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@Bernd Beringer
Optimismus ist was Schönes und man sollte versuchen sich diesen zu bewahren, aber Realismus kann auch was Gutes haben, nämlich dann, wenn er vor Torheit schützt.
Wenn Du von Fakten sprichst im Zusammenhang mit dem Thema dieses Threads, dann mußt Du doch folgende Tatsachen anerkennen:
- Die Regeländerungen, die einzig und allein den Zweck hatten, Tischtennis Mediengerechter zu machen, um auf diesem Weg Popularität zu steigern und den Mitgliederschwund aufzuhalten, haben ihren Zweck verfehlt. Tischtennis ist allenfalls deshalb geringfügig präsenter in den Medien, weil wir zur Zeit einen Star vorzuweisen haben, wie wir ihn noch nie hatten. Das wäre ohne die neuen Regeln nicht anders gewesen. Die Mitgliederzahlen deuten weiterhin nach unten, dagegen ist der Frust bei sehr vielen so groß wie nie.
- Die Präsenz einer Sportart in den Medien wurde noch nie durch Regeländerungen erhöht. Volleyball hat sich genau wie wir prostituiert und damit keinerlei Erfolg gehabt. Curling, Golf und Skispringen haben keine einschneidenden Maßnahmen ergriffen, sondern sie wurden durch eine Welle ins TV gespült, die für mich schwer nachvollziehbar ist, aber sicherlich nicht einfach portierbar sein wird.
So hat beim Golf Bernhard Langer in Deutschland weniger ausrichten können, als jetzt Tiger Woods. Das Thema Erfolge ziehen stimmt hier also nicht. Im Curling waren gar kaum große Leistungen erkennbar, hier handelte es sich um eine kurzfristige Mode, genau wie vor Jahren mal kurzfristig mit American Football.
- Erfolge in der Spitze kommen niemals unten an. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß der mehrfach erwähnte Tennis-Boom bei uns völlig wirkungslos war, weil die Infrastruktur im Verein schlecht war. Alles war auf dem absteigenden Ast, wenig Engagement etc., die Perspektiven fehlten. So konnten Becker+ Graf keine positiven Impulse setzen, auch ich habe damals mit dem Tennis aufgehört und mich für TT entschieden.
Erst viele Jahre später, als Tennis langsam weniger attraktiv wurde, wendete sich in meinem Verein das Blatt. Durch viel Engagement vor Ort, wurde dem Trend entgegen ein erfolgreicher Verein auf die Beine gestellt, der heute zu den stärksten in Hessen zählt. Man sieht, am wichtigsten sind die Bedingungen vor der Haustür, denn die werden wahrgenommen.
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