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Alt 04.04.2009, 16:44
Max Max ist offline
bin ich.
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Max wurde öfters kritisiert und sein Ruf ist mittlerweile im Minus (Renommeepunkte mindestens -10)
AW: Glaubst du an Gott und an ein Leben nach dem Tod?

@ Waterhouse
Abgesehen, dass Du nicht im geringsten auf mein Argument eingegangen bist, obwohl Du grosszuegig zitiert dachte ich, dass wir hier ehrlich genug sind, um uns hier die Diskussion ueber dieses "Religion-hat-schlimmes-hier-und-da-verursacht"-Gestreite zu ersparen. Ich rede hier nicht vom Eindringen in die Privatssphaere und zwanghafter Auseinandersetzung mit Religion, sondern schlicht um einfach vom Nahebringen einer Religion (das kann auch einfach nur das Bereitstellen von Information sein). Ich finde Parteiwerbung zu gewissen Jahreszeiten wesentlich nerviger als es zur Zeit von den Landeskirchen betrieben wird.

Sehr wenige Atheisten? Klingt so danach als ob Du damit Leute wie Stalin, Mao, Kim Jong Il ausschliessen willst, um die Familie der Atheisten nicht zu sehr zu beschmutzen. Falls das der Fall ist, dann moechte ich sagen, dass es auch nur sehr wenige echte CHristen gibt und schwupp die wupp gibt es keine Kreuzzuege, keine Inquisition etc. mehr. Ich halte gar nichts von irgendwelchen Umdeutungen von Woertern. Ein Atheist ist jemand, der nun einmal nicht an ein omnipotentes, allwissendes, allguetiges Wesen glaubt. Was er sich dann zu seinem Lebensmittelpunkt auswaehlt, macht ihn nicht weniger atheistisch.

Um DIch aufzuklaeren, das Konzept von Himmel und Hoelle ist wesentlich aelter als das Mittelalter. Schon im Alten Testament ist von SHeol die Rede. Ich glaube, Du verwechselt das ganze mit dem Fegefeuer, einer Doktrin, die letztens der Papst mal wieder abgelehnt hat. Moderne Theologen (und das deckt sich auch mit der Bibel, wenn man denn bereit ist aus bildlicher, antiker SPrache mehr zu machen) definieren Himmel eher als die ewige An- bzw. Abwesenheit von Gott. Zu behaupten, dass das ganze kindlich sei, entbehrt jeder Grundlage. Es sind eher die Kinder, die sich erstens selten die Muehe machen den Sinn von Himmel und Hoelle zu erkunden und zweitens damit nicht leben koennen, dass es vielleicht so etwas gibt. Ich wuerde behaupten wollen, dass Gott es schlicht und einfach sehr ernst meint mit unseren Taten, dass er uns ein hohes Mass an Vertrauen und Verantwortung zubilligt und deshalb auch sehr drastisch reagiert. Allerdings gibt es dazu auch unendlich viele Stroemungen in der Kirche, alle mit mehr oder minder guten Argumenten basierend auf Bibelstellen. Stell Dir doch Dein Leben als eines ohne Gott vor, da aendert sich ja wahrscheinlich nicht vielnach dem Tod. Im Gegensatz zum Hier und Jetzt weisst DU aber dann, das Du wirklich was verpasst hast, deshalb spricht die Bibel ja auch vom Klagen derer, die in der Hoelle sind.

DIch mag das vielleicht nicht motivieren, aber Gott ist nicht der Animatuer des Guten. Ich glaube, dass viele hier Gott nicht als strengen Vater, sondern als laxen Grossvater verstehen (wollen). Der Punkt ist nicht so sehr wie Gott sein sollte, wenn es ihn denn gibt, sondern wie er wirklich ist.


@
Motion-Man

Erstens will ich mal behaupten, dass das Christentum realer erscheint als die anderen Religionen, die DU genannt hast und zweitens gebe ich Dir recht, dass alle das Recht haben sollten zu missionieren. Wenn ich nur deswegen Christ bin, weil ich noch nichts von Scientology gehoert habe, dann bin ich sowieso kein Christ, insofern: JA zur Religionsfreiheit.

Wie bereits geschrieben, muss man zwischen solchen Fragen unterscheiden, die die Wissenschaft beantworten kann, beantwortet hat oder beantworten wird und solchen auf die sie keine Antwort geben kann: Als da waeren: Warum gibt es ueberhaup etwas?
Was ist der SInn des Lebens?
WOher komme ich und wohin gehe ich?
Was ist das Gute und das Schoene und gibt es beide wirklich?
All das sind Fragen, die nicht im Rahmen einer echten wissenschaftlichen Theorie beantwortet werden koennen. Auch die Evolution, an die ich auch glaube, hat keine Antwort auf diese Fragen parat, denn Evolution beginnt erst dann zu arbeiten, wenn ein gewisser materieller Rahmen da ist.

Das heisst aber noch lange nicht, dass es unbedingt eines Gottes bedarf. Manche Leute scheinen sich ihrer SAche ja sicherer zu sein als ich...

Ich hoffe, diese ganze God-of-the-gaps-Diskussion findet hier ein Ende.


Niemand zwingt Dich in die Kirche zu gehen, aber als Vater hoert man sich ja auch manchmal die Vorspiele der lieben Kinder an, obwohl es einem in den Ohren wehtut. Da ich nicht glaube, dass Du Angst hast, dass Dich der Zorn Gottes in der Kirche trifft, kannst Du doch trotzdem Deiner Nichte den Gefallen tun. Und wenn es ihre Eltern stoert, warum haben die dann nicht den Mut zu sagen, dass ihre Tochter da nichts zu suchen hat?

Was Taufe betrifft: Ich kenne keinen Menschen, der im Erwachsenenalter nur deswegen in der Kirche bleibt, weil er mal getauft worden ist. Wer halbwegs intelligent ist, hinterfragt das ganze frueher oder spaeter und macht dann eine Entscheidung. In der Gemeinde zu sein und sich mit dem juedisch-christlichen Weltbild auseinanderzusetzen ist wertvoll fuer die Bildung. Viele grossartige Literatur laesst sich leider nur mit gewissen Hintergrundwissen wirklich verstehen und manchmal muss es halt wissen aus der Bibel sein. Wer natuerlich meint, dass man als Angehoeriger einer Weltanschauung nicht mehr mit anderen reden muss, der liegt halt falsch, aber muss ich mich dann mit diesen Menschen auseinandersetzen?
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