Mit ca. 18 Jahren habe ich mit TT angefangen und dann war ich gute 10 Jahre als Allrounder unterwegs. Und dann vor 8 Jahren langsam auf Abwehr umgestellt (damals noch in der Kreisklasse B).
Naja, waehrend eines Trainings ging mein Schlaeger zu Bruch und ich musste notgedrungen auf ein Exemplar zurueckgreifen, dass wohl damals schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und eigentlich nur wenig mit einem Wettkampfschlaeger gemeinsam hatte. Auf der einen Seite war nur noch der blaue Schwamm (mit krater-aehnlichen Loechern) vorhanden, auf der anderen waren gift-gruene kurze Noppen.
Tja, und damit hatte ich mich hinten reingestellt und die Dinger zurueckgehackt - an jenem Abend zwar nur mit maessigem Erfolg, aber durchaus achtlich aus der Affaere gezogen. Einige Wochen spaeter - wieder mit regulaerem Spielmaterial in den Griffeln - meine ein Kollege zu mir: "Du koenntest doch eigentlich auch 'richtig' abwehren, so wie Du spielst." Ich hatte damals den BTY Challenger Attack auf der RH und habe damit immer wieder mal einen auf Abwehrer gemacht. Naja, und da dachte ich mir dann :"Recht hat er!".
Denn Entschluss sollte ich noch viele Male zwischenzeitlich bereuen. Heute aber, tue ich das ganz bestimmt nicht mehr.
Fakt ist, wenn man ernsthaft auf Abwehr umsteigen will, hat man einen langen, steinigen Weg vor sich. Geblendet von Enfangserfolgen und der Euphorie, getragen durch die Unbekuemmertheit die so ein Wechsel nach sich zieht (man hat ja nix zu verlieren, schliesslich hat man ja gerade erst umgestellt und da kann man noch nicht allzu viel erwarten), luegt man sich als "Abwehr-Anfaenger" oft selbst in die Tasche. Sehr schnell kommt dann irgendwann die Ernuechterung, gerade dann, wenn man sich spielerisch zwar weiterentwickelt, damit einhergehend aber auch immer bessere Gegner bekommt. Zwischendurch hatte ich dann immer wieder die Sache ueber den haufen geworfen. Dann wollte ich wieder "normal" spielen - dann wieder nicht, und so weiter und so fort. Parallel dazu kam dann noch ein Vereins- und Spielklassenwechsel (in die Landesliga). Im hinteren Paarkreuz konnte ich damit noch halbwegs ueber die Runden kommen, dann ab Mitte aber, wurd's sehr schwierig.
Zurueckblickend muss ich sagen, dass ich viele Sachen falsch gemacht habe. Im Besonderen die staendige Wechslerei des Materials (lieber die Noppe, nee, doch lieber die da...etc.). Und ausserdem war ich auch auf mich alleine gestellt. Ich hatte keinen Trainer, der mich aus- und weiterbilden konnte. Es gab zwar hehre Versuche diesbezueglich: so hatte damals der Herr Podpinka eine Umrandung hinter mir aufgestellt, 1.5m vom Tisch entfernt. "Tischnahe Abwehr, so wie Ding Song"


...das solle ich spielen, meinte er.
Mir ist bis heute nicht klar, was der Scheiss sollte. Wenn ich 1.5m vom Tisch entfernt stehe, dann blocke ich oder mach sonst 'was mit dem Ball. Ja gut, auf einen sehr langsamen Topspin mit viel Drall....aber als "Standard-Variante"?
Egal, langer Rede - kurzer Sinn: wenn man vernuenftig Abwehr spielen will, muss man sich darueber im klaren sein, dass man wesentlich mehr arbeiten muss. Und dass es sehr lange dauert, bis man die Sache im Griff hat.
Das A und O sind die Beine, da kann mir jeder was von "Material", "Handgelenk-Einsatz" und was weiss ich was erzaehlen. Richtig zum Ball stehen, Arsch runter, nach geschlagenem Ball wieder eine neutrale Position einnehmen (und nicht wie ich dem Ball hinterherglotzen und gucken was passiert..

), in den Ball "abtauchen", nicht mit dem Arm nach oben "abschwingen"...und noch ein paar andere Dinge, das sind meiner Meinung nach die elemetaren Kriterien. Und nicht, ob es nun der Curl oder der Feint sein soll. Darueber kann man sich dann spaeter mal den Kopf zerbrechen.