Das ist auch so ein gewaltiger Unterschied zum ITTZ. Einfach mal positiv und nett sein. Schön hier.
Ryker wollte seine eMail veröffentlicht haben. Bitta schöön:
"Hallo Ralph!
Stimmt! Es ist schon ein bißchen her, das mit den Regelfragen.
Aber was die Frage angeht, wie man neue Kinder zum TT holt, gibt es ein paar
relativ einfache Tips. Manche mögen zwar trivial klingen, aber im Endeffekt
werden sie einfach zu oft nicht befolgt, woran der Erfolg scheitert.
Als erstes sollte man ganz einfach eine Minimeisterschaft veranstalten. Zwar
ist der eigentliche Zeitraum dafür abgelaufen, aber es geht Dir ja nicht
darum Teilnehmer zum Kreisentscheid zu schicken, sondern Du willst Kleine
bei Dir in der Halle haben. Dabei ist nach meiner Erfahrung das Phänomen zu
beobachten, daß an der Minimeisterschaft selbst häufig nur recht wenige
teilnehmen, daß allerdings in deren Sog viele von deren Freunden und
Bekannten nachziehen.
Essenziell wichtig ist, daß man nun gerade NICHT nach dem Motto verfährt
"die sollen sich das mal ein paar Wochen ankucken, ob es ihnen gefällt".
Vielmehr muß man auf jeden Neuen zugehen, ihm gleich in der ersten Stunde
die wichtigsten Sachen erklären (Beinstellung, Schlägerhaltung). Das sind
Sachen, die jeder leicht befolgen kann, für man schnell ein Lob aussprechen
kann und die somit schnell dazu motivieren mehr zu lernen. Außerdem bekommt
der Schüler (das hoffentlich berechtigte) Gefühl, dem Trainer wichtig zu
sein. Sollte sich später herausstellen, daß der eine oder andere entweder
nicht das Talent oder die Lust hat, TT erfolgreich zu betreiben, dann kann
man immer noch zurückstecken.
Was ebenfalls sehr wichtig ist, ist daß die Schüler eine feste Bezugsperson
haben. Schädlich ist es, wenn jede Woche ein anderer Trainer in der Halle
steht oder die Wettkampfbetreuung durchführt, am besten noch solche, die
eine unterschiedliche Trainingsstrategie verfolgen (oder im schlimmsten Fall
gar keine haben).
Um Schüler, die einmal für den Verein gewonnen wurden zu halten ist es
wichtig, ihnen zum einen die Möglichkeit zu geben, sich mit anderen zu
vergleichen, auf der anderen Seite sollte man sie nicht zu früh in den
regulären Wettkampfbetreib aufnehmen. Dies kann zum einen zu Frustration
führen (bei mangelndem Erfolg), zum anderen aber auch dazu, sich die Schüler
auf eine zunächst erfolgversprechende Spielstrategie verlegen, die in
Zukunft aber aussichtslos ist und sich dadurch die Entwicklungsräume
verbauen. So wird zB ein 10-11jähriger mit sehr gutem Unterschnitt in seiner
Altersklasse kaum einen Gegner finden, der ihm gefährlich wird. 2 Jahre
später geht er damit gnadenlos unter. Besser ist es also, sich den Nachwuchs
mit seinen Freunden messen zu lassen, also Trainingswettkämpfe
durchzuführen. Die haben den Vorteil, daß der Trainer sie steuern kann (zB
es zählen nur Punkt, die VHTopspin eröfnnet wurden, RHTopspin parallele
Punkte zählen doppelt, der Stärke Spieler darf nur mit VH spielen, der
Schwächere bekommt eine Vorgabe oder seine Punkte zählen mehrfach usw.
usw.). Wenn man in dieser Hinsicht kreativ ist, kann man das Training ein
Jahr oder länger interessant machen ohne einen offiziellen Wettkampf
bestritten zu haben.
Damit kommen wir auch zum Problem, wie man einen jungen Spieler aufbaut. Das
jetzt hier darzustellen, wäre (zunächst) zu umfangreich. Überhaupt habe ich
mittlerweile ein bißchen das Gefühl Dir eine Hausarbeit zum Thema
Nachwuchsarbeit zu schicken - entschuldige bitte.
Abschließend noch zwei Hinweise. Soweit Du Dir nicht sicher bist, ob Du den
Kleinen auch alles richtig beibringst (ich weiß nicht wie hoch und welchen
Stil du spielst), kann ich Dir nur den 1. Band des DTTP-Lehrplans 2000
empfehlen. Der kostet so 30 DM und beschreibt sehr ausführlich und
anschaulich, mit Bilderserien und Schaubildern alle Grundtechniken und die
Beinarbeit. Zum zweiten habe ich irgendwann mal begonnen, einige der
Trainingseinheiten, die ich durchführe computergrafisch zu erfassen. Wenn Du
Interesse daran hast, kann ich Dir ja mal ein paar Ausdrucke zusenden.
Wie gesagt, die Hinweise sind profan, aber profund (holla, das ist mir
gerade eingefallen!). Auf jeden Fall funktionieren sie, denn ich kann nicht
ohne Stolz darauf hinweisen, daß sich in allen Vereinen, in denen ich tätig
bin oder war, sich die Teilnehmerzahl beim Nachwuchs mindestens verdoppelt,
in einem Fall vervierfacht hat.
Ich hoffe, daß Dich das alles interessiert.
bis denn
Eric"
Vielen Dank, Erci!
Gruss Ralph
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