Hi.
Seit einem halben Jahr spielt bei uns im Verein ein körperlich Behinderten. Er hat vor 5 oder 6 Jahren nach 10 Jahren mit Tischtennis aufgehört und jetzt wieder angefangen. Damals (auch schon behindert, aber nicht so stark) spielte er ca. Kreisliga mitte, Erzählungen nach auch nicht schlecht. Jetzt reichts schon noch für 1. Kreisklasse unten (Hin- und bisher Rückrunde ungefähr ausgeglichen bis leicht positiv oder negativ). Gestern hab ich mich mal etwas mit ihm unterhalten (das erste mal überhaupt). Da ich gegen ihn ähnlich gehemmt gespielt habe wie gegen zwei andere Behinderte in dieser Saison, hat er mir danach gesagt, dass er keine Rücksicht wolle, auch wenn ich ihn von der Platte schießen sollte (was NICHT der Fall war -> Abwehrspieler

). Danach kam dann der "Knaller": Er erzählte mir, dass er es gewohnt sei, dass seine Behinderung gegen ihnn benutzt wird, wie es bei Behindertenwettkämpfen sehr oft der Fall sei (

) und er jetzt aber angefangen hätte, ähnliche Schwächen bei nicht-behinderten gnadenlos auszunutzen. Wenn er einen Punkt verloren hat und er sich sicher ist, dass der Gegner ihn zusieht, macht er irgendeine Bewegung die dem Gegner die Behinderung in Gedächtnis zurück ruft. Zum Beispiel ein leicht verzerrtes Gesicht und ein reiben des linkes Knies. Die meisten würden dann noch gehemmten gegen ihn spielen als vorher. Erst hat mich das schon ein wenig beschäftigt, aber inzwischen find' ich das schon ok - wenn einer ne "Flügelspanne" wie Kondor hat bindet man ihm ja auch nicht die Arme am Oberkörper fest.
So, das musste ich jetzt einfach mal schreiben, auch wenn's vielleicht keinen interessiert.
Ani