Wo ist der Widerspruch? Toluol und Benzol sind vom Markt verschwunden, weil die noch zulässigen Konzentrationen keine technologische Wirkung mehr haben und höhere Konzentrationen verboten sind. Beim Frischkleben geht man z.B. von mehreren Gramm Lösungsmittel pro Klebevorgang aus. Der Lösungsmittelanteil in Frischklebern liegt weit über 90%. Der Anteil in Baumarktprodukten (Klebern, Farben Lacken) dürfte zwar tiefer, jedoch weit über dem Grenzwert gelegen haben. Das müsste man im Einzelfall erfragen.
Daher kann man die erlaubte Konzentration mit einem Verbot gleichsetzen. Sämtliche Anbieter haben Benzol und Toluol umgehend ersetzt.
Ein Anteil von 90% Toluol oder Benzol, wie in den verbotenen Frischklebern üblich, ist ohne jeden Zweifel toxisch. Und das nicht nur in kleinen Räumen, sondern auch wegen des Einatmens beim mehrfach wiederholten Klebevorgang.
Cyclohexan als Bestandteil der seinerzeit erlaubten mindergiftigen Kleber stellt beim Kleben im Freien keine Gefahr dar. Beim Kleben in Umkleiden hingegen ist der Sicherheitsabstand zu gering. Schließlich geht die Studie von Durchschnittswerten aus. In der Praxis klebten auch schon mal 10 Spieler gleichzeitig. Außerdem werden Langzeitfolgen kontrovers diskutiert. Es hat sich kaum jemand an das Klebeverbot in Räumen gehalten. Mit preisgünstigen Geräten sind hoch toxische und mindergiftige VOC´s nicht zu unterscheiden. Es drohten zudem mögliche Schadenersatzforderungen. Daher entschied sich die ITTF für ein Verbot.
Die EU wird aus Gründen der Umweltbelastung die Verwendung mindergiftiger VOC´s weiter einschränken.
Sicherlich mag der ein oder anderen Funktionär eine Verlangsamung des Spiels im Auge gehabt haben. Das ändert jedoch nichts an der geschilderten Problematik.
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Wenn Du was ändern willst und sinnvolle Vorschläge hast, solltest Du dich an den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe "Kleben" wenden:
Federico.Lineros@casa.eads.net