Hallo Sportfreunde,
kurz zu meiner Person, damit ihr meine Aussagen auch einordnen könnt. Spieler beim SV Stahl Coswig, Mitglied der Spielkommission Meißen.
Ich sehe das ganze durch zwei Brillen. Einmal die Vereinsbrille mit den Bedürfnissen meines Vereines, meiner Mannschaft und meinen eigenen und durch die zweite Brille, nämlich die des TT-KVM (Tischtenniskreisverband Meißen).
Ich möchte zunächst festhalten, dass sicherlich einstimmig zum Bezirkstag im Februar (?) die Organisation der Staffeln nach Stärke beschlossen wurde. Dem lässt sich soweit auch kein Gegenargument zuordnen.
Es folgte ein erster Vorschlag, wie die geschehen sollte (im März glaube ich war das). Aus meinen beiden Sichten heraus, war da auch nichts gegen einzuwänden, weshalb sich wohl auch niemand aktiv für diesen Vorschlag ausgesprochen hat, sondern diesen durch Wortenthaltung akzeptiert hat - er war ja ok.
Der Knackpunkt war dann jedoch die Vorbereitungsphase, d.h. die Zeit, als es die eigentliche vorläufige Staffeleinteilung gab. Denn - und das ist essentiell - diese vorläufige Staffeleinteilung hatte mit dem ersten Vorschlag aus meinen beiden Sichten keinerlei Gemeinsamkeiten.
Dass keine Gemeinsamkeiten vorhanden waren, ist noch nichtmal weiter schlimm. Jedoch habe ich mir einfach Gedanken gemacht und mir mal angeschaut, was diese Einteilung für meinen Verein, meine Mannschaft und mich persönlich bedeutet. Ich möchte es nur zusammenfassen und es auf den Punkt bringen:
- im Jahr 2008 fuhren wir ca. 800 km zu Punktspielen
- in der Saison 2009/10 sollen es ca. 1.800 km sein (Stand 5 Meißner Vereine und 5 Mittelsachsen)
Eine unvermeidbare Fragen kamen auf: Wieso das plötzlich? Warum muss ich nun so weit fahren? Tragen andere Vereine auch zu der Neuorganisation bei?
An dieser Stelle möchte ich vorweg nehmen, dass mein Verein, meine Mannschaft und ich durchaus bereit sind, die ein oder andere etwas weitere Strecke auf uns zu nehmen - vorausgesetzt, es ist insgesamt halbwegs gleichmäßig verteilt. Dem war aus meiner Sicht aber nicht so. Es gab eine reine Dresdner Staffel, es gab zwei etwas ländlichere Staffeln (die schon etwas mehr Wegstrecke hatten als die Dresdner) und es gab die sehr weit verstreute, wo wir drin waren.
Die Kosten für die Neuorganisation tragen dem zu Folge eine Hand voll Vereine/Mannschaften, was ich nicht gut und fair finde.
Die Alternative Kopplungsspiele ist aus meiner Sicht nicht zielführend. Einerseits würde ein staffelübergreifender Leistungsvergleich fehlschlagen, da innerhalb der Staffeln verschiedene Voraussetzungen vorhanden wären (Staffeln, in denen Kopplungsspiele stattfinden und Staffeln, in denen das nicht der Fall ist). Und sehen wir es einmal objektiv: 1. Spiel 10 Uhr, 2. Spiel 15 Uhr gegen eine taufrische Mannschaft... meine persönliche Erfahrung sagt mir, dass das zweite Spiel weniger erfolgversprechend sein würde. Durchaus kann dies jemand anders sehen und vielleicht bin ich auch schon in einem doch fortgeschrittenen Alter, in dem ich nicht mehr so fit bin, wie ich es gern hätte.
Nochmal zurück zu meinen beiden Sichten. Nun haben wir in Meißen oft das Problem, dass der Aufstiegsberechtigte aus dem Kreis nicht aufsteigen will, wegen weiter Fahrstrecken o.ä.. Jetzt wird ein Großteil sagen "Ok, wenn er nicht will, soll er nicht aufsteigen - fertig. Wo ist das Problem?" Es ist kein Problem, da gebe ich durchaus Recht. Jedoch ist es unter anderem meine Aufgabe, den Kreis Meißen sportlich betrachtet voranzutreiben - zumindest ist das irgendwo auch mein persönlicher Anspruch ein paar Meißner Vereine auf Bezirksebene zu sehen. Ich kann den Vereinen nicht die Leistung geben, um aufzusteigen, ich kann aber durchaus versuchen, die Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden bei Seite zu räumen.
Ich habe mich wirklich gefreut, dass die SG Miltitz ihr Aufstiegsrecht wahrgenommen hat. Also der Lommatzscher SV mit seiner 2. Mannschaft ebenfalls ein direktes Aufstiegsrecht erhielt, habe ich mich nochmals gefreut.
Umso ärgerlicher war es für mich zu erfahren, dass Lommatzsch nach Bekanntwerden der vorläufigen Staffeleinteilung doch nicht aufsteigen will. Zweierlei Gründe: einerseits Personal und andererseits die dadurch entstandendenen Fahrtwege.
Der TTV '73 Großenhain hat ebenfalls Personalabgang zu verbuchen... und dann war da noch die neue Staffeleinteilung mit erheblichen KM-Mehraufwand.
Im Ergebnis sind zwei Rückzüge zu verbuchen (bisher), deren Begründungen sich unter anderem auf den Mehraufwand stützen (nicht ausschließlich, aber anteilig). Ich habe also mit den restlichen Meißner Vereinen den Kontakt gesucht. Das Ergebnis sah wie folgt aus:
- Coswig: zieht in Erwägung zurückzuziehen, da nicht bereit den Mehraufwand allein zu tragen; weiterhin spielen weitere persönliche/berufliche Aspekte eine Rolle, die jedoch meiner Meinung nach nicht hierher gehören und als KO-Kriterium genannt werden sollten
- Diera: ich erhielt eine Antwort, die der von meinem Verein/Mannschaft zu 99% glich
- Miltitz: ich habe keine konkrete Antwort erhalten
Ich verfasste dem zu Folge eine E-Mail an den STTV, mit entsprechender Argumentation, dass die vorläufige Staffeleinteilung zu überdenken/überarbeiten sei. Es besteht die Gefahr, dass die 1. Kreisliga insgesamt 6 Mannschaften aufnehmen muss, was sie nicht verkraftet. Demnach geht die Neuorganisation zu Lasten des TT-KVM. So sehe ich das, als Vertreter des TT-KVM, ohne eine Wertung vorzunehmen. Zur Info: 1. Kreisliga Meißen besteht aus 12 Mannschaften im 4er-System (4er-System deshalb, weil es die Mehrheit der 20 Vereine im Kreis Meißen so möchte und wir unsere Vereine mitbestimmen lassen, sofern es uns im Rahmen des Möglichen erscheint). Danach wurde nun die Änderung der Einteilung vorgenommen, wie wir sie jetzt vorfinden.
Natürlich verstehe ich die Absicht und das Anliegen der Verantwortlichen, was sie zur Neuorganisation treibt. Aber wie sollte diese Neuorganisation sein? In der Politik würde man von "sozialverträglich" sprechen. Adaptiert auf den Sport, benenne ich es mit dem Wort "sportverträglich".
Wir verfolgen doch alle das gleiche Interesse: Tischtennis spielen. Es scheitert doch letztendlich im Moment an den verschiedenen Positionen dazu. Der eine ist bereit Sonntag 10 Uhr in der Halle zu stehen, der andere ist Bereit 100km einfache Strecke auf sich zu nehmen, auch im Winter bei Eis und Schnee und ein weiterer ist bereit seine Position zu verlassen und sagt sich "da gehe ich eben in den Kreis". Aber ob das dem Sport an sich dient, bezweifle ich außerordentlich stark.
Bei allem Sport und Ehrgeiz darf man eins nicht vergessen: wir befinden uns sehrwohl auf einer sportlichen Ebene, in der es um Wettkampf geht - keine Frage. Man sollte jedoch den Anspruch des Wettkampfes und den Anspruch die Besten so schnell wie möglich nach oben zu bringen aus meiner Sicht nicht über die grundlegenden Bedürfnisse der Spieler stellen. Dazu zähle ich, in einer angenehmen Atmosphäre Tischtennis zu spielen, auf einem Niveau, wo es Spaß bereitet usw.
Eine Bitte, versucht bei eurer Argumentation doch einen Schritt nach außen zu machen, um die Sache mit ein klein wenig Abstand zu betrachten. Das führt meist zu einer objektiveren Sichtweise, als direkt aus dem Geschehen heraus.
In diesem Sinne... schönen Samstag euch allen