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Zur Person: Jörg Rosskopf
Quelle: Rheinische Post vom 03.04.03
Noch ein Traum
Jörg Roßkopf ist kein Fußballheld, Tennisstar oder Matador der Formel 1. Er ist "nur" Tischtennisspieler, Vertreter eines Sports, dem sich in der Bundesrepublik 700 000 Klubmitglieder verschrieben haben und den Millionen Hobbyspieler betreiben. Die Faszination dieses Spiels erschließt sich keinem (Fernseh-) Massenpublikum. Dennoch hat der 33-Jährige so große Erfolge errungen, dass auch sein Name einen guten Klang hat. In Deutschland ist immer noch er "Mister Tischtennis". Kein anderer. Auch nicht Timo Boll (22), Kollege beim TTV Gönnern, Nummer eins der aktuellen Weltrangliste.
Roßkopf war, im Einzel oder Doppel, Welt- und Europameister. Er gewann je eine olympische Silber- und Bronzemedaille, keiner trug so oft das Nationaltrikot (253-mal). Aber noch nie gewann er einen Mannschaftstitel bei einer EM. Mit zwei Niederlagen im Finale gegen Weißrussland (1:3) war er nun sogar ein tragischer Held. Ein Jahr Wettkampfpause wegen einer Verletzung im Schlagarm ging nicht spurlos an ihm vorbei. Doch ans Aufgeben denkt er auch jetzt nicht. In Athen möchte er zum fünften Mal an Olympischen Spielen teilnehmen, und ein bedeutender Mannschaftstriumph bleibt sein letzter ganz großer Traum. Denn die in Gemeinschaften erzielten Erfolge - wie viele Jahre lang mit seinem früheren Klub in Düsseldorf - hat er stets mehr genossen als Einzelsiege. Nicht zuletzt durch seinen Teamgeist hat er nie Bodenhaftung verloren. Und auch deshalb ist "Rossi" hoch geachtet und immer noch so beliebt. FRIEDHELM KÖRNER
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