Thema: ULMO Blades
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Alt 16.08.2009, 11:08
madmatt madmatt ist offline
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AW: Testangebot einer Sonderform eines Off Abachi Holzes

Zitat:
Zitat von Cpt Futec Beitrag anzeigen
Spinnt Deine Waage ---
Nö, gerade noch mal beläge abgezogen und nachgewogen - holz mit belägen 184/185 g; ohne 104g. Kontrolle mit tafel schokolade (125er lidl) - mit verpackung 143g, verpackung 17g - bleibt 126g für die schoki. Also arbeitet die digitale tchibo(oh- keine shopnennungen )- küchenwaage im rahmen von 1,2% ok, wobei die schoki wohl auch 'ne kleine toleranz hat.
Dh. aber für den dicken fisch: das holz hat irgendwo feuchtigkeit aufgenommen, kleber ist keiner mehr drauf.

Aber jetzt zu den facts, den spieleigenschaften und einigen randbetrachtungen:

Das brett ist trotz des gewichts und der ungewohnten und teilweise abgespielten beläge genial. Selbstverständlich treffe ich lange nicht alles, aber schon die erste halbe stunde zeigt - es gibt die zwei sweetspots, bzw. den 8-förmigen sweetspot. Und ein konzentriertes training mit dem gerät sollte ermöglichen, diese nach bedarf zu "finden" und der spielsituation entsprechend einzusetzen.

Spin- und schußschläge in vor- und rückhand können erheblich von der deutlich höheren bogengeschwindigkeit im vorderen treffpunkt profitiern. Alternativ kann der ball immer weiter hinten, so wie mit einer standardform gespielt werden. Das ergebnis ist dann langsamer, kontrollierter ich würde sogar soweit gehen zu behaupten: noch etwas langsamer als mit dem gleichen aufbau in konventionell.

Der rückhand-top sowie die flips erfordern eine deutlichere anpassung, als "nur" 2 cm weiter außen zu treffen - beim flip hatte ich den eindruck, sowohl in vh als auch rh den ellenbogen weiter oben haben zu müssen, für den rh-top muß beim starken eindrehen/vorspannen des handgelenks ebenfalls der ellenbogen eine andere grundposition (weiter vorne) finden.
Bei aufschlägen sind von könnern sicher noch deutlich mehr spinvarianten möglich als mit herkömmlichen geformten schlagflächen -stichwort: bogengeschwindigkeit. Gerade beim beim rückhand-unterschnitt hatte ich eine deutliche rotationszunahme, allerdings erschien es knifflig, da keinen seitenschnitt mit hineinzubekommen. Training hilft sicher.

Übrigens auch ich habe die erhöhte reichweite beim "fischen" bemerkt - erstaunlich was läppische 2cm da bringen. Da fängt man glatt an, über wachstumshormone nachzudenken... und vielleicht plateausportschuhe? (Getreu dem motto: gutes kann man nie genug haben/sich bietende vorteile maximal ausschöpfen )

Der furnieraufbau ist satt und stabil, es treten keine störenden schwingungen auf. Der anschlag ist eher weich als hart, ich würde sagen mittelminus. Steifigkeit hoch, aber nicht steinhart. Für einen konstruktion ohne kunstfaser aber am oberen ende, recht ähnlich einem glasfaseraufbau wie maze passion/boll forte/persson powerfibre senso.
Ich könnte mir auch gut eine im mittelfurnier um 0,5-0,7 mm abgespeckte oder 5-schichtige version vorstellen, um noch mehr rückmeldung zu erhalten (konstruktionsziel:schwingungsverhalten /anschlaggefühl ähnlich einem butterfly primo off-).

Insgesamt ist der schläger trotz der 104/184g durchaus ausgewogen, den griff empfinde ich als verhältnismäßig lang aber genau deshalb sorgt er aus meiner sicht für eine gute balance, bei ausgeprägter aber nicht übertriebener kopflastigkeit des gesamten schlägers. (Erinnert mich einwenig an das butterfly gergely, wo ebenfalls recht massive griffschalen für eine gute gesamtbalance sorgen).

Wahrscheinlich kann ein so geformter schläger -und in dem zusammenhang sehe ich ein höheres gewicht sogar positiv- selbst wenn man ihn nicht im wettkampf spielen will, sehr gut zur technikschulung für konventionelles gerät genutzt werden. Der "peitscheneffekt" als zusammenspiel von handgelenks- und unterarmbeschleunigung ist mit dieser form viel leichter erlebbar, die entsprechenden muskeln können spielerisch trainiert werden.
Darüberhinaus kann wohl auch ein konventioneller schläger auf doppelsweetspot gespielt werden bzw. ein nach vorne versetzter treffpunkt bei einigen schlägen zusätzliche spin- und tempovarianten eröffnen- nur kommt man wohl von selbst nicht unbedingt auf die idee, man muss erst wissen wie. Der "Hai" kann sicher diese technik vermitteln helfen, weil hier die beiden treffpunkte so ausgeprägt sind.

Ich bin ausgesprochen neugierig, wie sich das laminat mit aktuellem obermaterial spielt, da dürfte ebenfalls noch einiges an temporeserven drin sein. Ebenso interessiert mich in diesem zusammenhang das gesamtgewicht mit Tenergy sowie eine eventuelle verschiebung des lastempfindens mit deutlich massereicheren belägen. Werde die tage mal probieren da was zurechtzukleben und dann hier ergänzen.

Einziger nachteil für stolze besitzer dieses (H)ei's des Kolumbus - neugierige belagstester bilden entweder eine verschworene gemeinschaft - oder sehen sich deutlich erhöhten kosten gegenüber: Denn alles was man gebraucht bekommt ist zu kurz, und man kann wegen der geringeren breite auch nichts weitergeben.

Bis dahin erstmal und schönen sonntag -

gruß
matt
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ceci n'est pas une pipe (magritte)
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