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Alt 24.03.2003, 08:28
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Badische Zeitung vom Montag, 24. März 2003

DJK-Fusion in weiter Ferne
Zwischen der DJK Offenburg und dem TTC Neureut scheint das Tischtuch zerschnitten

Von unserem Redakteur Wolfram Köhli





TISCHTENNIS-BUNDESLIGA. Jetzt gibt es wahrscheinlich nur noch eine Möglichkeit, Bundesliga in Offenburg live zu sehen: Am 21. April gegen den TTC Jülich. Ein Insider vom TTC Karlsruhe-Neureut sagte gestern zur BZ: "Das Thema ist vom Tisch." Gemeint ist die angestrebte Fusion der beiden (Noch-)Erstligisten. Allein DJK-Chef Thomas Bayer sieht noch Licht am Ende des Tunnels.

Genau vor einer Woche gab es in Bühl das als klärendes Gespräch anberaumte Treffen der beiden Erstligisten. Es wurde aber nur ein weiteres Kapitel in dem schier endlosen Hickhack um eine im Grundsatz begrüßenswerte Kräftebündelung entlang der Rheinschiene. "Als die Karten auf den Tisch gelegt werden mussten, als gesagt werden sollte, wer für was gerade steht", so der Verhandlungsführer der Karlsruher, Hans Reitz, "ist Thomas Bayer zusammengebrochen." Der Generalvorwurf in Richtung des Offenburger Vereinsbosses ist, den großen Worten seien nie Taten gefolgt.

Anfangs war von einer paritätischen Finanzierung des 300 000-Euro-Etats ausgegangen worden. Zum Schluss sollte die DJK lediglich noch 60 000 Euro als ihren Beitrag garantieren. Auch für diese Summe wollte Thomas Bayer nicht gerade stehen. Nach 24-stündiger Bedenkzeit sagte der Offenburger Anwalt den Neureutern ab. Hans Reitz: "Thomas Bayer hat uns hingehalten und wollte zu viele Gelder für sich behalten." Dem entgegnet Bayer: "Ich muss für die DJK ein optimales Ergebnis heraushandeln."

Letztendlich nährte der Offenburger mit seinem Modell einer Vorschaltgesellschaft nur den Eindruck, über die Fusion den eigenen Spielbetrieb finanzieren zu wollen. Der Unterbau der DJK und deren Tischtennisschule verschlinge zu viel Geld. "Schade", fasste Hans Reitz zusammen, "es war eine gute Idee. Aber dafür braucht es das Vertrauen in den Partner." Der über die Offenburger "Naivität und Unehrlichkeit" entsetzte Hans Reitz hat für sich Konsequenzen gezogen und seinem Vorstandskollegen Hans-Joachim Kugel die Verantwortung für die Bundesligapläne übertragen.

Dieser hat nun die Suppe auszulöffeln, die laut Reitz ganz wesentlich von der Bayer'schen Hinhaltetaktik verursacht worden war. Die Karlsruher haben es versäumt, ein für das Lizenzierungsverfahren zwingend vorgeschriebenes Vertragspapier fristgerecht zum 15. März beim Deutschen Tischtennisbund (DTTB) einzureichen. Dieser Umstand wiederum bringt nun Thomas Bayer in Rage. "Es hat wenig Sinn über eine Fusion zu reden, wenn die Karlsruher keine Lizenz haben."

Am Donnerstag saß der Ligaausschuss zusammen, um über die Zulassung zur Lizenzierung zu beraten. Mit dabei auch das ordentliche Mitglied Thomas Bayer. Dieser hat nun echte Gewissensbisse, auf bohrende Fragen ehrliche Antworten zu geben. "Ob die Fusion gescheitert ist, wird sich erst im Laufe der Woche zeigen", wird Thomas Bayer seinem Ruf als Daueroptimist ein weiteres Mal gerecht. "Haben die Karlsruher das Papier, dann rauft man sich da schon irgendwie zusammen", meint der Anwalt. Unterdessen versuchen die Nordbadener, den für die Fusion gefundenen Sponsor schon auf ihre Seite zu bekommen.
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Quand le ciel est bas et lourd,
pesé comme un couvercle...
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