Heute der 2.Testversuch mit dem Nianmor. Bei meinem 1.Test hatte ich VH und RH mit Nianmor belegt und komme eigentlich von beidseitig T05 und war nicht so begeistert. Der Gewichtsunterschied und der völlig andere Katapult irritierten mich sehr, da es eben gleich auf beiden Seiten (VH/RH) eine andere Technik/Timing erfordert.
Deswegen habe ich den 2.Test mit Nianmor VH und Tenergy RH probiert, damit ich wenigstens eine gewohnte Seite habe. Ich habe jeweils gegen einen Abwehr-, Block/Konter- und Topspin-orientierten Spieler probiert. Gegen den Abwehrer fühlte ich mich die ersten Bälle aufgrund des höheren Katapults sehr unsicher und es gingen einige einfache TS auf US hinten drüber. Nach ein paar Bällen hatte ich das Problem zu fast 100 % im Griff und der Abwehrspieler bestätigte mir viel Spin und im Gegensatz zum Tenergy mehr Power. Durch den höheren Katapult spielt er sich etwas weicher und subjektiv etwas weniger giftig, vorallem beim "Hacken" im Kurz-Kurz und beim 1.TS auf US. Trotzdem war ich oft sehr überrascht, wieviel Rotation im Aufschlag/Rückschlag-Spiel und bei jeder Art von Topspin drin war.
Gegen den Block/ Konter- und gg.denTopspinspieler hatte ich immer genügend Spin und vorallem bei offenen Ballwechsel immer wieder die Möglichkeit durch den höheren Katapult mehr Power zu spielen, als mit dem T05. Beim T05 spiele ich in solchen Situationen mehr Top-o. Sidespin als mit dem Nianmor, um den Gegner zum Fehler zu zwingen. Das Plus an Power beim Nianmor hat einen ungeheuren Spaßfaktor, sodass ich automatisch mehr schnelle Bälle spielen will...schnelle Bälle kommen aber auch schnell zurück und spätestens jetzt muss ich mich mit dem Nianmor ordentlich bewegen, um dieses Temponiveau zu halten. Denn das Teil ist eben fast so hart wie der T05 und verzeiht gerade bei Bewegungsmuffeln keine Fehller.
Insgesamt muss ich meine ersten Eindrücke etwas relativieren. Der Nianmor ist wirklich ein Topbelag, mit dem sehr viel geht. Ich denke, dass sowohl der T05-Spieler als auch der ESN-Medium-Spieler mit dem Teil nach etwas Technik/Timing-Anpassung seine Freude haben wird. Ich denke auch, dass sehr Trainingsfleißige sich recht schnell umstellen können. Die zunächst von mir vermutete lange Gewöhnungszeit ist auch gar nicht so gravierend. Habe heute nach jedem Satz von Schläger 1 (von beidseitig T05) auf Schläger 2(Niamor VH/ T05 RH) und umgekehrt gewechselt und hatte die gleichen Spielergebnisse. Es waren aber Trainingsspiele, wo man sich gut kennt. Im Wettkampf - vorallem gegen fremde Gegner - sieht das schon anders aus. Einmal eben mit viel Spinvariationen und giftigen Rückschlägen (T05) und das andere Mal mit schnelleren Schlägen und zwischendurch viel Spin(Nianmor). Welches Spielsystem besser ist, muss jeder selbst entscheiden.
Eine Anmerkung noch von meinem Trainingspartner (Block und Konterspieler mit weichen Eröffnungsspin Landesliga Mitte) - Vergleich zum T64: Bei beiden Belägen muss man ordentlich arbeiten und der Nianmor hat durch ein geringes Plus an Härte mehr Power als der T64. Dafür musste man beim Blocken den Nianmor etwas "zähmen", da er sich nicht so brav und fehlerverzeihend spielt, wie der T64. Mit dem Nianmor war ein sicheres Blocken und Kontern mit fast offenen Schlägeblatt weniger möglich als T64. Der Spinblock war aber vom Feinsten...wenn er kam...mit viel Training kann man die Power zähmen. Einfach mal auf einen guten Eröffnungstopspin des Gegners so einfach "dranpatschen" wie mit einem ESN-Flummi geht halt nicht und das ist auch gut so...Mut zur Technik.