Achja , @ Rudi Endres, danke für die Aufklärung per PN bzgl. der wirtschaftlichen Überlegungen, auch wenn ich damit als 16-jähriger Spieler (!) doch leider eher weniger anfangen kann, beziehungsweise mir die Überzeugung fehlt, dass ein vereinfachtes Spiel wirklich den erhofften Aufschwung bringt.
Es ist ja nicht so, dass TT nicht massentauglich ist, schließlich ist es der Volkssport der größten Nation der Welt und dürfte damit rein zahlentechnisch relativ weit vorne mit dabei sein (hat da einer passable Vergleichswerte?).
Nur wird das hier in Deutschland, beziehungsweise in Europa insgesamt niemals möglich sein. Es gibt Fußball bei uns. Punkt. Glaubt einer, dass Tischtennis beispielsweise eine der zig Fußballsendungen am Wochenende schlagen kann, quotentechnisch? Kann ich mir nicht vorstellen. Diese Strukturen sind so gefestigt, die Leute wollen das gar nicht mehr geändert haben, wieso auch ?
Ich würde sogar weiter gehen, der Erfolg von einer Sportart in Deutschland, die nicht Fußball heißt, hängt einzig und allein vom Erfolg der Sportler ab. Wer interessiert sich heutzutage noch für Skispringen ? Eine Minderheit. Wer interessierte sich kurz nach der Jahrtausendwende für Skispringen? Ganz Deutschland.
Genau das ist es, was es aufzugreifen gilt, eine geschickte Vermarktung unserer Ikonen, ein Boll müsste werbetechnisch einfach in anderen Dimensionen stehen. Klar, er soll nicht mit lila Mütze spielen, aber eine bisschen unspezifischere Werbung als die von Tischtennismarken, die dann nur bereits gewonnenem Publikum(!) bekannt sind darf es schon sein. Je mehr Geld fließt, desto prestigeträchtiger wird das Ganze. Ist blöd, hört sich blöd an, ist aber auch so. Die ganzen Russen schleppen ihre Kinder ja auch nicht zum Spass schon im Kindesalter in die Staaten um Tennis zu lernen.
Es ist einfach hirnrissig zu glauben, ein einfacheres Spiel mit längeren Ballwechseln würde wirklich etwas helfen. Das bekommt außerhalb des Sports eh keine Sau mit, bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wird das dann vielleicht mal am Rande als eine der "zahlreichen, eher kritisch beäugten" Regeländerungen erwähnt und einen Unterschied merkt der Laie eh nicht.
Eine einfachere Lösung wäre es in meinen Augen, die Abwehrer per Regeländerung wieder einen kleinen Zacken zu bevorteilen, damit es auch wieder ein paar klassische/moderne Abwehrer in der Weltspitze gibt.
Es dürften alle das Video von Jang Song Man aus der Olympia-Quali kennen, das ist für mich genau das was unseren Sport ausmacht, da brauche ich keine langsameren, weniger "spinnigen" Ballwechsel, da lebe ich dann lieber die Faszination Spin, auch wenn ich damit dann einer Minderheit angehöre.
Bleibt nur zu hoffen, dass das wirklich "nur" ein Testlauf ist und auch bleibt.