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AW: Mein Trainer will meine VH Technik komplett ändern
Ich sehe das lieber ganzheitlich. Klar, ich lehre meinen Schülern zunächst grundsätzlich die "Standard-Technik", also aus dem "Lehrbuch". Wenn jedoch ein Spieler damit Probleme hat und mit einem anderen Bewegungsablauf besser klar kommt, bin ich kompromissbereit.
Die Zeit, den Bewegungsablauf gegen seine innere Einstellung und nur der Choreographie wegen (also nicht wegen der Wirkung) zu ändern, kann mit Übungen zu anderen Problemen besser genutzt werden.
Beispiel: Ein Spieler ist von der Reaktionszeit und den Reflexen her etwas zu langsam. Ich zwinge ihn dann nicht kompromisslos nach vorne, um möglichst jeden Ball spätestens auf dem höchsten Punkt zu treffen. Diese Methode führt oft zur Rückenlage, weil der Mensch Spieler eben langsamer ist, als der Mensch Trainer es will. Bis der Spieler den Schläger in der richtigen Position hat, ist der Ball am optimalen Treffpunkt schon längst vorbei und muss dann zwangsweise weiter "hinten" getroffen werden (Rückenlage).
Also lasse ich (Achtung, ist nur meine persönliche Einstellung und nicht allgemein gültig) den Spieler etwas zurück treten, z.B. einen halben Schritt. Ihm steht dann etwas mehr Zeit für die Reaktion zur Verfügung und er kann den Ball dann mehr vor dem Körper treffen, keine Rückenlage mehr.
Besonders Jugendlichen in der schnellen Wachstumsphase kann dies sehr gut helfen und ich erspare ihnen das grässliche Gefühl des Versagens.
Auch mir bekannte Spitzentrainer dulden oder fördern eine individuelle Technik, solange der Spieler damit Erfolg hat und intervenieren erst, wenn sich dadurch entscheidende Nachteile einstellen.
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Große Leuchten (Sonnen) brennen schnell und sehr hell, aber meist nicht sehr lange (ein paar mio Jahre). Zum Glück bin ich nur ein kleines Licht
Geändert von klugscheisser (07.07.2009 um 09:53 Uhr)
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