
04.09.2009, 19:12
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AW: TIBHAR Primus und Genius
Testbericht zum Genius:
So, wie versprochen gibt's jetzt einen ausführlichen Testbericht zum Genius nach ca. 2 Wochen Spielzeit.
Testmaterial:
Genius in rot und Maximumstärke sowie in schwarz und mit 2.0 mm auf einem Korbel Off. Referenzbeläge sind für mich der Sonex JP Gold und der Jopola Express One.
Schwamm & Schwammhärte:
Der Schwamm ist bekanntermassen extrem offenporig, was zur Folge hat, dass der Belag selbst in Maximumstärke relativ leicht ist (vergleichbar mit dem JP Gold). Ein Tenergy 05 oder Boost TX ist da schon deutlich schwerer.
Der Schwamm liegt gemäss meiner Einschätzung im soliden Mediumbereich mit einer Härte von 43-44° und liegt damit zwischen derjenigen des JP Gold und des Express One. Anfangs als der VOC-Festkleber noch wirkte spielte sich der Belag natürlich noch etwas weicher.
Frischklebeeffekt/Sound:
Beim Spielen merkt man, dass der Genius unter starker Spannung steht und sich schon halbwegs wie richtig frischgeklebt spielt. Der Sound ist ganz ordentlich und liegt fast auf JP Gold-Niveau. Er ist auf jeden Fall etwas besser als beim Express One oder Sinus.
Ballflugkurve:
Die Ballflugkurve ist relativ hoch und stark gebogen. Beim JP Gold und Express One springt der Ball schon spürbar flacher vom Schläger. Allerdings ist die Flugkurve beim Genius nicht unangenehm oder störend hoch.
Tempo & Katapult:
Der Genius liegt beim Tempo auf etwa gleichem Niveau wie Express One und Sinus, wobei er sich aber katapultiger und etwas nichtlinearer spielt, d. h., bei langsamen Bällen ist der Belag recht gutmütig und bei schneller Beschleunigung entwickelt der Belag unglaubliches Tempo.
Spin- und Schnittfähigkeit:
Der Genius hat ein sehr griffiges Obergummi, was schon "japan-like" wirkt und für einen ESN-Belag fast schon revolutionär ist. Dem entsprechend lässt sich mit dem Belag sehr schnittreich Aufschlagen und Schupfen sowie spinreich Topspins ziehen. Diesbzgl. ist der Genius in keinster Weise mit den vorherigen Tensoren zu vergleichen. Meiner Meinung nach schlägt er da den Nianmor und Boost TX und spielt in der gleichen Liga wie die Tenergys.
Topspin:
Das ist der absolute Paradeschlag des Genius! Es lässt sich alles sehr sicher anziehen, was anziehbar ist und dies aus allen Distanzen. Insbesondere geht dem Genius aus der Halbdistanz nicht die Luft aus. Die Kontrolle und das Spielgefühl bei jeder Art von Topspin (auf Unterschnitt, gegen Verteidigung, Schlagspins, ...) ist unglaublich gut. Diesbzgl. ist der Genius für mich der mit Abstand beste Belag seit Einführung ds Frischklebe- und Tuningverbots.
Blocken:
Wenn ich dem Genius eine gewisse Schwäche attestieren muss, dann ist es das Blockspiel. Hierfür spielt er sich nicht direkt genug und zu katapultig. Dies hat zur Folge, dass gerade Blocks teilweise entweder ins Aus gehen oder aber ins Netz, wenn man den Schlägerwinkel zur Korrektur dann flacher ansetzt. In dem Bereich ist der Express One klar besser und auch mit dem JP Gold lässt es sich etwas einfacher Blocken. Hier hilft die flache Flugbahn bei beiden Belägen sowie das relativ direkt Spielgefühl.
Am besten lässt sich mit dem Genius Blocken, wenn man den Schlag sehr aggressiv ansetzt oder einen Spinblock spielt. Die Spinkomponente hilft unglaublich, die Fehlerquote beim Blocken zu senken. Passive Blocks auf harte Topspins sind aber eher schwierig zu spielen.
Schuss:
Schiessen geht mit dem Genius wiederum erstaunlich gut. Das klappt bei mir besser als mit dem JP Gold oder Express. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich kein Schussspezialist bin und fast ausschliesslich über Topspins den Abschluss suche.
Flippen:
Flippen geht auch sehr gut, wobei insbesondere die Banana-Flipps ganz hervorragend funktionieren. Auch hier ist die Spinkomponente sehr hilfreich bei der Schlagausführung.
Spielgefühl & Kontrolle insgesamt:
Ich bin von Anfang an mit dem Genius glänzend zurecht gekommen, und es macht wirklich richtig Spass mit dem Belag zu spielen. Bei den ganzen Japanern passt mir immer irgendwas nicht. Für das, was der Genius an Tempo + Katapult + Spin liefert, hat er eine unglaublich hohe Kontrolle. Insbesondere sind alle Schläge, die eine Spinkomponente enthalten fast schon Selbstläufer. Lediglich bei geraden Konter- und Blockbällen gefällt mir das Spielgefühl nicht so 100%-ig.
Haltbarkeit:
Nach ca. 2 Wochen Spielzeit kann ich beim Genius bisher nur sehr leichte Abnutzungserscheinungen feststellen. Es schaut also so aus, als ob der Genius wie in der Werbeprosa versprochen langlebiger ist als die vorherigen Tensorgenerationen.
Fazit:
Mit dem Genius ist Tibhar ein absoluter Volltreffer gelungen. Das enorme Spinpotential bei hohem Tempo und Katapult überzeugt in jeder Hinsicht. Aufschlag/Rückschlag, kurz Legen, aggressiv Schupfen und Topspins jeglicher Art sind das Markenzeichen des Genius. Für Konter- und Blockspieler ist der Belag aus meiner Sicht allerdings nicht geeignet. Für mich folgt daraus, dass ich mit dem Genius auf alle Fälle meinen neuen Vorhandbelag gefunden habe. Auf der Rückhandseite bin ich mir wegen der Blockschwäche noch nicht ganz sicher, da für mich der gerade Blockball eine wichtige Komponente in meinem Spiel darstellt. Spinblocks kann ich in ernsten Matches nicht spielen. Momentan spiele ich deshalb den Genius auf der Rückhand weiter um zu sehen, ob die Vorteile im Spin- und Schnittbereich die Nachteile beim Blocken überkompensieren können. Ansonsten wechsle ich zurück auf den Express One.
Abschliessend folgt noch eine Bewertungstablle für den Genius von   bis   , wobei die Werte relativ zu einem stark frischgeklebten Belag früherer Tage zu sehen sind:
Frischklebeeffekt: bis 
Sound: bis  
Tempo:  
Katapult: bis  
Spin/Schnitt:  bis  
Kontern: 
Block passiv: 
(Spin-)Block aktiv: 
Schupfen: 
Topspin am Tisch:  bis   
Topspin aus der Halbdistanz:  bis   
Aufschlag: 
Rückschlag: 
Kontrolle (insgesamt): bis
Gruss,
JanMove
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