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Zitat von chr.flader
Gerücht Nr. 1: "Stretching steigert die Leistung"
Die Studien geben hierfür keinen Hinweis. Im Gegenteil: "Direkt nach Dehnungen kommt es zur Abnahme der Leistungsfähigkeit. Der Leistungsabfall ist direkt nach statischen Dehnungen besonders stark ausgeprägt", so Freiwald. Um 2 bis 23,2 Prozent weniger Leistungsfähigkeit nach dem Dehnen war das Ergebnis der Studien. Auf keinen Fall sollte also bei kraftintensiven Sportarten vor einem Wettkampf gestretcht werden. Zur Vorbereitung eignen sich Dehnübungen nur bei Sportarten, bei denen bestimmte Gelenke sehr beweglich sein müssen, z. B. beim Hochsprung. Aufwärmen, etwa Laufen im Stand, ist in jedem Fall die beste Methode, sich auf eine Trainigseinheit vorzubereiten.
Gerücht Nr. 2: "Stretching verhindert Verletzungen"
Stimmt auch nicht. Dehnungen können die Häufigkeit von Verletzungen nicht reduzieren. Manche Verletzungen sind sogar auf zu ausgiebiges Dehnen zurückzuführen, da bei einer Überdehnung die Gefahr umzuknicken steigt. Freiwald betont auch, dass Verletzungen hauptsächlich zwei Ursachen haben: Überbelastung und abnehmende Koordinationsfähigkeit infolge Ermüdung. Beide sind durch Stretching nicht beeinflussbar.
Gerücht Nr. 3: "Stretching verhindert Muskelkater"
Stretchen soll Muskelkater vorbeugen können, so die landläufige Meinung. Tatsächlich stellte sich heraus, dass Dehnübungen den Muskelkater verschlimmern können. Da der Schmerz von vielen kleinen Muskelrissen herrührt, bringt es - so Freiwald - nichts, diese Muskelpartien noch einmal auseinanderzuziehen: Der Schmerz wird nur noch stärker. Zudem schränkt Stretching die Durchblutung der Muskulatur ein, was die Regeneration verzögert. Freiwald empfiehlt stattdessen, locker auszulaufen: So wird die Muskulatur besser durchblutet und kann sich rascher erholen.
Gerücht Nr. 4: "Beim Dehnen bloß nicht wippen"
Statisches Stretchen wurde wippenden Dehnübungen in den letzten 20 Jahren vorgezogen. Ohne Grund, wie sich jetzt herausstellte: Dass dynamisches Dehnen schädlich ist, konnte in den von Freiwald untersuchten Studien nicht bestätigt werden. Nach dem Sport betrieben, wirkte sich das statische Stretchen sogar schlechter aus als das wippende Dehnen. Am geeignetsten war aber das lockere Auslaufen.
Was nun?
Dehnen oder nicht Dehnen, ist jetzt die Frage. Hier ist es ratsam, sich ganz auf das eigene Gefühl zu verlassen. Wer die Dehnübungen gerne macht und sich gut dabei fühlt, soll sie ruhig auch weiterhin machen, denn schließlich hat das Dehnen bei den meisten Freizeitsportlern schlichtweg keinen direkten Effekt auf die körperliche Verfassung. Als Technik zur psychischen Entspannung können die Übungen jedoch durchaus sinnvoll sein: "Dehnungen sollen nicht ohne Absprache mit dem Athleten von Trainern verordnet werden", warnt Freiwald, "aber nach wenig intensiven Belastungen z. B. Jogging, kann der Sportler sich dehnen. Es ist zwar keine beschleunigte physiologische Regeneration zu erwarten, aber eine psychologische Entspannung."
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Soso, der Freiwald... guter Mann

Seiner Meinung nach hat also das Dehnen nur psychologische Vorteile... sehr interessant. Vielleicht solltest Du Dich da nicht zu sehr auf den guten Freiwald verlassen...
Was ist denn zum Beipiel mit der Beweglichkeit? Wie trainiere ich die denn? Mit Sprints?
Und nochmal (weil Du das Beispiel mit dem Muskelkater erwähnt hast): Wir reden von einem sinnvollen und richtig getakteten Dehntraining! Natürlich sollte man nicht in einen Muskelkater hineindehnen, das ist klar...
Ich hab mir inzwischen auch mal ein Buch zur Hand genommen und will mal ein paar Zitate zum Besten geben:
"Eine optimal entwickelte Beweglichkeit erweitert das Spektrum der möglichen sportartspezifischen Bewegungstechniken und beschleunigt den motorischen Lernprozess."
"Verkürzte und unzureichend dehnfähige Muskeln haben eine verringerte Kraft."
"Eine optimal entwickelte Beweglichkeit führt zu einer hohen Elastizität, Dehnbarkeit und Entspannungsfähigkeit der beteiligten Muskeln, Sehnen und Bänder und leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine gute Belastungsverträglichkeit und Verletzungsprophylaxe."
Alles aus dem Buch "Optimales Training" von Prof. Dr. Jürgen Weineck. Die Trainingsbibel aller Sportstudenten....
Übers Dehnen gibts sicherlich viele Meinungen und es ist hier nicht mein Ziel Buchzitate hin- und herzuschicken. Du verzichtest beim Training auf Dehnen weil Du der Meinung bist, dass es Dir nichts bringt. Ich dehne sehr viel und häufig weil es bei mir auf jeden Fall Erfolge bringt (das sehe ich an meiner Beweglichkeit).
Jeder kann und sollte so trainieren wie er meint, dass es für ihn am besten ist sofern er das entsprechende Know how hat.