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Alt 24.03.2009, 10:09
Kalle Krawinkel Kalle Krawinkel ist offline
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Kalle Krawinkel ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Bezirksliga Herren Gr.2 2008/09

Vorgeschichte zum Spiel Eintracht gegen Jügesheim:

Unser FSJ-ler bzw. Nummer eins, Johannes Lück, fragt eine Woche vorher bei Jügesheim an, ob man das Spiel aus privaten Gründen um einen Tag vorverlegen könne. Resultat: Gegner geht nicht darauf ein, da zwei Spieler am Donnerstag fehlen würden.


Anmerkung meinerseits: Spielverlegungen sind grundsätzlich immer problematisch. Bei manchen Gegnern halt problematischer als bei anderen. Hätte den angenehmen Nebeneffekt mit sich gebracht, am Donnerstag die Halle für sich alleine gehabt zu haben, da weder Training noch ein Spiel stattfand.


Somit treten wir eigentlich mit einer Rumpftruppe (1.2, 1.3, 1.4, 3.1, 3.2, 4.2) als klare Außenseiter ohne die Spieler Lück und Herrmann (German Open, Bremen) an.


Das „Spiel“ oder sollte ich eher sagen der „K(r)ampf ?:

Als der Gegner kurz vor sieben in der Halle ist, (offizieller Beginn des Kindertrainings 18:15 Uhr) trainieren ca. 20-25 Kinder an acht Tischen. Auf den hinteren beiden Tischen (ich sach mal „Centrecourt“) findet das vorentscheidende Spiel der zweiten B-Schüler gegen den TV Eschersheim statt.

Ich begrüße die ersten Spieler aus Jügesheim per Handschlag und weise ihnen, während ich das Schülerspiel betreue, ihre Plätze an der gegenüberliegenden Hallenseite zu, auf denen aus Platzgründen immer die gegnerischen Mannschaften sitzen. Bei der Gelegenheit weise ich sie darauf hin mit der Bemerkung „ihr seht ja was hier los ist“, dass sie sich bitte erst 30 Minuten vor Spielbeginn an Tisch drei einspielen möchten. Mit frotzelnden Kommentaren bewegen sie sich auf die andere Hallenseite bzw. werden von mir dann um 19:12 Uhr an den Tisch gelassen.


Anmerkung meinerseits: Lt. Wettspielordnung sind 15 Minuten Einspielzeit Pflicht. Angesichts der vollen Halle und nicht zuletzt aufgrund der Vorgeschichte, bin ich nicht verpflichtet, Kinder von der Platte zu schicken, damit sich der Gegner eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn in aller Seelenruhe einspielen kann.


Das Schülerspiel wird um 19:40 auf die Tische drei und vier verlagert. Der „Centrecourt“ ist natürlich für das Herrenspiel vorgesehen.

Da ein Spieler von uns (Luo) etwas später kommt, beginnt das Spiel um 19:50 Uhr. Er kann sich im Übrigen nicht mehr einspielen…

Das Herrenspiel beginnt, während das Schülerspiel noch in vollem Gang ist und der Lautstärkepegel demzufolge relativ hoch ist und zweifellos das Herrenspiel etwas beeinträchtigt.


Anmerkung meinerseits: Wie soll ich den kids sagen „jubelt bitte etwas leiser, die Herren spielen gerade“? Vom Zulauf in den letzten Monaten etwas überrollt, werden wir versuchen, in der kommenden Saison Spielbetrieb und Kindertrainingsbetrieb voneinander zu trennen. Ein Zustand wie am Freitag ist zweifellos nicht wünschenswert.


Spielende des Schülerspiels gegen 20:10 Uhr, der Jubel ist am Ende nach dem 6:3 Siegpunkt sehr groß. Danach gehen die meisten nach Hause, ein paar etwas ältere Kids (insbesondere ein paar kids aus Eschersheim) trainieren noch weiter.

Ich selbst gucke noch kurz beim Spiel der Ersten Mannschaft zu, bemerke die etwas aggressive Atmosphäre von Jügesheimer Seite, (so wird z.B. der letzte Spielball bewusst verschossen und während des Spiels bereits lamentiert) und verlasse um 20:20 Uhr beim Spielstand von 4:1 die Halle und bringe die Kinder nach Hause.

Nachdem ich mich am Morgen über den Ausgang des Spiels in click-tt informiere, erhalte ich eine SMS unseres Asiaten Cao Jianjun, der sich auf Englisch sehr enttäuscht über die Aggressivität und das „ugly team“ bzw. seinen „rude opponent“ zeigt. Er habe auf so etwas überhaupt keine Lust und überlege sich, ob er sich solches weiterhin antun solle.


Anmerkung meinerseits: Cao nimmt erst seit gut vier Wochen am Spielbetrieb teil, kann keiner Fliege etwas zuleide tun, ist die Ruhe in Person und musste von mir erst mal erklärt bekommen, wie ein Spiel abläuft und welche Spielregeln es gibt. Er spielt aus Spaß an der Freud, und ist ein super fairer und anständiger aber auch äußerst unerfahrener Spieler. So war ihm anscheinend noch nicht bewusst, dass man im fünften Satz nach dem fünften Punkt noch einmal die Seiten wechselt. Dass man sich bei Netz- oder Kantenbällen entschuldigen sollte, habe ich ihm bereits beigebracht…Bei meinen Spielen hat er dies auch gemacht. Lt. Schiedsrichter auch im Spiel gegen Jügesheim. Vielleicht liegt da eine anspannungsbedingte Wahrnehmungsstörung auf Jügesheimer Seite vor…


Daraufhin rufe ich zwei teilnehmende Spieler an und lasse mich über die Vorfälle aufklären.
Da ich nicht life vor Ort war, schildere ich nun die weiteren Vorfälle aus zweiter Hand:

Lt. Aussage des Schiedsrichters kam es bei knappen Spielverlauf in einem Spiel unseres Spielers Cao Jianjun zu einigen Kanten- oder Netzbällen und es fiel die laut hörbare Beleidigung „Du chinesisches Ochsenfroschgesicht“ (zum Glück für unseren Spieler mangels Deutschkenntnissen unverständlich) woraufhin sich unser Schiedsrichter Beleidigungen dieser Art verbat, allerdings offensichtlich unter Belustigung eines Teils der gegnerischen Mitspieler.


Im weiteren Verlauf der Gesamtbegegnung bzw. als es der Niederlage entgegen ging, wurden Bälle gegen Satzende kampflos verschossen, Störbälle von der anderen Platte mit dem Fuß bewusst weggekickt, und als Krönung des Ganzen, wurde im anderen Teil der Halle noch trainierenden Kindern pädagogisch wertvoll quer durch die Halle zugerufen: „Ihr Scheiß-Kinder, haltet endlich mal die Fresse“. Zum Glück waren die ganz Kleinen Kids zu diesem Zeitpunkt bereits aus der Halle und mussten diese „vorbildliche“ rhetorische Glanzleistung nicht miterleben…


Für all dieses geschilderte Verhalten fehlt mir jegliches Verständnis, denn auch die anderen Spieler bestätigten mir mittlerweile, dass sie selten einen so aggressiv auftretenden Gegner erlebt hätten!

Als unser Interim-Mannschaftsführer um 21:15 Uhr anfragte, ob man denn auf drei Tische überwechseln könne da sich andeutete, dass es wider Erwarten doch ein langer Abend werden würde, wurde dies mit dem Hinweis, man habe ja auch zu spät angefangen (5 Minuten) gar nicht einmal ernsthaft in Erwägung gefasst und sich demonstrativ an den Schiedsrichtertisch gesetzt…


Anmerkung meinerseits: Dies zu Beginn des Spiels bereits abzuklären, wurde offensichtlich vergessen. Vermutlich hätte ich mir das angesichts der aufgeladenen Stimmung gleich geschenkt, nichtsdestotrotz gibt es aber auch andere Beispiele aus der Vorrunde, wo dies kein großes Problem darstellte.


Der Boden war auch nicht rutschiger oder schmutziger als sonst, da habe ich schon weitaus schlimmeres erlebt. Ein richtig nasser Lappen lag bereit, das Problem ist bekannt aber lt. Hausmeister trotz Intervention bei der Stadt nicht zu lösen.

Was die angeblich kleine Spielfläche angeht: Ich kenne genügend andere kleine Hallen, wie z.B. Hausen, Oberrad oder Unterliederbach in denen auch gut Tischtennis gespielt werden kann, ohne dass man sich derart darüber aufregen muss. Zumal beide Mannschaften mit diesen Bedingungen zu kämpfen haben.

Damit man mich richtig versteht: Ich beziehe mich mit meiner Kritik nur auf einige Spieler der gegnerischen Mannschaft (Nummern 1, 3 und 4). Insbesondere die beiden fairen Spieler im hinteren Paarkreuz wurden mit der Bemerkung vernommen, dass dieses unnötig aufgeladene Spiel hoffentlich bald vorbei sei.


Fazit: Unsere Rumpftruppe hat mit dem überraschenden 9:7 Sieg die sportliche Antwort auf von mir noch nicht erlebtes unsportliches Verhalten angesichts der sich abzeichnenden Niederlage gegeben.


Ich gebe zu, dass die Rahmenbedingungen für dieses Spiel eher suboptimal waren. Wenn allerdings einer meiner Mannschaftskameraden persönlich diffamiert wird, unsere Nachwuchsspieler derart rüde angegangen werden und aggressiv agiert wird, hört es bei mir auf! Dass es auch anders geht, hat Jügesheim offensichtlich in Oberrad und Bergen-Enkheim bewiesen. Bei uns war das Auftreten einiger Spieler indiskutabel!

Von mir aus kann Jügesheim in der Bezirksliga nun verschimmeln. Ein solches Verhalten ist einfach nur erbärmlich.

Ein immer noch stinksaurer Kalle


Geändert von Kalle Krawinkel (24.03.2009 um 10:19 Uhr)
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