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Alt 03.04.2003, 11:50
HeWa HeWa ist offline
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Behinderte in Norwegen

Hallo!
Ich habe ein Semester in Norwegen studiert und dort sowohl Eliteserie (1.Liga) als auch an ein paar Turnieren teilgenommen.
Erstens war es für mich als Deutscher sehr erstaunlich, wie gut die Behinderten in Norwegen in den Alltag der "normalen" Gesellschaft eingebunden sind. Das gilt auch für den TT-Sport.
Behinderte haben bei Turnieren und Meisterschaftsspielen immer bei den Nichtbehinderten gespielt, was mich schon am Anfang echt verwundert, aber auch sehr erfreut hat.

Nun zu meiner Einstellung.
Ich mußte 2mal gegen den Behinderten-Weltmeister (Rollstuhl) antreten. Elieserie 3:0 und Turnier 3:1 für mich.
Die Situation in der Eliteseire war brenzlig, da es für beide Mannschaften um den Klasenerhalt ging.
Ich habe voll durchgespielt, war heiß und voll konzentriert.
Bei guten Bällen habe ich mich sogar laut gefreut und am Ende klar gewonnen.
Frage: Wo ist das Problem?
Wenn Behinderte gegen mich spielen und mir gegenüberstehen, dann sehe ich sie nicht als behindert an, sondern als Sportler.
Ich gebe dann alles und versuche zu gewinnen, auch mit taktischen Möglichkeiten. Es ist Sport. Der bessere soll gewinnen und wenn ich an diesem Tag der bessere bin, dann gewinne ich. Vielleicht ist es beim nächsten mal anders.
Ich glaube den größten Respekt zollt man behinderten Sportlern, wenn man sie als Sportler ansieht und nicht die Betonung auf "behindert" legt.

Ich bin mit dieser Einstellung gut gefahren und habe durch meine sportliche Leistung auch viel Respekt meines norwegischen Gegners erfahren.

Alles Gute
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