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Alt 12.03.2009, 14:06
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Carstens_Brüderchen Carstens_Brüderchen ist offline
Isch hol glei mein Bruda!
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AW: Amoklauf in Winnenden und Wendlingen

Zitat:
Zitat von Big_Maama Beitrag anzeigen
Der Täter war auch ein Mensch, das sollte man nicht vergessen. Außerdem hat er ja wohl relativ viel Zeit mit TT verbracht und da halte ich einen Spielfreien Tag als Trauertag für die Opfer - zumindest für den betreffenden Kreis - für angemessen.
Ich weiß, dass meine Worte - gerade im Moment - ausgesprochen seltsam anmuten. Und ich habe auch mit mir gerungen, ob ich das so schreiben kann, darf, soll:

Amokläufer sind getrieben von der eigenen Wut und dem Willen, wahllos "zu bestrafen". Die maximale Strafe ist in ihren Augen die Auslöschung der Existenz Anderer.

Eine "Würdigung" erfahren die Täter noch durch gesellschaftlichen Aufruhr, die Thematisierung ihrer Motive und Leiden sowie durch Ursachenforschung, die - in ihren Augen - zum Schluss führt, dass es einen "guten Grund" gab, weshalb sie demonstrativ ausrasteten.

Anschließende Trauer"feiern", Jahrestage der Erinnerung an das Geschehen und einhergehende Mediennachlesen zum "Jubiläum" machen das Ganze nur noch attraktiver für die Täter.

Nein, da wäre es allemal besser, eine riesige Spendenaktion für die Verletzten und für die Hinterbliebenen der Opfer zu initiieren. Am besten über 'ne Million an Spenden pro Opfer. Anschließend die Opfer noch in einer großen Party als Helden feiern und den Täter mit keinem Wort erwähnen!

Dann setzt nämlich die Überlegung ein, ob man als Täter den Opfern womöglich sogar noch einen "Dienst" erwiesen hat. Wie gesagt - das klingt zunächst völlig pervers, würde aber eine wesentliche Triebfeder bei den Tätern aushebeln.

Aus dem "Ha ha - ich werde es Euch allen zeigen!" wird dann in diesen wirren Köpfen vielleicht ein "Hm, wenn ich die alle umlege, dann kriegen die noch Geld und werden gefeiert...Mist, das will ich ja auch nicht!"

Die Ratio ist bei Amokläufern nicht völlig ausgeschaltet, bevor sie ihr Unterfangen in die Tat umsetzen. Sie beginnt nur irgendwann, in eine Vermischung von Kausalitäten zu driften, die eine Spirale ohne Ausweg in Gang setzt. Wenn die zuvor noch halbwegs funktionierende Ratio zu dem Schluss kommt, dass man eben nicht den maximalen Schaden anrichtet, könnte vielleicht eine derartige Eskalation der Ausweglosigkeit eingedämmt werden.

Gruß

Olaf

Anmerkung: Ich habe das bewusst überspitzt dargestellt, was "Heldenfeiern" und Millionenentschädigungen anbelangt, aber ich hoffe, dass meine Grundintention richtig verstanden wird.
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"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." George Orwell (1903-50), eigtl. Eric Arthur Blair, engl. Schriftsteller.
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