Einen Aspekt habe ich noch. Welche Vereine sind besonders gefährdet? Vereine mit 1-2 Mannschaften ohne Jugendarbeit. Wenn da einmal eine Lücke gerissen wird, ist der Anfang vom Ende nicht mehr weit. Generell werden die Pro-Kopf-Kosten auch noch höher, um so kleiner eine TT-Sparte ist.
Oft sind auch die "positiven" Gradmesser an einzelne "Macher" gebunden, die mit der Person dann wegfallen. Wenn also eher ein Abteilungsleiter gefunden wird, weil es kein anderer machen wollte, ist die Gefahr auch groß, dass es mittelfristig bergab geht.
Noch eineGegenmaßnahme ist Breitensport, um darüber den Wettkampfbetrieb zu "refinanzieren",damit meine ich nicht Hobbyspieler, die Kreisklasse spielen, sondern z.B. Präventions- oder SeniorInnengruppen ...
In den letzten 15 Jahren hat sich die TT-Landkarte in Frankfurt schon ganz schön verändert. Ca. 1/3 der Vereine sind weggefallen und dafür nur 1 Verein neu dazu gekommen.
Generell sieht es in eingemeindeten Stadtteilen mit einem eigenen Stadtteilleben besser aus als in der Stadt ansich.
Westen: In den "Außenstadtteilen" Zeilsheim und Sindlingen halten sich die soliden Clubs TV Sindlingen und DJK Zeilsheim konstant. Der SV Zeilsheim ist sehr klein geworden, die DJK dafür größer. DJK und TVS machen Jugendarbeit. In Höchst/Nied sieht es dann eher traurig aus, Concordia, Blau-Weiß und SG Nied sind weggefallen, OSC folgt wahrscheinlich, dann gibt es mit der TG Unterliederbach dort nur noch einen Verein. Selbst wenn die TGU dann 5 Herrenmannschaften stellen sollte, waren es vor wenigen Jahren noch doppelt soviele Teams rundum Höchst. SG Sossenheim ist geschrumpft, hat sich aber stabilisiert. In Gallus und Griesheim gibt es noch TS und SW Griesheim. Die SG 28 gibt es nicht mehr, für DJK SW könnte es mit einer Mannschaft auch irgendwann knapp werden, zumal dort auch der Nachwuchs fehlt.
Süden: Im Südwesten ist der VFL Goldstein immer kleiner geworden und in den TuS Schwanheim übergegangen, der dadurch (und durch Sachsenhäuser Vereinsauflösungen) zu einem Großverein wurde. Beim TV Niederrad standen schon einmal Überlegungen an, ob es weitergeht, dort hat man sich glücklicherweise gefangen. In Sachsenhausen sieht es ähnlich wie in Höchst aus. Von ehemals 4 Vereinen ist einer mit dem TSV übrig geblieben. Germania, TSV Taras und die TG sind weggefallen. Insbesondere die TG Sachsenhausen zählte Ende der 80er noch zu den Großvereinen in Frankfurt mit 7-8 Mannschaften, davon 5 auf Bezirksebene bis Hessenliga. Im Südosten hat sich die TSG Oberrad über die Jugendarbeit kontinuierlich vergrößert.
Osten: In Fechenheim und im Ostend wird schon lang kein TT mehr gespielt. SG Enkheim ist mit dem TV Bergen-Enkheim verschmolzen, der derzeit der größte Frankfurter Verein ist. TV Seckbach hält sich kontinuierlich. In Bornheim hat die TG die kleinen Vereine geschluckt. Sie liegen regional auch sehr nahe an den Innenstadtvereinen. Die SG Riederwald hält sich auch nur noch mit einer Mannschaft ohne Nachwuchs.
Innenstadt: Zwischen Innenstadt und Nordwesten waren früher die traditionellen Großvereine mit Eintracht, FTG, SKG und FTV 1860. Die FTG hat die TT-Sparte ganz aufgegeben, dafür ist dort der ehemals beschauliche PSV Blau-Gelb, der über die Jugendarbeit auf dem Weg zu einem Großverein ist. Nachdem die Eintracht fast in der Versenkung verschwunden war, scheint dort der Neuaufbau geglückt zu sein. Der FTV 1860 hat sich stark dezimiert. Die SKG hat sich weitgehend aufgelöst, die Damen sind nach Langen gegangen. Vereine wie SG Wetsend sind von der Landkarte verschwunden. Dafür ist der einzige tatsächlich neue Verein mit dem TTC ASS in der Innenstadt entstanden (früher Umfeld TuS Hausen). Im Nordend ist der SV Kickers 16 größer geworden, die DJK Schwarz-Blau hält sich gerade so mit einer Mannschaft. Makkabi taucht immer mal wieder mit Mannschaften auf und wieder ab, zur Zeit mit einem Team seit einigen Jahren beständig. Türk Sport ist von der Landkarte verschwunden.
Nord-Nordwest: TuS Hausen ist kleiner geworden, hält sich aber, obwohl es an Nachwuchs mangelt. TGS Vorwärts ist klein aber fein und bringt immer mal wieder Nachwuchs zu den Aktiven. Der TSV Ginnheim ist größer geworden. Die TSG Nordwest gleicht über die Jugend Verluste bei den Aktiven aus. Durch den Zusammenschluss von TTC Dornbusch und SV Niederursel ist mit dem TTC Dornbusch/Niederursel ein Großverein entstanden, der auch wieder Jugendarbeit macht. Der TV Eschersheim macht Jugendarbeit ohne Ende, dafür fehlt die Perspektive bei der einen Herrenmannschaft in der Kreisklasse. Es bleibt abzuwarten, ob dort der Neuaufbau gelingt. Viktoria Preussen bleibt eine beständige Größe und der TV Preungesheim konnte durch die Auflösung des JV Eckenheim an Größe gewinnen.
Ganz im Norden: Bis auf den TV Kalbach, der vom ebenfalls sehr klein gewordenen TSV Bonames aufgefangen wurde, haben sich die Vereine in den "Außenstadtteilen" gefangen, wenn auch teils an Größe verloren (TSG Nieder-Erlenbach, TTC Nieder-Eschbach, Harheimer TC).
Ich hoffe, ich habe niemand vergessen, doch ist die Tendenz deutlich, dass immer mehr Flecken im Stadtgebiet entstehen. Insbesondere ist traurig, dass in manchen Stadtteilen gar kein Nachwuchs nachwächst bzw. Kinder, die Lust auf TT haben, erst einmal fahren müssen, um diesem Sport nachzugehen. Derzeit gut aufgestellt sind einige Großvereine mit Aktiven- und Nachwuchsstrukturen wie TG Unterliederbach, Eintracht, PSV Blau-Gelb, TG Bornheim, TV Bergen-Enkheim, TuS Schwanheim, Viktoria Preussen, TTC Dornbusch-Niederursel oder TSG Oberrad. Dann gibt es noch einige solide Vereine (insbesondere in den Außenstadtteilen) wie beispielsweise TV Sindlingen, TGS Vorwärts, SG Sossenheim oder TTC ASS mit Nachwuchsarbeit, um die man sich keine Sorgen machen muss. Dann kommen aber schon bald kleine Vereine, die bei Engpässen in ihrer Existenz bedroht sind, insbesondere wenn der Nachwuchs fehlt oder entscheidende Funktionsträger wegfallen.
Ich würde mich über einen Gegentrend freuen, befürchte aber eher, dass es durch den Trend und Zeitgeist in der Frankfurter TT-Szene eher noch zu einigen Fusionen und Auflösungen kommen wird. Leider. Ich hoffe, dass einigen Vereinen beim lesen dieser Zeilen bewusst wird, wie wichtig qualifizierte Nachwuchsarbeit und Vereinsbindung ist, um sich ständig zu verjüngen und nicht in Existenzangst zu geraten ...
Wenn man den Fokus jetzt um Mädchen/Damen erweitert gibt es nur einige Flecken, wo es überhaupt Strukturen gibt.
PS: Einige Thesen von mir waren Außeneinschätzungen. Wollte niemand auf den Schlips treten, falls etwas falsch dargestellt war (bitte korrigieren).
Zitat:
Zitat von Kalle Krawinkel
Auch wenn Gartengeräte im Tischtennisbereich eher selten anzutreffen sind...
Gruss Kalle
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Oberrad ist ja schließlich der Gärtnerstadtteil. Jetzt sind die Spaten wieder Sparten.