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TT
Ich denke, der Schecih hat schon Recht, wenn er sagt, TT hätte ein Imageproblem. Klar ist der Sport an sich auch ein Problem, da er wirklich nicht so attraktiv ist, aber das ist bei Golf ja auch nicht anders!
Um als noch mal die Idee vom Scheich aufzugreifen. im herbst habe ich nen Bericht für unsere Homepage verfasst, der in diese Richtung ging. Ich stelle ihn einfach mal hier rein:
Faszination Tischtennis
Tischtennis. Fünftgrößte Sportart der Welt. Allein 100.000.000 Million Spieler nur in China. Hingegen nur 800.000 organisierte Vereinsspieler in Deutschland. Doch: Mindestens jeder Dritte Deutsche, also rund 27 Millionen Bundesbürger, haben schon einmal den kleinen Zelluloidball von einer Tischseite auf die andere befördert. Denn Tischtennis kann man überall spielen: im Garten, im Schwimmbad, in der Garage, in der Schule, auf Spielplätzen usw. Zeitweise beobachtet mal sogar Schulkinder, die in den Pausen mit Mappen und Büchern das Lehrerpult zum Tischtennistisch umfunktionieren.
Eben jene Hobbyspieler sind es, die Tischtennis in Deutschland ausmacht. Und natürlich die Vereinsspieler. Die trainieren nämlich, oft sogar in den unteren Klassen, mehrmals wöchentlich aus Spaß und Freude an ihrem Sport. Und wenn verwundert es da: während beim Fußball oder auch beim Volleyball viele Spieler auch ohne großes Training in Vereinen mithalten können, hat ein durchschnittlicher Gelegenheitsspieler oft selbst gegen Vereinsspieler aus den tiefsten Klassen nicht den Hauch einer Chance.
Doch trotzdem ist Tischtennis Breitensport, denn: Tischtennis ganz einfach zu spielen, aber ganz schwer gut zu spielen. Was viele Laien nämlich unterschätzen, ist die Vielzahl der Faktoren, die Tischtennis im Gesamten ausmacht. Es geht nicht nur darum, den Ball gerade in die Ecke zu spielen, in der unser Gegner gerade zufällig nicht steht. Man muss den Ball flach spielen. Möglichst schnell. Und am besten noch mit Rotation. So kann er passieren, dass auch in unteren Klassen ein Aufschlag auf Grund dessen, was man gemeinhin Schnitt nennt, zwei Meter neben den Tisch springt, obwohl man den Schläger vollkommen gerade gehalten hat.
Außerdem muss die Platzierung wechseln: kurz, lang, links, rechts, auf den Ellenbogen.
Hier lässt sich schon sehen, dass Tischtennis ein hohes Maß an Taktik erfordert. Und dabei hat man kaum Zeit, den Ball des Gegners zu analysieren und sich eine Antwort darauf auszudenken. Genaugenommen hat man eigentlich gar keine Zeit dazu, denn: Schon in den Kreisklassen übersteigt das Tempo im Tischtennis oft das Reaktionsvermögen des menschliche Organismus. Dieser kann dann nur noch antizipieren, ahnen was wohl kommt und darauf mit einem Schlag reagieren. Hierbei dauert der Kontakt zwischen Ball und Schläger wiederum nur 0,001 Sekunden.
Man sieht also: Tischtennis ist auch auf tieferem Niveau schon Extremsport!
In oberen Klassen wird es dann jedoch zu einem Sport, der vielen Menschen unbegreifbar und unfassbar bleibt. Ein internationaler Topspieler trainiert mindestens 5 Mal die Woche je 6 Stunden plus Konditionstraining, Krafttraining und Wettkämpfe. Will man ganz nach oben kommen, so muss man ab einem Alter von etwas 8 Jahren 4-7 Mal die Woche hart trainieren, und zwar bei hochqualifizierten Trainern in entsprechenden Stützpunkten.
Und dies ist auch nötig, denn: Die Spieler in der Weltspitze sind Sportler der Superlative. Topspins haben heutzutage eine Geschwindigkeit von bis zu 180 oder 200 Kilometer pro Stunde. Nur zum Vergleich: Solche Geschwindigkeiten reiche aus, um beim Tennis Asse zu schlagen, obwohl der Gegner rund 25 Meter entfernt steht. Beim Tischtennis liegt die Reaktionsdistanz hingegen oft nur bei knapp mehr als 3 Metern. Zum diesem Tempo, dass das Reaktionsvermögens unseres Organismus natürlich bei weitem übersteigt, kommt ein Schnitt von bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minuten. Entsprechend schwer ist der Ball zu kontrollieren und auf den Tisch zu bringen. Dabei muss ein Spieler seine Schläge millimetergenau platzieren, um überhaupt Chancen auf einen Punktgewinn zu besitzen. Und natürlich will ein geeigneter Gegenschlag auch wohl überlegt sein, denn Taktik ist wie schon gesagt ein extrem wichtiger Faktor beim Tischtennis. Schon mal probiert schneller als der eigene Organismus zu denken?
Trotz allem ist Tischtennis selbst in höheren Klassen für alle Altersgruppen geeignet! In den Regional-, Ober- und Landesligen des Tischtennisstaates Deutschland finden sich nur zu oft Kinder im Grundschulalter oder Rentner.
Und falls man mal nicht zu dieser hochtalentierten und wohltrainierten Gruppe von Spielern zählen sollte, sollte man den Kopf nicht hängen lassen, denn wie schon gesagt und gerne wiederholt: „Tischtennis ist auch auf tieferem Niveau schon Extremsport!“
Und außerdem: Tischtennis macht, wie rund 27 Millionen Deutscher Hobbyspieler beweisen, immer und überall Spaß!
Wer obigen Bericht gelesen hat, mag sich nun fragen: Warum ist Tischtennis eigentlich immer noch eine Randsportart? Nur darauf haben Millionen Deutscher und Europäischer Tischtennisfreunde bislang noch keine Antwort gefunden. Auch wenn sie schneller denken konnten als ihr eigener Organismus.
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"Reality continues ruining my life!"
(Calvin)
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