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AW: Aufstellungen/Kommentare etc. 2.BL Nord 2008/2009
Westfälische Rundschau: Gustl Wilke: „Glaube immer noch an das Gute”
[23.03.09] Der Countdown läuft. Noch acht Tage. Dann hat der BVB entweder die Lizenz für die zweite Bundesliga eingereicht - oder die Handball-Abteilung zerfällt in ihre einzelnen Bestandteile.
Einer, der immer an das Gute glaubt („solange ich nicht eines Besseren belehrt werde”), ist Gustl Wilke. „Ich weiß im Grunde nichts, die Informationen sind spärlich, aber ich hoffe doch noch auf einen glücklichen Ausgang”, sagt der Dozent der Uni Bochum, der der erste Bundesligatrainer der Borussinnen war (1991 Aufstieg in die zweite Liga) - und hoffentlich nicht der letzte. Wie er die Chancen auf eine kontinuierliche Weiterabeit sieht und was dann zu tun wäre, sagt er im Interview mit unserer Zeitung.
Herr Wilke, der BVB ist für Sie eine Herzensangelegenheit. Glauben Sie an eine gute Zukunft?
Gustl Wilke: „Reinhard Rauball (Anm: im Bild oben) hat mir in einem Telefonat gesagt, dass wir finanzielle Hilfe von außen erhalten müssen. Ich glaube, dass wir intern eine gewisse Summe zusammenbekommen und auch extern einiges bewegt worden ist. Andreas Heiermann jedenfalls hat mir angedeutet, dass er auf die Zielgerade einbiege. Das nährt bei mir schon die Hoffnung auf ein glückliches Ende dieser unseligen Angelegenheit. Ganz wichtig: Wenn es weitergeht, dann brauchen wir endlich Planungssicherheit über mindestens drei Jahre.”
Vorausgesetzt, der BVB könnte fristgerecht die Lizenz beantragen: was wäre danach zu tun?
„Wir müssten einen Schritt nach dem anderen machen. Als erstes würde ich alle Beteiligten übers Wochenende in mein Ferienhäuschen in Dorum einladen. Zu einer Klausurtagung, bei der alle Irritationen beseitigt, alle Animositäten ausgeräumt werden könnten. Wir brauchen jede helfende Hand, von Andreas Heiermann über Jochen Busch, Heinz Reitemeyer bis hin zu den vielen anderen, denen der Handball am Herzen liegt.”
Das Konzept steht?
„Ob mit oder ohne Franziska Heinz, deren Wechsel nach Greven wieder fraglich ist: am Plan ändert sich nichts. Wir würden mit abgespeckten Mitteln, d. h. ohne Profitum auf breiter Basis eine junge Mannschaft aufbauen und den gleichen Weg gehen wie vor 20 Jahren, als wir den BVB mit bescheidenen Mitteln von der Regionalliga bis in die erste Bundesliga gebracht haben.”
Waren Sie deshalb am Sonntag bei der A-Jugend?
„Unsere Jugend ist unsere Zukunft. Aber ich war auch aus Solidarität bei dem Spiel.”
Wie verkraften die Spielerinnen diesen Schwebezustand?
„Fredde Lütz hat mit dem Wechsel nach Buxtehude ihre Antwort gegeben. Das wirft uns zurück, denn gerade die Eigengewächse hätten wir liebend gerne gehalten. Zuzana Porvaznikova sagt, sie befinde sich in einer Art Trancezustand und warte nur darauf, dass sie jemand anstößt und sagt: Hey, Zuzana, alles ist gut. Es geht weiter.”
Christian Menn (Westfälische Rundschau)
Sollte es im Handball weitergehen, dann auch im Tischtennis.
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