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AW: Gute Aufschläge zurückhalten - sinnvoll ?
Das mit den so genannten "guten Aufschlägen" ist ja immer so ne Sache. Ich liste einfach mal meine Gedanken hierzu auf.
1. Sind "gute Aufschläge" oft mit einem erhöhten Eigenrisiko verbunden. Da in irgendeiner Form extrem. Wie viel höher dieses ist, muss jeder für sich selber entscheiden (insbesondere wenn sie nur selten in einem Match gemacht werden). Und damit dann auch, ob sich dieses Risiko in einer knappen Spielsituation wirklich lohnt. Abwägungssache.
2. "Gute Aufschläge" haben aus meiner Erfahrung eine "blöde" Eigenart. Dass, kommt der Rückschlag zurück, das Ergebnis auch oft schwierig zu nehmen ist. Also auch wieder höheres Risiko. Und damit wieder Abwägungssache. Will ich das oder will ich einen Rückschlag, mit dem ich weiterspielen kann.
3. So wie die spontane Reaktion der meisten hier war "guten Aufschlag aufsparen", so ist das auch mit dem Gegenspieler. Er wird in einer knappen Situation einen guten Aufschlag des Gegenübers erwarten. Und ist damit gewappnet.
Aus oben genannten Gründen mach ich daher oft an einem Satz- oder sogar an einem Spielende einen einfachen, leeren Aufschlag. Und bin damit, aus meiner Erfahrung, erfolgreicher als mit den extremen Aufschlägen. Allerdings kann es auch sein, dass ich in einem späteren Satz dann doch wieder was anderes machen, dann wenn ich das Gefühl habe, dass sich mein Gegenüber anfängt einzustellen. Unberechenbar bleiben ist die Devise. Insbesonder bei Aufschlägen.
Und ach ja, wie oben schon mal angesprochen wurde, wichtige Momente in einem Spiel sind nach meiner Ansicht nicht immer am Ende eines Satzes, sie liegen häufiger sogar im Mittelteil selbigens.
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Es reicht nicht, ein guter Spieler zu sein – man muss auch noch gut spielen. Dr. Siegbert Tarrasch
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