Hier wird dermaßen viel heiße Stammtisch-Luft verbreitet, daß manche die Tatsachen nicht sehen (wollen).
Einfach mal ein paar Punkte zum sacken lassen:
-Die Buddhas hat nicht der Klinsmann mitgebracht, die hat ein Innenarchitekt beim neuen Trainings- bzw. Leistungszentrum eingebaut.
-Die schlechten Leistungen wurden (bis auf wenige Spieler) genau von der Mannschaft erzielt, die letzte Saison mit 10 Punkten Vorsprung Meister wurden.
-Klinsmann ist in seiner ersten Station als Vereinstrainer gescheitert, er hätte vielleicht diesen Job von der Pieke auf lernen sollen oder zumindest eine Erfahrung als Vereinstrainer haben sollen. Bayern als erste Station ist eben recht happig. Ich bin mir sicher, er hat manche Probleme unterschätzt (sowohl was die fehlende Kaderqualität als auch das mediale Störfeuer betrifft) und war wohl der Meinung, als Bayern-Trainer wird man "wie von selbst Meister".
-Die "mannschaftsinternen Probleme" hat er nicht lösen können und dabei einige schwerwiegende Fehler, wohl aus mangelnder Erfahrung und unter Leistungsdruck heraus, gemacht:
1. Das Hick-Hack bei Beginn der Saison. Es wird van Bommel zum Kapitän bestimmt, der anschließend als "untauglich" für das neue System betitelt wird, später aber wieder als "umheimlich wertvoll" im alten Spielsystem rehabiliertiert wird. Die Resonanz beim Spieler und innerhalb der Mannschaft kann man sich vorstellen...
2. Keine konsequente Personalpolitik. Bestimmte Fälle und Handlungen, in welchen er diese Konsequenz zeigte, stellten sich als Fehler heraus, neben der Degradierung van Bommels der "Leihkauf" Donovans, die Aussortierung aus dem Kader von Podolski, das Festhalten an Lell und Ottl, welche beide sicher bundesligataugliche Spieler aber nicht gut genug für den FC Bayern sind, die Demütigung von Rensing MITTEN in der Saison vor dem wichtigsten Spiel des Jahres.
3. Taktische Fehler. Er traf auf einen Kader, der seine Vorstellungen von Fußball gar nicht umsetzen konnte. Das sind teilweise gar keine Qualitäts-Gründe (im Fall von Lahm, Lucio, Ribery, Toni und Klose), sondern schlicht und ergreifend die Tatsache, daß der FC Bayern viele Spieler im Kader hat, welche dieses geforderte, schnelle Spiel mit wenigen Ballstaffeten, gar nicht umsetzen können als Spielertyp: Demichellis, Oddo, Bommel, Schweinsteiger, Sosa, Borowski, Lell, Ottl.
Zudem sortierte er ausgerechnet zwei Spieler aus, welche dabei ganz sicher eher in der Lage gewesen wären (Kroos und Podolski).
Inkonsequent rückte er von der eigenen Vorgabe ab.
4. Fehler im Umgang mit dem Umfeld: Unverständlich eigentlich, da Klinsmann als ehemaliger Spieler des FC Bayern den Verein und die Ansprüche kennt.
Sätze wie "Ich habe in der Zeit viel von Uli Hoeneß gelernt" machen ihn als Trainer öffentlich unglaubwürdig. Ein Trainer beim FC Bayern hat fußballtechnisch nichts von einem Manager zu lernen.
Es sind sicher einige Dinge nicht Klinsmanns Schuld, die beim FC Bayern diese Saison falsch laufen, beispielsweise wurde die Qualität des Kaders auch durch die Vereinsführung maßlos überschätzt, dennoch ist diese Truppe gut genug um Meister zu werden und vor allem deutlich bessere Leistungen zu zeigen.
Ich errinnere an die Phase im vergangenen Spätsommer/Herbst, da wurden die Bayern als "national eine Klasse für sich" betitelt....
Uli Hoeneß hat sehr lange (zu lange) an Klinsmann festgehalten und ihm den Rücken gestärkt, aber irgendwann mußte die Vereinsführung die Reißleine ziehen. Dieser Zeitpunkt ist nunmal beim FC Bayern erreicht, wenn die erwarteten Ergebnisse ausbleiben, von daher wußte jeder in München, daß Klinsmann auf Bewährung arbeitet. C´est la vie....