Zitat:
Zitat von druckknecht
Mein aufrichtiges Beileid an alle Betroffenen.
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Dieser Formulierung schließe ich mich an, an alle Betroffenen. Auch die Eltern des "Täters" sind Betroffene und verdienen Mitgefühl. Sie leiden genauso wie die Eltern der anderen, wahrscheinlich noch viel mehr, weil sie sich immer fragen müssen, ob sie etwas Entscheidendes falsch gemacht haben.
Was bringt einen Jungen dazu, so zu handeln? Im Affekt war es wohl nicht, denn die Waffe und die Munition an sich zu bringen und sich geplant auf den Weg zur "Hinrichtung" zu machen, schließt das eigentlich aus.
Ich vermute, dass sich über einen längeren Zeitraum etwas angestaut hat, das er nicht mehr kanalisieren konnte. Vermutlich haben die natürlichen Sicherungen glatt versagt.
Nebenbei: für junge Leute mit diesen Problemen ist Tischtennis auch eine denkbar ungeeignete Sportart, dazu aber mehr viel später an anderer Stelle.
Wer das auf falsche Erziehung, schlechten Umgang oder Videospiele reduziert, macht es sich zu einfach. Hatte er in seinem Umfeld (Familie, Freunde, Schule, Verein, Kirche) jemand, bei dem er bei seelischem Überdruck "Dampf ablassen" konnte?
Ich rede nicht wie der Blinde von der Farbe, ich war in meinem Leben auch schon gelegentlich in Situationen, die ich für ausweglos hielt. Einmal (mit etwa 11 Jahren) hatte ich sogar Suizid-Absichten, aber meine Sicherung hat funktioniert: ich bin eingeschlafen. Am nächsten Morgen sah die Welt wieder ganz rosig aus. Und der Schritt von Gewalt gegen sich selbst zu Gewalt gegen andere ist manchmal sehr klein; die Reihenfolge ist wichtig.