Zitat:
Zitat von wabe
Ich wiederhole es gerne. Es geht um Solidarität. Der Mangel daran ist das verbindende Element aller dieser Taten, nicht die Faszination an vorhergehenden Tätern. Die ist nachgelagert und Teil der Ritualiserung der eventuell bevorstehenden Gewalttat. Nicht die Ursache.
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Hatte ich auch so nicht geäußert.
Die von mir angesprochene Heroisierung ist nicht die Ursache für irgendwelche psychologischen Probleme, schon gar nicht die alleinige. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, Frustration, Depression etc. zu kanalisieren. Und wenn es zu einer Entscheidung über das "Ventil" kommt, spielen diese „Heldenbilder“ m. E. schon eine wichtige Rolle.
Umsetzungsrelevante Vorstellungen ergeben sich aus dem Verhältnis von Realität und Phantasie, welche durch die Wechselwirkung von Kognition und Emotion beeinflusst wird.
Zum Thema Solidarität: Bestürzt sind wir alle. "Verstehen" kann das alles niemand. Und dass das Grauen für die Familien, Schüler, Lehrer und Bekannten mit dem letzten Schuss noch lange nicht endet, wissen wir auch. Dass ich aber in irgendeiner Weise diese Mischung aus Zorn, Ohnmacht, Fassungslosigkeit, Betäubung, Leere und tiefster Trauer der direkt oder indirekt Involvierten wirklich nach
empfinden kann, wage ich einfach nicht zu behaupten. Ich wünsche allen Betroffenden die notwendige Kraft, dieses Ereignis zu verarbeiten.