Hallo,
da ich über die Suchfunktion keine Treffer erzielt habe, gehe ich mal davon aus, dass dies der erste Testbericht für den DONIC Alligator DEF wird (falls nicht bitte verschieben).
Ausgangssituation:
Ich bewege mich in den Niederungen unseres Sports. Relativ gefährlich mit Aufschlägen, bei denen ich mir das Material zunutze mache. Vorhand sehr topspinlastig, kann dort aber auch gut blocken. Rückhand eine einzige Katastrophe, da ich nie gelernt habe, einen Rückhandtopspin zu ziehen, immer extrem schnittanfällig auf dieser Seite war und über die Rückhand keinen Einfluss auf das Spiel nehmen konnte.
Dann bin ich auf Material umgestiegen, was zumindest meine Schwächen auf der Rückhand kaschiert hat und mir einige Vorteile auf der Rückhandseite gebracht hat (damals: Holz - Butterfly Primorac Off-, Vorhand - Butterfly Sriver FX ~2,0, Rückhand - TSP Curl P3 alpha R). Das ging auf der Rückhand zwar alles sehr schön zum Blocken und Stören, aber einen wirklichen Einfluß auf das Spiel hatte ich auf der Rückhandseite immer noch nicht.
Also - einfach mal etwas neues ausprobieren: Neue Kombination - Holz: Butterfly Primorac Off-, VH: Butterfly Tackiness D ~2,0, Rückhand: DONIC Alligator DEF 0,5.
Erster Eindruck des Alligator:
Sehr dünne, weiche Noppen, die extrem schnell umknicken. Der Belag ist nicht allzu griffig, was mir ganz neue Möglichkeiten eröffnet hat. War ich bislang immer darauf bedacht, mit der Rückhand den Gegner auszublocken oder Flatterbälle zu legen, in der Hoffnung, dass der Angriffsball des Kontrahenten am Tisch vorbeifliegt, kann ich jetzt Eigeninitiative ergreifen.
Flips, Konterbälle mit der Rückhand laufen auf einmal

Der Belag ist für mich sehr gut zu kontrollieren. Bei langen Bällen in meine Rückhand - einfach mal voll dagegenhalten - verblüffendes Ergebnis. Obwohl der Belag ein DEF im Namen trägt, läßt sich mit ihm offensiv sehr viel machen

Wo ich früher zaghaft versuchte, den Ball "rüberzuspielen" kann ich jetzt auch selbst Druck über die Rückhand ausüben.
Aufschlagannahme: Früher eines meiner Hauptprobleme

Der Alligator ist sehr schnittunempfindlich. Lange schnelle Aufschläge in die Rückhand haben ihren Schrecken verloren, da man sie sehr schön kontern kann. Der Alligator verzeiht sehr viel.
Blocken: Mti dem Curl war ich es gewohnt, die Rückhand einfach nur "hinzuhalten", den Rest machte meistens der Störeffekt. Der Alligator bietet mir etwas mehr. Entweder einen wirklichen Blockball, der nicht sehr angenehm für den Angreifer kommt oder, falls der Topspin nicht extrem hart gezogen wird, den Ball von oben "abstechen", was eine ungemein eklige Flugkurve mit sich bringt und meistens verhindert, dass der Gegner noch einen Topsin nachzieht (ja ich weiß, dass es keine "Flatterbälle" gibt, aber ich kann es nicht anders beschreiben).
Schupfduelle: Gar nicht mehr lang darauf einlassen. Der Alligator bietet mir die Möglichkeit, mit einem Druckschupf in die Ecken einen Spielzug eröffnen, läßt mir aber gleichzeitig die Variante eines Flips oder auch eines langen harten Balles.
Hinterm Tisch: Dieses Spiel habe ich nie gelernt, wollte es mit dem neuen Belag aber einfach mal ausprobieren. Ich war begeistert. Auch hinter dem Tisch bietet der Alligator noch extrem viel Kontrolle. Laut Beschreibung von DONIC bietet der Alligator zwar nur eine mäßige Schnittentwicklung hinter dem Tisch, aber wenn man ein bischen mit dem Belag spielt, lassen sich da ein paar ganz nette Sachen zaubern.
Negativ: Der Abstand vom unteren Belagrand bis zur ersten unteren Noppe ist sehr groß. Wer dazu neigt, stark zu schwitzen, sollte den Belag so aufkleben, dass der untere Rand so schmal wie möglich bleibt, da ansonsten ein ständiges Rutschen des Fingers auf dem Belag die Folge ist. Ich habe es leider zu spät gemerkt und werde mir daher ein neues Exemplar zulegen und anders zuschneiden.
Fazit: Der DONIC Alligator DEF ist trotz seines Namens ein sehr guter Allround Lange-Noppen-Belag, den ich auch guten Gewissens jedem Umsteiger empfehlen würde. Er verzeiht Fehler, läßt sich sehr sicher spielen und bietet auch in der Offensive mehr als genug Möglichkeiten. Wer Rückhand offensiv spielen kann, aber extrem schnittanfällig ist, sollte dieses "Reptil" einmal ausprobieren.
So, ich hoffe, ich konnte jetzt einigermaßen erschöpfend Auskunft über diesen Belag geben (aus meiner Sicht), bei Fragen schreibe ich gerne mehr.
regs nevada