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AW: WM 2009 in Yokohama
Wir sollen die suboptimale Darbietung von Muzutani gegen Chen Qi bitte objektiv betrachten, vor allem unter Beruecksichtigung zweier Tatsachen:
1. Chen Qi spielt relativ gut gegen Linkshaender, Mizutani dagegen ziemlich schlecht - was er selbst auch schon immer gesagt hat. Typischerweise wird ein Links-Links-Duell ueber die Rueckhand-Diagonale entschieden, so auch heute: Chen Qi war da sicherer, und konnte meist als Erster in die Parallele wechseln.
2. Mizutani hatte vorgestern vier Einsaetze und gestern nochmals vier Einsatze (Chen Qi hat im Gegensatz zu ihm kein Mixed gespielt) - ich war eigentlich erstaunt, dass er nicht schon eher konditionell eingebrochen war, zumal die Athletik nie seine Staerke gewesen ist. Noch schlimmer: Der Kopf wird noch schneller muede als der Koerper, und fuer jemanden wie Mizutani, dessen Spiel von Ideen lebt, ist das toedlich. (Wir erinnern uns daran, wie Ovtcharov nach seinem Olympia-Aus gegen Ko Lai Chak sagte: "Ich war noch fit, aber mein Kopf war leer.")
Gerade weil er in allen drei Wettbewerben relativ weit kommen war, hatte Mizutani die entsprechende Belastung zu bewaeltigen. Das ist ein Problem, das die Spitzen-Chinesen gut kennen (Ma Lin, Wang Liqin und Guo Yue kamen bei den letzten WM in allen drei Wettbewerben ins Finale geblieben - und mussten jeweils 20 Einsaetze leisten): Die Huerde steigt ueberpropotional zum Erfolg - mental offensichtlich, aber physisch genau so. Es sind schon ausserordentliche Qualitaeten notwendig, damit man nicht Opfer seiner eigenen Leistung wird.
Immer wieder ein Match gegen einen Weltspitzen-Spieler zu gewinnen, ist eine Sache. Aber um selbst Weltspitzen-Spieler zu sein, bedarf es wesentlich mehr.
Geändert von henrypijames (02.05.2009 um 18:48 Uhr)
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