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Alt 26.03.2003, 10:53
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Laura Matzke trotz Gold nicht ganz zufrieden

Bericht © Nordkurier-Online 26.03.2003 vom zweiten Wettkampftag


Tischtennis-Spielerin schreibt mit Julia Kasbaum Sportgeschichte
Von unserem Redaktionsmitgleid Armin Gehrmann
und
Mitarbeitern

Gütersloh/Prenzlau. Der zweite Wettkampftag der Deutschen Schülermeisterschaften im Tischtennis in Spexard/Gütersloh wird in die Geschichte des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) eingehen. Seit der Vereinigung von DTTB und DTTV (Tischtennisverband der DDR) war noch keinem Sportler aus den neuen Bundesländern der Gewinn einer Goldmedaille bei Einzelmeisterschaften gelungen. Diese Ehre wurde nun mit der 14-jährigen Laura Matzke (ESV Prenzlau) einer Uckermärkerin zuteil, die sich insgesamt mit drei Medaillen schmücken konnte, damit jedoch nicht zufrieden war.

Das Positive: Der zweite Meisterschaftstag begann mit der zweiten Runde in den Doppelwettbewerben. Auf Platz eins waren die Nationalspielerinnen Laura Matzke/Angelina Gürz (Bayern) - 2002 bereits Vizemeister - und auf Platz drei Julia Kasbaum/Carolin Frey (ESV Prenzlau/Bayern) gesetzt.

Ein Start-Ziel-Sieg von Matzke/Gürz folgte.
Als geradezu historisch darf die Überlegenheit bezeichnet werden - 11:2/11:6/12:10 gegen Fankhauser/Zagatta (Westdeutscher TTV/Baden-Württemberg), 11:3, 11:2, 11:9 gegen Solja Herges (Pfalz/Saarland), 11:8/11:5/11:4 gegen Broich/Volz (WTTV/Baden-Württemberg) und 11:2/11:4/11:8 im Finale.
Dorthin wollten nach Möglichkeit auch Kasbaum/Frey. Zunächst galt es, den Setzplatz zu bestätigen, was nach schwerem 3:2-Start gegen Wilferth/Gwosdz (Hessen) gelang. Aber sie legten gegen die hoch gehandelten Michailova/Zhan (WTTV) auch noch die Kür hin. In einem engen und hochklassigen Spiel (3:1) ließen sie ihre Gegenüber sowohl aktiv wie passiv immer wieder ins Leere laufen.
So bescherte das Doppelfinale dem Brandenburger Tischtennis-Verband Gold und Silber. "Eine großartige Leistung, die sicher nicht so leicht zu wiederholen ist. Gespannt darf man auf die internationalen Auftritte des neuen Meisters sein", freute sich ESV-Trainer René Klose.

Julia Kasbaum spielte auch im Einzel Tischtennis von hoher Klasse, fand in Runde zwei trotzdem ihre Meisterin in Wilferth, die die kleinste taktische Ungenauigkeit ausnutzte und sich im Verlaufe des Matches stetig steigerte. Schließlich blockte sie jeden noch so guten Ball zurück und triumphierte in Satz fünf.

12-Jährige gewinnt

Das Unverhoffte: Als Favoritinnen gingen Matzke und Gürz in das Einzel. Die Prenzlauerin musste nur im Viertelfinale mit Frey (3:1) aufpassen, erreichte aber planmäßig das große Finale. Dort traf sie auf die 12-jährige Solja. Betrachtet man die Bundesrangliste vom Februar, bei der Solja Rang fünf belegte und neben Kasbaum als Einzige zwei Sätze gegen Matzke gewann, war das keine große Überraschung.
Diesmal eliminierte die kleine Pfälzerin sowohl Gürz als auch Zhan (Nummer 4 der Setzliste). Technisch weiter verbessert, gab sie mit unorthodoxem Spielsystem viele Rätsel auf. Laura Matzke holte Satz eins und wehrte sich anschließend nach Kräften. Die taktische Marschroute wurde deutlicher, der Gegner aber auch stärker. Im Spiel der Nerven sowie der Netz- und Kantenbälle hatte schließlich Solja im vierten Satz das Glück auf ihrer Seite (14:12) und ist neue Deutsche Meisterin.


Trainer zuversichtlich

"Mit entsprechender Übung wird die sichtlich enttäuschte Laura in Zukunft auch dieses System in den Griff bekommen", kommentierte Klose den Ausgang.
Im gleichen Atemzug ergänzte er jedoch: "
Laura Matzke kann 2002/2003 eine tolle Bilanz auf nationaler Ebene vorweisen: Top-16- und Top-12-Siegerin, einmal Gold, zweimal Silber bei der Deutschen Meisterschaft. Wer weiß, worauf sich die ältere Konkurrenz bei der Deutschen Meisterschaft der Jugend Ende April noch einzustellen hat?"

Zhan und überraschend Stähr (Niedersachsen), eine weitere 12-Jährige, eroberten die beiden Bronzeränge.

Bei den Jungen siegte erwartungsgemäß Ovtcharov vor Mengel (WTTV) sowie Berr (Bayern) und Fuß (Sachsen). Bemerkenswert vor allem die Bronzemedaille für den Sächsischen TTV durch den ungesetzten Fuß. Ein weiterer Hinweis auf zunehmend gu te Arbeit in den neuen Bundesländern.
Das Doppel entschieden Ovtcharov/Kamischke (Niedersachsen) gegen Baumann/Steinle (Hamburg/Baden-Württemberg). Bronze gab es für Endreß/Berr (Bayern) und Herbrik/Dudek (Baden-Württemberg).
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