Nicht böse werden
Ich finde es genausowenig ok wenn ein Spieler das Spiel absichtlich verzögert um einen Vorteil gegenüber seinem Gegner zu erlangen. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn der Gegner sich dadurch provoziert oder in seinem Spielfluss gestört fühlt.
Das war in keinem einzigen von mir gesehenen Spiel bei dieser WM der Fall. Die Spieler bereiteten sich ganz normal auf ihren Aufschlag vor oder wischten sich den Schweiß ab. Gewisse Rituale vor dem Aufschlag hat jeder Spieler, das gehört zum "Kopfsport" Tischtennis (zu dem auch psychologische Gefechte gehören) und stört wirklich niemanden. Ein Spieler braucht Zeit, seine Aufschläge und Ballwechsel zu planen. Nicht umsonst nennt Timo Boll Tischtennis "High-speed Schach".
Die ständige Ermahnerei wie sie bei dieser WM der Normalfall war, habe ich zuvor nie beobachten können.
Ich vermute deshalb, dass dieser Zeitdruck durch Terminpläne entsteht, die von den Medien vorgegeben werden. Warum sonst "we have not much time" (im Finale, in dem glücklicherweise sonst kaum ermahnt wurde) und das ständige "please play" (vor allem bei Ma Long - Maze)? Gegen eine Ermahnung im berechtigten Fall hat niemand was, aber muss das nach jedem Ballwechsel sein?
Mich würde das als Spieler extrem nerven, und so ging es auch einigen Profis auf dieser WM. Vor allem in der Endrunde muss das absolut nicht sein.
Schau dir die Spiele an, dann verstehst du vllt. was ich meine. Wenn nicht, dann sind wir in diesem Punkt anderer Meinung, womit ich absolut kein Problem habe