeiten als andere Beläge, aber er bietet Möglichkeiten. Sonst müssten ja alle auf Noppen wechseln.
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Fruehe Spezialisierung ist mit Sicherheit ein Weg der unbestritten zu kurzfristigem Erfolg fuehrt, langfristig jedoch nicht den erwuenschten Erfolg bringt und zu Demotivation fuehrt.
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Den kurzfristigen Erfolg bestreite ich sehr wohl, da ein Spieler nur dann damit etwas lernt, wenn er dafür geeignet (in gewissen Spielräumen) ist. Dann ist es kein kurzfristiger Erfolg. Wenn ein Spieler ungeeignet ist, wird auch der kurzfristige Erfolg ausbleiben. Ob das ganze zu Demotivation führt, bezweifle ich auf Grund einiger Erfahrungen auch. Vorausgesetzt es wurde der richtige Spieler ausgesucht.
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Von Spielertypen in einem Lernstadium zu sprechen, indem die Kinder mehr oder weniger Ball ueber die Schnur spielen und hier eine Individuelle spielweise zu Formen, halte ich fuer unmoeglich.
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Wenn Du das konsequent umsetzt, dann müsste jeder Spieler auch Abwehrtechniken (usw.) lernen. Das ist aber nicht der Fall.
Individuelle Spielertypen zeigen sich schon sehr, sehr früh. Das führt nicht in jedem Fall zu einer individuellen Ausbildung, in einigen Fällen aber schon (und das insgesamt betrachtet leider viel zu selten).
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Es ist sogar paradox, denn eine breite technische Ausbildung laesst den Kindern die Entscheidungsfreiheit ihre Spielweise zu Formen, wenn sie das Spiel wirklich verstehen.
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Das sehe ich anders. Ich kenne eigentlich keine Spieler, die Ihre Spielweise groß geändert haben, wenn "sie das Spiel wirklich verstehen". Eine individuelle Spielweise prägt sich viel früher heraus. Nur ein winziger Bruchteil aller Nachwuchsspieler bekommt eine wirklich umfassende Grundausbildung - und ich halte sie auch nicht für unbedingt nötig. Gewisse Grundlagen braucht jeder, aber nicht jeder braucht jeden Schlag zu können. Und ein guter Trainer sollte sehen, welcher Spielertyp sein Spieler verkörpert und das Training danach ausrichten. Und ich denke, daß das i.d.R. zu selten bzw. gar nicht passiert. Über den Zeitpunkt kann man möglicherweise streiten. Aber nicht allgemein sondern höchstens im Einzelfall.
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Weniger Individuelle sondern von aussen aufgesetzte Spielweise.
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JEDER bekommt eine Spielweise von außen aufgesetzt. Nur wenn es die richtige ist, dann funktioniert es, wenn es die falsche ist, dann gibt es "Reibungsverluste" und der Spieler wird nicht so gut wie er sein könnte.
Deine Einstellung ist sicher weit verbeitet und deshalb lernen so viele Kinder Kontern und Topspin. Aber bist Du auch so konsequent und lehrst sie umfassend in den Abwehrtechniken? Dazu ist doch gar nicht die Zeit. Und es besteht auch keine Notwendigkeit, sofern man die richtigen "Abwehrspieler" rechtzeitig erkennt. Und es gibt eine Vielzahl von Spielsystemen. Gelehrt wird häufig aber nur ein Standard, nix breite Grundlagen.
Viele Grüße
Joachim