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Ich weiß eigentlich nicht genau wo ich anfangen soll, bzw. ob ich überhaupt anfangen soll, weil mir das zu anstrengend wird.
In den letzten paar Wochen nahm ein DTTB-Vertreter wegen der offensichtlichen Problematik der JOOLA-Rangliste erneut mit mir Kontakt auf. Er hat quasi die Funktion eines Vermittlers übernommen, da seitens der Firma JOOLA scheinbar kein wirkliches Interesse besteht, die eigenen Arbeitsabläufe zu überdenken und korrigieren. Er bat mich doch einmal eine Fehlerliste zu erstellen und ihm zukommen zu lassen, denn er stünde wegen dieser Sache mit JOOLA in Kontakt.
Das habe ich dann gemacht und alles aufgeschrieben, was mir in etwa einer Stunde Arbeitszeit aufgefallen ist. Wie erwartet war das eine ganze Menge.
Jetzt habe ich gerade einen kurzen (wirklich nur ganz kurzen) Blick auf die neu erschienene JOOLA-Rangliste gewagt und direkt wieder weggeklickt, weil ich das Elend nicht mehr ertrage. Ich habe bewußt auf die offensichtlichen Sachen geachtet, die ich in der Mail ganz oben angeführt hatte. Aber ganz offensichtlich passiert hier überhaupt gar nichts. Die Belgier Kevin Vissers und Christophe Closset sind immer noch in der deutschen Rangliste, es existieren immer noch zwei Versionen des Spielers Tang Bing, und wo Mads Sörensen herkommt weiß immer noch keiner. Naja, wenigstens ist er jetzt nicht mehr in der deutschen, sondern nur noch in der Gesamtrangliste vorhanden. Ich frage mich wirklich, wie diese Rangliste bearbeitet wird! Nein, ehrlich! Ich frage mich das, und ich möchte das gerne miterleben, denn vielleicht ist es ja so, dass dieses schon die absolut bestmögliche Variante der JOOLA-Rangliste ist und die Fehlerzahl trotz großer Mühen einfach nicht kleiner gehalten werden kann. Vielleicht sind die Kritiker dieser Rangliste einfach einem großen Irrtum aufgesessen und haben keine Ahnung, welche logistischen und arbeitstechnischen Herausforderungen hinter dieser Rangliste stecken. Ich fänds ganz ehrlich toll wenn dies der Fall wäre, denn dann wüßte ich, es geht nicht besser, und ich müßte mich nicht mehr ärgern.
Ich weiß schon eh nicht mehr was ich noch schreiben soll, was ich nicht schon geschrieben habe. Doch, eines fällt mir noch ein: Die Firma JOOLA verteidigt sich in der obigen Stellungnahme damit, dass alle Ergebnisse vom DTTB übermitteln werden und selbständig keine Ergebnisse von JOOLA-Mitarbeitern erfaßt werden dürfen. Für eventuelle Fehler sei also der DTTB verantwortlich. Das impliziert zum einen, dass die Firma JOOLA, was den Arbeitsschritt Ergebniseingabe betrifft, unfehlbar ist und deshalb an dieser Stelle keine Fehler entstehen. Die Vergangenheit beweist aber das Gegenteil, es wurden Ergebnisse nicht nur falsch eingegeben, sondern dann z.B. auch mal doppelt. Auf der anderen Seite muß sich hier auch der DTTB Kritik gefallen lassen, denn wenn ich mir die momentane Darstellung und Verarbeitung der Zweitligabilanzen und
-ergebnisse anschaue, dann kann ich mir vorstellen, dass die Ergebnisübermittlung an JOOLA nicht immer korrekt abläuft.
Aber wer ist nun dafür verantwortlich, welche Spieler in der (rein-)deutschen Rangliste auftauchen? Wer steckt wiederholt und unablässig ausländische Spieler in die deutsche Rangliste?
Vielleicht erklärts mir einer.
Es ist ganz simpel: Diese Rangliste spiegelt den Zustand unserer Sportart wieder. Es wird einfach an viel zu wenig Stellen wirklich professionell gearbeitet. Nur aus diesem Grund sind können solche Mißstände, wie sie im Tischtennis existieren, entstehen.
Dazu fällt mir ein weiteres, absolut passendes Beispiel ein, auch wenn es nicht in diesen Thread gehört: Wieso regen sich hier so viele Leute über Frank Müller auf? Wieso entsteht hier eine Diskussion nach der anderen über ihn - die einen vergöttern ihn, die anderen hassen ihn. Endlose Debatten entstehen darüber, ob er das denn darf was er da macht, oder ob das für unseren Sport gut ist, oder ob es schlecht ist für das Image von Tischtennis in der Öffentlichkeit, usw... Währenddessen sitzt er zuhause, liest genüsslich in den tt-news Foren oder in der Süddeutschen, lacht sich ins Fäustchen und genießt "sein" TT-Leben.
Diese Diskussionen sind müßig, denn das Problem liegt ganz woanders: Warum kann so eine Situation entstehen? Wieso kann ein einzelner Mensch, der in der jeweiligen Sportart allerhöchstens durchschnittliches Niveau hat, eine Sportart so durcheinanderwirbeln und sie als Forum für sich selbst benutzen? Das geht nur in einer absoluten Randsportart, in der Professionalität und standardisierte Arbeitsabläufe (in allen Bereichen unserer Sportart, in den Vereinen, der Verbänden, den Herstellern, usw...) im frühen Entwicklungsstadium sind.
Sicherlich denke ich auch oft, ob Frank Müller den jetzt nicht doch vielleicht zu weit gegangen ist und eine Grenze überschritten hat. Ich habe auch völliges Verständnis für die Verärgerung (nach dem DTTB-Pokal-Final-Eight) von Timo Boll und Jörg Rosskopf, die ihre lebenslange, härteste Arbeit durch einen Auftritt von Frank Müller der Lächerlichkeit preisgegeben sehen. Trotzdem: Die Leute, die sich so vehement über Frank Müller aufregen, sollten den Grund Ihres Ärgers hinterfragen. Ich glaube nämlich, sie können das Spiegelbild nicht ertragen, welches sie in dem Spiegel erkennen, den Frank Müller der Sportart Tischtennis vor die Nase hält.
Um das Ganze abzuschließen - es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man lehnt sich zurück und akzeptiert die Situation wie sie ist, oder man investiert Energie und versucht etwas daran zu ändern.
Geändert von Ahdow (31.01.2003 um 00:46 Uhr)
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