Oh je, diese Diskussion entwickelt sich langsam zur Konjunkturbremse, wenn ich überlege, was ich heute schon hätte schaffen können

Abr o.k., ich versuch mal zu antworten:
Diese beiden Fragen sind falsch gestellt, denn meine gute Mitarbeiterin verdient ja nicht nur 5 Euro in der Stunde sondern vor allem 400 Euro im Monat. Dann kannst Du Dir diese Fragen vielelicht selber beantworten. Natürlich ist Ihr Mann auch noch beruftstätig und diese Familie lebt auf dem Land, wo das Leben günstiger ist. Glücklicherweise, und ich weiß da stoße ich jetzt bestimmt auf Widerstand, gibt es auch noch Leute, die Ihren Arbeitsplatz nicht nur über die Kohle definieren, sondern weil es Ihnen vielleicht SPASS macht, in einem kleinen Unternehmen zu dessen Wohlgelingen beizutragen.
Also an das Thema Mindestlohn MUSS man dialektisch rangehen, was im übrigen einigen hier mit keiner der Fragestellungen gelingt.
a) bei mir ist es so, dass ich meine Mitarbeiterin zu einem höheren Lohn nicht halten könnte, das müsst Ihr mir einfach glauben. Ich arbeite in einer Branche, in der man als Unternehmer definitiv nicht reich wird und trotzdem viel arbeiten muss. Von daher beute ich mich selber am meisten aus. Mein Stundenlohn liegt errechnet WEIT unter 5 Euro. Das bedeutete außerdem im Falle meiner Mitarbeitern eine negative ökonomische Bilanz für den Staat, denn Ihm entgingen 1.) mehr Steuereinnahmen aus meiner besseren Produktivität, 2.) 12 x 120.- Euro an die Knappschaft pro Jahr sowie 3.) müsste der Staat Ihr u.U. Sozialleitungen bezahlen. Von daher ein klares Nein zum Mindestlohn.
b) sind durch das Fehlen eines Mindestlohns tatsächlich der Ausbeutung Tür und Tor geöffnet. Hier muss der Gesetzgeber anderweitige Schranken einbauen, z.B. die Anzahl an schlecht bezahlten Mitarbeitern oder Betriebsgröße, Umsatz, Gewinn etc.
Das meine ich, habe ich in meinem Vorpostuinmg schon ausreichend beantwortet. Es gibt diese Fälle, ja. Aber inwieweit derjenige selber zu seiner (natürlich misslichen) Lage beigetragen hat, wird nie gefragt. Nur als Beispiel: Wenn ich in einer brüchigen Beziehung lebe und 2 Kinderlein zeuge, obwohl ich kein Geld dafür habe ist dann der Mindestlohn dafür verantwortlich, dass ich noch einen Job annehmen muss oder ist der Griff an die eigene Nase nicht vielleicht doch angebrachter. Wie gesagt, Härtefälle gibt es, soziale Ungerechtigkeiten, die zum Himmel schreien. Ob dieses dafür ausreicht einen flächendecken Mindestlohn einzuführen halte ich für mehr als fraglich. Zumal das schon wieder soziale Ungerechtigkeiten hervorruft, nämlich z.B. dahingehend, dass Leute mit einem hohen Mindestlohn in Regionen mit niedrigeren Lebenshaltungskosten ungerechtfertigt bevorzugt sind