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Alt 22.01.2003, 17:02
DerMitDemBallTanzt DerMitDemBallTanzt ist offline
... aber nur manchmal
Foren-Stammgast 1000
 
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DerMitDemBallTanzt ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Interessantes Thema, das uns alle angeht.

Von den Vorschlägen, die der Scheich ins Spiel gebracht hat, finde ich den Werbespot/Trailer mit spektakulären Ballwechseln sehr gut – allerdings bitte ohne künstliche Aufgeregtheit und marktschreierisches Getue a la „ran“. Die Farbe der Tische halte ich dagegen für unerheblich, blau ist nicht moderner als grün, sondern nur anders.

Ich habe keine Änderungsvorschläge, sondern kann nur einige Punkte aufzählen, die meiner Ansicht nach Voraussetzungen für Medienwirksamkeit sind, ohne daß man immer Trends hinterherlaufen muß. Sportarten wie Skispringen, Biathlon oder Golf zeigen doch, daß man eine Sportart nicht umzukrempeln braucht – im Gegenteil.

(1) (Optische) Attraktivität
Wird in erster Linie durch spektakuläre Ballwechsel erreicht.
Beispiel aus der Antike: Schöler gegen Ito (?) bei der WM
Beispiel aus neuerer Zeit: Kreanga an sich
Beispiel aus dem Tennis: Becker-Hecht, ausplazieren oder Lob (statt Hau-Ruck-Aufschlagspiel)

(2) Durchschaubarkeit
Wenn der Zuschauer nicht versteht, was abgeht, wird er das Interesse schnell verlieren oder gar nicht erst aufbauen.
Das betrifft sowohl die Regeln (müssen klar, verstehbar und stabil sein) als auch das Material („leichte“ Fehler) als auch die vielen unterschiedlichen Spielsysteme als auch die verzerrten Tabellen durch übergroße Flexibilität bei den Spielplänen.
Hier kann es natürlich Konflikte geben zwischen Spielerinteressen (z.B. freie Materialwahl) und dem Bestreben nach Transparenz nach „außen“.

(3) Wiedererkennungswert
Wenn alle Nase lang etwas geändert wird, kann sich niemand identifizieren.
Beispiel: die 21 war immer Synonym für Tischtennis und ist es heute noch für die Mehrheit derjenigen, die nicht selbst spielen. So etwas darf nicht leichtfertig verschenkt werden. Deshalb auch kein Herumgespiele an allgemein bekannten Grundpfeilern des Sports, keine hektischen Regel- oder Systemänderungen, vielleicht auch weiterhin grüne Tische.

(4) Idole / Typen
Etwas Becker- bzw. Graf-Ähnliches würde schon helfen, aber die wachsen ja nicht auf den Bäumen. Mit Timo Boll ist jetzt schon ein guter Anfang gemacht, den es auszubauen gilt.

Wenn all das erfüllt ist und es nützt immer noch nix, tja, dann muß man sich wohl mit seinem Mauerblümchendasein abfinden und wie bisher auch damit zufrieden sein, selbst seinen Spaß zu haben. Mit Gewalt hochjubeln läßt sich jedenfalls Tischtennis meiner Meinung nach nicht.

Puh, ich habe fertig!
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