Zitat:
Zitat von Tony_Iommi
Die, die sich hier bisher geauessert haben (zumindest die meisten), haben eine klare Vorstellung von der "Wahrheit". Nun, ich gebe zu: das macht vieles einfacher.
Aber trotzdem verstehe ich nicht, wie man so ueberzeugt sein kann. Seit Jahrzehnten ringe ich mit mir, von Zeifeln und Zuversicht gleichermassen geplagt, geht es hin und her*. Fragen ueber Fragen, keine noch so schluessige Antwort passt aber wirklich.
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Es gibt viele Wunder, ich schreibe sie aber nicht einem Gott zu.
Die Schönheit und Anmut der Natur, ebenso wie ihre (in unseren Augen) Grausamkeit. Ein Regentropfen auf einem Blatt, der Morgentau, ein Rehkitz im Kornfeld, ein Gewitter, der Monsun, Blitzschlag, turmholle Wellen auf den Ozeanen, etc. alles Natur, allgegenwärtig, mächtig, gerecht.
Wozu brauche ich einen Gott, die Natur spendet alles was wir brauchen.
Wer nun noch fragen muß wer hat denn die Natur erschaffen macht einen prinzipiellen Fehler, ebensogut müßte dann die Frage gestellt werden, wer hat Gott erschaffen. Die Gottsuche ist nur der Versuch Dinge zu verstehen für die wir noch nicht weit genug sind.
Weshalb wir nicht mehr in der Natur "aufgefangen" sind, hat einzig darin seine Ursache, daß wir uns zu weit von ihr entfernt haben, womit nicht gesagt sein soll, daß eine Rückkehr unmöglich wäre. Der Versuch zu "zivilisieren" (civis) endet immer damit die Bindung und den Boden zu verlieren. Wer für die Natur offen ist dem spendet sie Trost, fängt ihn auf, einzig muß er sich in ihre Regeln einfügen. Die sind einfach, und wir würden sie ohne diese pervertierte Todesangst auch verstehen und leben können.
Wir nehmem uns zu wichtig (me too), unser fatalster Fehler, wir sind nichts im Vergleich zur Natur. Sie bietet uns großzügig alles was wir brauchen und wir bekämpfen sie, was für ein Wunder, daß sie uns gelegentlich unsere Grenzen aufzeigt. Warum sollte es ein Paradies geben, es liegt doch vor unseren Augen, sehen müssen wir es aber selbst. In unserer Verblendung leugnen wir die Wahrheit der Natur, halten uns für "übergeordnet", logisch das wir einen Gott suchen, einen Gott der uns begrenzt. Die "natürlichen" Grenzen haben wir längst überschritten.