Zitat:
Zitat von tarantino
Hier von einem Schwachmaten zu reden halte ich für schlichtweg falsch. Der Junge war schwer krank, depressiv und keiner hat's bemerkt/ernstgenommen.
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Das ist nicht ganz korrekt. Seit 2008 befand er sich wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung. Die Therapie wurde allerdings vom Täter abgebrochen. Bemerkt wurde das also schon.
Gerade eben lese ich, dass er seine Tat auch am Vorabend im Internet angekündigt haben soll. Ein deutlicher Hinweis auf Geltungsbedürfnis, das keine Befriedigung erfuhr. Somit erscheint die finale "Triebfeder", die ich in meinem vorherigen Beitrag erwähnte, evident.
Amokläufer sehen sich in der überwiegenden Zahl selbst als überlegen, was jedoch nicht mit ihrem Bild in der Allgemeinheit einhergeht. Der krasse Gegensatz zwischen der Selbsteinschätzung und der fehlenden Anerkennung spiegelt sich häufig in der Dokumentation ihrer vermeintlichen Stärken wider - z.B. in Internetvideos, in denen sie mit überlegenem Grinsen Waffen in die Kamera halten oder in Rambo-Manier Schießstände vollballern.
Das ist krank! Nur ist das schon längst kein klassisches Bild eines depressiven Menschen mehr. Hier liegt schon eher eine massive bipolare Störung vor, die - wenn er schon in therapeutischer Behandlung war - hätte auffallen müssen!