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Alt 15.02.2003, 13:49
sisu sisu ist offline
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sisu ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Zitat:
Original geschrieben von Bernd Beringer
Ansonsten teile ich Eure Meinung nicht und halte sie sogar für fatal. Zu meinen (wie sisu), die (vielen) Zuschauer, die am Fernsehen eine Sportart wie Skispringen verfolgen, interessieren sich nicht für den Sport, ist geradezu abenteuerlich. Wie kommst Du überhaupt zu so einer verqueren Meinung? Für was sollte sich denn das Millionenpuplikum sonst interessieren - etwa für die schönen Landschaftsbilder?
Da muss ich vehement widersprechen. Du glaubst doch nicht wirkich, dass sich die Zuschauer für die Technik, die Bewegungsabläufe, das Material, die Taktiken in sportlicher Hinsicht interessieren. Viele schauen, wie ich oben schon geschrieben hatte, die Skispring-Übertragungen, weil sie dann am Stammtisch oder sonst wo mitreden können. In meinen Winterferien folgendes Bsp.: Zu der Zeit war mal wieder ein Schanzenspringen. Nachbarn unterhalten sich untereinander, ob UNSER Skiadler es den anderen (Ösis) heute zeigen werden. Über Hannawald und Co. kann man reden, diskutieren, vielleicht sogar bewundern. Die Sportart Skispringen ist doch nur der Aufhänger, man muss hierzu nichts wissen. Der Miteiferungseffekt und mE die Möglichkeit, ohne fachliches Wissen an Diskussionen teilhaben zu können ist der Grund des Zulaufs. Diese Meinung ist nicht abenteurlich, sondern entspricht der Realität. Beim Fußball ähnlich,da kann auch jeder mitreden, ohne überhaut etwas Ahnung haben zu müssen. So fühlt man sich als Teil des ganzen Szenario.

Zitat:
Natürlich spielen da die Stars dieses Sports eine Hauptrolle. Aber das sage ich ja: Mit den Stars und ihrer professionellen Vermarktung gelingt es, Millionen für eine Sportart zu interessieren, die wahrlich nicht einfach auszuüben ist.
Ja, du hast idS natürlich Recht. Wäre Hannawald kein Deutscher, kein Identifizierungsobjekt, gäbe es auch keine Gespräche in der Kneipe über diesen Sport, s.o.

Zitat:
Im Fall Skispringen ist es so, dass der gesamte DSV, also auch die bisher so gehätschelten Skifahrer(innen), mittlerweile von den Geldern der Skispringer "leben".
Und du meinst wirklich beim TT würden die Gelder bis zur Nachwuchsförderung in dem Maße durchdringen, dass sie die ganzen Ärgernisse kompensieren könnten? Das halte ich für sehr, sehr hoffungslos optimistisch.

Zitat:
Hört halt endlich auf, die Erfolge unserer Spitzenleute schlecht zu reden ("die Basis macht den TT-Sport stark, nicht die Elite). Wir dürfen Spitzensport und Breitensport nicht auseinander dividieren.
Das hat mit Schlechtreden gar nichts zu tun. Beim TT, im Gegensatz zum Skispringen, lebt die Begeisterung am Sport nicht nur von den Spitzenleuten. Bei uns im Verein kenne ich keine der Kleinen, die die großen Stars kennen oder sie als Idole anhimmeln. Sie spielen TT, weil es ihnen Spaß macht! Und bei teilweise 30 Kindern im Training kann man sich am Zulauf nun wirklich nicht beklagen. Dieser Zulauf hat nichts mit den Erfolgen von Boll o.ä. zu tun. Um den Nachwuchs zu fördern, bedarf es Trainer, wo wir wieder beim Ehrenamt wären. Zu meinen, man könnte mittelbar durch mehr TV-Präsenz kostenpflichtige Trainer engagieren, um die Betreuung der Kleinen zu gewährleisten, ist schlichtweg Wunschdenken. Dein kapitalistisches Naturgesetz mag vielleicht in der Theorie überzeugen, einen positiven Nährwert für die Praxis kann ich allerdings nicht erkennen.

Fazit:
Selbstverständlich wäre eine bessere Vermarktung in der Öffentlichkeit für den TT-Sport förderlich. Nur rechtfertigt der geringe Nutzen keinesfalls die negativen Folgen dieser meist offentsichtlichen zu kurz gedachten Maßnahmen. Das Ziel sollten nicht die Einnahmen oder die Publcity des Sports sein, sondern das Anpacken der wirklichen Probleme, die aber nicht im Spitzentischtennis zu suchen sind, sondern im Breitensport. Und gerade diese Leute, die sich aus Leidenschaft am Sport engagieren, sollte man nicht verärgern.

Geändert von sisu (16.02.2003 um 18:03 Uhr)
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