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gie hat hier ein Thema angeschnitten, dass hier im Thread eines Regionalverbandes bereits heiß diskutiert wurde.
Ein offensichtlicher Experte hat hier unter dem Pseudonym "Spatzenhirn" folgende Meinungen vertreten:
" Ein TT-Internat ist für alle Beteiligten eine Mehrbelastung!
..... Wenn Ihr die Kinder nur stark machen wollt, ist Internat der falsche Weg. Die besten Nachwuchskräfte L.Stumper, D.Ovtcharov, P.Baum, G.+M.Rohr wurden daheim von ihren Vätern aufgebaut.
Kernfrage: Wer außer dem Vater hat aufrichtiges Interesse daran, daß das Kind stark wird???
"Der Trainer!" Ja, aber ihm ist egal, ob das Kind Müller, Maier oder Schulz heißt. Deshalb herrscht im Internat meist "Einheitsbrei", bzw. "Trainerliebling" (aus welchem Grund auch immer) wird bevorzugt gefördert, die Anderen bleiben auf der Strecke. Selbst T.Boll wäre im Internat abgestumpft, das Klima ist zu roh, nichts für Sentimentale. Ausnahmen wie V.Samsonow oder auch Ch.Süß bestätigen die Regel - genau so gibt es aber andersherum A.Balduf (immerhin amtierende RL-Erste und Meisterin) zur Mahnung, wie es schnell umkippen kann.
Alle Internatkinder haben ähnlich Scheidungskindern psychische Defizite, früher oder später, mehr oder weniger
....
Ideal ist folgendes:
1. Du als Vater hast früher möglichst selbst 1.Liga gespielt. Du hast viel Zeit. Hast zu Hause `ne Platte und kannst mit DEINEM Kind täglich a) kontinuierlich auf das Kind zugeschnitten, b) entsprechend dem Befinden des Kindes und c) UNABHÄNGIG trainieren. Kannst jede Übung auch selbst spielen.
So haben es Rudi Stumper und Michail Ovtcharow gemacht.
2. Du hast viel Kohle. Kannst locker und jederzeit einen Spitzentrainer + Spitzenzuspieler für DEIN Kind bereitstellen und wie in Punkt 1 opperieren lassen.
So hat es Herr Rohr gemacht.
Deine Variante ist die Drittbeste. Sie kommt nur in Frage, wenn die Voraussetzungen von Punkt 1 u. 2 nicht gegeben sind. In ihr lauern viele Gefahren, gleichwohl gibt es sogar Vorteile: da überwiegend mit Gleichaltrigen trainiert wird, macht es dem Kind manchmal mehr Spaß als dauernd daheim bei Pappa. Dafür lernt es dann halt weniger. Ganz wichtig: Die Dreiecksbeziehung Trainer/Spieler/Elternhaus muß ständig sorgsam gepflegt werden.
Bestes Beispiel für eine ideale und extrem erfolgreiche "Dreiecksbeziehung" sind Helmut Hampel, Timo Boll und dessen Eltern. Aber das ist äußerst selten.
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Ch. Süß war das "Ziehkind" der von mir hochgeschätzten Eva Jeler.
Sie erkannte sofort sein außergewöhnliches Talent, schnitt die Trainingsprogramme total auf ihn zu. Er war (und ist noch heute) ihr absoluter "Liebling" - verständlicherweise.
Sie hat alles richtig gemacht.
Machen wir uns nichts vor: Noch nie hat ein Trainer GLEICHZEITIG mehrere Talente zur absoluten Spitze geführt.
Jeder Trainer hat sein eigenes Programm, seine "Handschrift", seine Individualität - und eben SEINE Lieblinge. Das ist nur allzu menschlich aber leider ein Tabu-Thema (auch deshalb "Spatzenhirn") Mit ständigen hochwertigen aber wechselnden Lehrgängen allein, ohne EINE Trainerhand über viele Jahre, kommt man kaum nach oben.
Auch die Spitzentrainer sind nur Menschen, unterliegen verschiedenen Auffassungen (vgl. z.B. Beitrag "Überflüssiges Stretchen"). Hand auf`s Herz : (fast) jede(r) von ihnen ist überzeugt, der/die Beste zu sein. Selbstbewußtsein ist im Individualsport TT auch unabdingbar! Und das gilt genau so für die Talente. "
Geändert von D.G. (06.03.2003 um 23:05 Uhr)
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