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Alt 28.02.2009, 16:51
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... und was passiert mit den Spielern des BVB (2. Bundesliga Nord).

Laut ARD-Videotext und den Ruhrnachrichten:

vom 28.02.2009:
Ruhr Nachrichten: BVB: Aus für Bundesliga-Handball und Zweitliga-Tischtennis

Dr. Reinhard Rauball trat mit ernster Miene vor die Öffentlichkeit, seine Botschaften hätten schlimmer nicht sein können: Der BVB-Präsident verkündete am Samstagmittag das Ende des Profi-Sports in den beiden BVB-Abteilungen Handball und Tischtennis. Die Nachricht kurz nach zwölf Uhr mittags schlug wie eine Bombe ein.


Rauball wörtlich: "Wir haben im Ergebnis leider die Feststellung treffen müssen, dass trotz sportlicher Qualifikation für die kommende Saison 2009/2010 und dann folgend in beiden Abteilungen kein Antrag auf Teilnahme am Bundesliga-Spielbetrieb gestellt werden wird. Wir werden ab der kommenden Saison mit beiden Abteilungen in Ligen antreten, in denen keine Berufssportler spielen. Dies ist die Konsequenz aus einer steuerrechtlichen Problematik."
Schwieriges Konstrukt

Hintergrund der schlimmen Entscheidung ist das komplexe Konstrukt Borussia Dortmunds als börsennotiertem Verein mit der KGaA und der Profi-Fußballmannschaft auf der einen sowie dem eingetragenen Verein Borussia Dortmund mit seinen Abteilungen auf der anderen Seite. Seit Jahren haben Handballer und Tischtennis-Sportler extrem defizitär gearbeitet - ohne eigenes Verschulden, wie Rauball betonte. "Die Mittel des e.V. sind satzungsmäßig und steuerbegünstigt gebunden. Wir können die Verluste des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs Handball und Tischtennis nicht durch die Einnahmen des gemeinnützigen Teils des BVB (durch die Mitgliedsbeiträge) abdecken." Im schlimmsten Fall, so Rauball, "nämlich dann, wenn durch die Verluste das Vereinsvermögen aufgebraucht ist, droht die Entziehung der Gemeinnützigkeit."

Das Vereinsvermögen bestand dabei aus dem Buchwert der zum 1. Juli 1999 übertragenen Lizenzspielermannschaft - damals 2,6 Millionen Euro, wie Rauball erklärte. "Das war nicht der Wert der Bundesliga-Mannschaft", stellte er klar, "nur der Buchwert." Dieses Vermögen, so Rauball, "wurde Jahr für Jahr durch die Verluste abgeschmolzen."

Ein Traum ist zu Ende

Beide Abteilungen werden nun ab der kommenden Saison im reinen Amateursport weiter ins Punkterennen gehen - die Handballer wohl in der Oberliga, die Tischtennisspieler in der Verbands- oder Oberliga. "Es ist ein herber Schock", gestand TT-Abteilungsleiter Bernd Möllmann. Besonders bitter: Die Tischtennis-Zweitligamannschaft steht als Tabellenführer vor dem Aufstieg in die 1. Liga. Diesen Traum müssen nun alle begraben. "15 Jahre waren wir zweitklassig in der 2. Bundesliga", blickte Möllmann zurück.
Auch für die Handball-Abteilung, dessen Vorstand um Andreas Heiermann seit Monaten um den Fortbestand kämpfte, ist die jetzige Entscheidung in ihrer ganzen Tragweite eine große Enttäuschung. Heiermann dankte dennoch dem Präsidenten und auch dem anwesenden KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke für ihre Unterstützung. "Sie haben um unser Überleben gekämpft." Mit dem Ende des Bundesliga-Sports geht auch bei den Handballern eine Ära zu Ende - der BVB gehörte zu den großen und traditionsreichen Teams der Liga, in der einige Mannschaften um ihr Überleben kämpfen.

Hiobsbotschaft für die Anhänger

Möllmann und Heiermann bleibt nun die schwierige Aufgabe, den vielen ehrenamtlichen Helfern, den Fans und nicht zuletzt den Mannschaftsmitgliedern die Hiobsbotschaft beizubringen. Beide Abteilungen sollen die Saison ordentlich zu Ende spielen - wie das möglich sein soll angesichts der samstäglichen Horrorbotschaft, ist die große Frage. Erst einmal stehen alle unter großem Schock.

Dirk Krampe (Ruhr Nachrichten)
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"Die Jugend ist meist so allwissend, dass sie alles weiß, bis auf eines: dass auch einmal die Alten allwissend waren, bis sie wirklich alles wussten."
- Ernest Hemmingway -
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