Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4  
Alt 26.02.2003, 16:34
Benutzerbild von aleol
aleol aleol ist offline
resignierter Besucher
Foren-Stammgast 4000
 
Registriert seit: 28.03.2000
Ort: Oldenburg (wohnen)/ Hude (spielen)
Alter: 51
Beiträge: 4.895
aleol ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Ist wirklichh ne sehr zwiespältige Frage.

Einerseits dreht sich bei mir wirklich der Magen um, wenn ich höre, daß in Deutschland Folter möglich sein soll. (Wobei im vorliegenden Fall wohl "nur" körperliche Gewalt angedroht wurde, was allerdings sicherlich auch schon einen Akt seelischer Gewalt darstellt).

Wenn Gewalt auf Verdächtige ausgeübt wird, kann es sich ja immer noch herausstellen, daß derjenige unschuldig ist, man sollte sich also darüber im klaren sein, daß es jeden treffen könnte.
Aber auch überführte Verbrecher sind Menschen mit Menschenrechten, die nur soweit angestastet werden sollten, wie es unbedingt notwendig ist, um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen.

Ein weiterer Grund für mich Folter als legitim abzulehnen, ist die Verantwortung und auch die Macht, die damit zum einen "der Obrigkeit" und vor allem auch einzelnen Menschen in die Hände gelegt wird.



ABER:
Diese Argumente sind meiner Meinung nach vernünftig und absolut sinnvoll - solange man das ganze objektiv betrachten kann.

Wenn man sich allerdings in die Lage der Eltern eines entführten Kindes versetzt, ist es schon schwer zu verstehen, warum die körperliche Unversehrtheit eines eventuell bereits überführten Entführers so hoch eingeschätzt wird, daß die Androhung und die Ausübung von Gewalt, um das Leben eines unschuldigen Kindes zu retten, nicht in Erwägung gezogen werden darf.




Ich bin auf jeden Fall weiterhin gegen jede Legitimation von Folter, möchte aber ehrlich gesagt auch nicht derjenige sein, der diese Einstellung gegenüber Eltern in einem solchen Fall verteidigen muß.
Es ist auf jeden Fall keine so simple Frage wie es sich auf den ersten Blick darstellt.
Mit Zitat antworten