|
AW: WM 2009 in Yokohama
Chinesische Nationalspieler fuehren ein Internat-Leben das ganze Jahr herum - sofern sie nicht zu Wettkaempfen unterwegs sind. Ihr Unterkunft ist in unmittelbarer Naehe der Trainingshalle, ihr Essen wird ihnen in der Kantine serviert. All die Zeit, die dadurch gespart wird, kann fuers Training verwendet werden. Chinesische A-Kader-Nationalspieler sind weniger als zwei Wochen (manchmal weniger als eine Woche) pro Jahr zu Hause - nur die wenigsten Europaer sind bereit, ihr Leben dem Sport zu einem solch hohen Grad unterzuordnen.
So viel zur persoenlichen Einstellung, dazu kommt die Versorgung (im weiteren Sinne) - Militaer-Strategen sagen, Kriege werden weniger durch Gefechte und mehr durch Versorgung entschieden. Die chinesische Nationalmannschaft hat ein viel groesseres Budget als jede Konkurrenz - und damit mehr Einrichtungen, mehr Trainer, mehr technische Analysten, usw. Die meisten Leute haben keine Ahnung, welchen immensen Aufwand - finanziell wie auch personell - hinter der Kulissen betrieben wird. (Vgl. dazu meine Kolumne in tt 2007-06 ueber die Logistik des chinesischen WM-Teams in Zagreb.)
Das chinesisches TT hat eine riesige Reserve-Truppe - ueber eintausend Vollzeit-TT-Spieler(innen), vermutlich mehr als der Rest der Welt zusammen. Die einzelne Provinzen bekommen genug Sportfoederungsmittel, um ihre eigene Mannschaften zu unterhalten. Selbst Spieler, die nicht in die Spitze schaffen, haben es viel leichter mit ihren zweiten Karriere als Ex-Profis aus anderen Sportarten, weil guter TT-Spieler immer gefragt sind - u. a. um Ruhm und Ehre fuer ihre Arbeitgeber im Betriebssport zu gewinnen.
Geändert von henrypijames (18.05.2009 um 13:56 Uhr)
|