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@ Dragonspin
Da hast Du natürlich Recht. Abwehrspieler sind weit in der Unterzahl und sind deswegen schon statistisch benachteiligt. Es gibt einfach mehr Angreifer, deswegen holt zumeist auch ein Angreifer den jeweiligen Titel. Auf der anderen Seite wird gerade in Tischtennisnationen wie China sehr viel Wert darauf gelegt, die unterschiedlichen Spielsysteme zu fördern ( nicht nur Abwehr, auch Penholder wird dort trotz der vermeindlichen Unterlegenheot gegenüber dem Shakehandgriff gefördert ). Dennoch: Auch in China besteht die Spitze in der überwiegenden Zahl aus Shakehandangreifern.
Wenn man aber mal weiterfragt, warum das so ist, dann gibt es m. E. nur eine Antwort: Das Shakehandangriffssystem ist das ausgereifteste und schwachstellenärmste Spielsystem, das es zur Zeit gibt. Ausserdem ist es am leichtesten zu lehren und zu lernen, weil es sehr viele Trainingsmöglichkeiten gibt. Wenn ein anderes System erfolgreicher sein könnte, würden die grossen Tischtennisnationen und Verbände es doch in der Breite einführen und forcieren! Es würde sich m. E. sogar mit der Zeit ganz von selbst durchsetzen, einfach weil der ERfolg die meisten Spieler zu einer Umstellung anreizen würde.
Sicher gibt es Leute, die mit langen Noppen und Abwehr erfolgreich auch auf höchstem Level umgehen könen. Dies sind aber Einzelkönner- und fälle.
Es ist sicherlich gut, Abwehrspieler zu fördern und den Leuten, die den Wunsch nach Abwehrspiel haben, dies zu ermöglichen. Einen Abwehrspieler in den Mittelpunkt einer Trainingsgruppe zu stellen, halte ich aber für unangebracht. Abwehr ist und bleibt ein sterbendes System, das aufgrund der Verbesserung des Angriffsspiels keine Chance mehr hat. Würde ein Eberhard Schöler heute auf einer DM noch unter die letzten 8 kommen? Hätte er eine Chance auf einen Vize-WM Titel? Ich wage das - Schölers Leistung in Ehren - zu bezweifeln.
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Gazelle 2.0
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