Zitat von Markus S.
Nachdem ich den ABS mehrere Wochen getestet habe, fasse ich hier mal meine Eindrücke zusammen.
Den ABS habe ich im Gegensatz zum NAS nur in 1,2mm getestet, vorrangig auf dem Tibhar Power40 und auch kurz auf dem Schlager Carbon. Auf dem Schlager Carbon war der Belag nur sehr schwer zu kontrollieren, aus dem Grund beschränke ich mich hier auf die Eindrücke in Kombination mit dem Power40 (relativ steifes und schnelles Off Holz).
Qualität / Preis-Leistung:
Dieser Punkt hat mich nicht unbedingt überzeugt. Aufgeklebt habe ich den Belag mit handelsüblichem TT-Kleber (Tibhar Clean fix) auf ein versiegeltes Holz. Als ich den Belag zum ersten mal abziehen wollte ist zum einen der Schwamm an mehreren Stellen gerissen und zum anderen hat sich das Obergummi vom Schwamm gelöst, beides ohne das übermäßige Kraft angewendet wurde. Das Obergummi lässt sich generell sehr leicht vom Schwamm lösen. Für einen Belag nahe an der „100 Mark“-Grenze ist das in meinen Augen doch sehr mangelhaft.
Schnittumkehr:
Die SU des ABS ist ganz passabel und liegt nach meiner Einschätzung im unteren Bereich der ehemaligen GLN. Ich denke der TSP Bamboo hatte eine ähnlich starke SU.
Kontrolle:
Das Kurz-Kurz-Spiel sowie das passive platzierte Spiel sind weiteren Stärken des ABS. Hierbei sind die Kontrolle und die Platzierungsmöglichkeiten sehr gut.
Schnelle harte Topspins mit Spin lassen sich eigentlich recht gut blocken/abstechen. Aber: Je weniger Spin desto geringer wird die Kontrolle. Schnelle, harte und spinlose Bälle sind sehr schwer zu blocken. Ähnliches gilt für Aufschläge: Je mehr Spin desto sicherer wird die Annahme, ein Problem sind schnelle Aufschläge ohne jegliche Rotation.
Tempo:
Der ABS ist sehr langsam, für mich trotz Off Holz zu langsam um den Gegner unter Druck (Zeitdruck) setzen zu können. Ein Druckschupf ist zwar technisch möglich, aber aufgrund der geringen Geschwindigkeit gegen etwas bessere Gegner relativ ineffektiv. Die mangelnde Möglichkeit den Gegner unter Druck setzen zu können ist für mich persönlich der Hauptgrund, warum ich den ABS nicht mehr spiele. Lediglich in Kombination mit dem Schlager Carbon gelang es mir halbwegs Druck auszuüben, aber wie bereits erwähnt, geht hier jegliche Kontrolle verloren.
Störeffekt:
Hier neutralisieren sich die gute SU und die fehlenden Möglichkeit druckvoll am Tisch zu spielen gegenseitig. Allerdings sehe ich den ABS hier nicht im Nachteil gegenüber anderen derzeit zugelassenen „Störbelagen“, da man seit dem Verbot der GLN aus meiner Sicht ohnehin nicht mehr von einem wirklichen Störeffekt reden kann. Seither gilt: Je schlechter der Gegner desto größer der Störeffekt des Belags. Früher war es umgekehrt.
Fazit:
Nach einer großen Anfangseuphorie für den ABS werde ich ihn nicht weiter spielen. Er bietet zwar eine gute SU, aber wenn man nicht gerade einen Gegner erwischt, der das Prinzip der SU nicht verstanden hat, nutzt einem das nichts. Die meisten haben inzwischen begriffen, dass man auf solche Beläge nicht mit noch mehr Spin zieht, wenn man die Return bereits im Netz landen. Ein schneller Ball ohne Spin führt fast immer dazu, dass man den Return abschießen kann (falls es nicht schon direkt zum Punkt führt). Eigene Offensivbemühungen sind nur sehr eingeschränkt möglich, was sich vor allem gegen spielstarke Gegner als sehr großer Malus erweist.
Sicherlich wird es auch wieder den ein oder anderen Exoten geben, der mit dem ABS erfolgreich spielt. Aber die breite Masse wird mit dem ABS nicht an das Niveau vergangener SuperBlock-Zeiten anknüpfen können.
Wenn ich die Wahl zwischen ABS, NAS und Gorilla hätte, würde ich mich für den NAS entscheiden, da dieser aus meiner Sicht den besten Kompromiss zwischen Kontrolle, SU oder der Möglichkeit Druck aufzubauen bietet. Mein Weg wird in Zukunft allerdings ein anderer sein. Weg vom (reinen) Störspiel, hin zu einem druckvollen offensiven Anti-Spiel (Butterfly Super Anti / Juic Neo Anti). Das bedeutet zwar im Endeffekt eine recht große Umstellung, aber für das reine Störspiel sehr ich mit den aktuell zugelassenen Belägen keine Zukunft mehr.
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