Kollege Günter hat es genau auf den Punkt gebracht. Was im Tischtennis als Fairplay gilt ist völlig verstaubt und kontraproduktiv. Allgemein wird ein niedriges Zuschauerinteresse beim Tischtennis beklagt. Meine These ist, daß es unter anderem geanu aufgrund dieser absurden Vorstellung von Fair Play zu tun hat.
Was wollen Zuschauer? Warum kommen beim Fussball, Handball, Eiskhockey oder Basketball so viel mehr Zuschauer?
Stimmung und Emotionen lautet die Antwort. Wer hat es nicht schon erlebt wie zB die Fans von kaiserslautern auch nach einer Niederlage noch gefeiert haben. Sich selbst wohl gemerkt. Sie dürfen laut sein und Klatschen und Toben, sie dürfen den Gegner beschimpfen "Ihr könnt nach Hause fahren!", "Zieht den Bayern die Lederhosen aus"...
Stellt euch das mal beim Tischtennis vor! Zuschauer die den Gegner angreifen. Ein Skandal wäre das! Da würden die Gastmannschaft empört sein und von UNFAIREN Zuschauern sprechen. Aufgebracht sein. Warscheinlich würde sich die Heimmannschaft für ihre Fans entschuldigen (so ein Quatsch!).
Merke: Volle Halle klappt nur wenn man Emotionen und Lärm zulässt. Wenn man nicht überempfindlich reagiert und wenn man Fairplay als das begreift was es ist. Nämlich die Leistung des Gegners zu würdigen. Übersehene "Nasse" dennoch anzuerkennen (schönen Dank bei der Gelegenheit auch an Ruwen

), in der Niederlage Größe zu zeigen, ... Antiquirtes Gehabe wie Bestehen auf Entschuldigungen, Verbitten von Applaus nach "Nassen", oder gar Mässigung von lauten Zuschauern ist dagegen der absolute Stimmungstöter und nötigt die Zuschauer geradezu die Halle zu verlassen.
EINWÄNDE:
tom(21:48 PM): <-- auch bekannt als noppennorbert
Tja, schwierig, schwierig, da sehe ich manchses anders, zumindest kommt es auf die Art und Weise an. Man kann so ein "Ihr könnt nachhause fahren" ja mit Mißachtung bringen oder mit einem gewissen Augenzwinkern und einer gewissen Selbstironie. Wenn das sichtbar ist, denke ich, ist das ok.. Ansonsten kann daraus natürlich recht fix eine ziemlich häßliche Atmosphäre entstehen.
ANTWORT:
Ich gebe Tom recht. Bei solchen Angriffslustigen Gesängen über den Gegner kann es natürlich auch giftig werden. Lieber ist es mir wenn die eigene Mannschaft gefeiert wird als wenn der Gegner fertig gemacht wird. Wenn wie von Tom ebenfalls in Betracht gezogen Ironie mitklingt und das spassig gemeint ist ists allerdings mindestens genauso gut wie die eigene Mannschaft anzufeuern. Aber selbst wenn es wirklich giftig ist und vielleicht sogar etwas Hass ins SPiel überträgt, dann ist mir das hundermal lieder als wenn gar keine Stimmung ist.
Sport lebt von Emotionen und die werden so geschürt. Wer von euch ist Handballfan oder hat schon Handballspiele angesehen. Das ist doch echt ein Erlebnis in der Halle oder? Die Stimmung ist heiss und echt am brodeln. Da geht was ab da macht es Spass dabei zu sein. Gerade beim Handball gibt es viele negative Emotionen. Oft Hass auf Schiris oder Gegner. Wie gesagt... positive Emotionen sind mir lieber. Aber dennoch bin ich derzeit lieber in einer Handballhalle und genisse die riesen Stimmung dort als in einer sterilen TT Halle zu sitzen wo ich kein Wort sagen darf.
Die Krönung sind (entschuldigt es bitte liebe Frauen, aber es ist nunmal einfach so) die tiefklassigen Damenmannschaften. Dort bekommt man ja sogar tötende Blicke zugeworfen wenn man einen der wenigen wirklich guten Bälle mal beklatscht. Selbst wenn man vorher nicht einmal einen Mucks gemacht hat. Es droht einem sofort der Rausschmiss aus der Halle
So kann man unseren Sport natürlich auch kaputt machen.