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Alt 09.08.2000, 09:05
Chefchemiker
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Hallo Cheftrainer!

An einer wissenschaftlichen Klärung dieses Problems bin ich sehr interessiert, da ich mich seit mehr oder wenig längerer Zeit intensiv mit dieser Aufgabenstellung beschäftige. Da ich in diesem Forum mit dir (und natürlich auch mit vielen anderen) einen fachkundigen Ansprechpartner gefunden habe, kann ich vielleicht ein paar der gewonnenen Erkenntnisse zukünftig übernehmen!?

Zitat:
Original erstellt von Cheftrainer:
Genau das ist eine Sache, die man selbst im Profisport eigentlich nie erlebt.

Wenn man die üblichen Laktatwerte (2-4 mmol/l) bei einem Wettkampf bedenkt und einfach mal postuliert, dass sinnvolles (gerade Techniktraining) auch nur in einem ähnlichem Bereich möglich ist, dann wäre die Konsequenz, dass fast jeder falsch trainiert.

Cheftrainer

Obige Aussage konnte ich, auch nach mehrmaligem durchlesen, nicht so richtig nachvollziehen. Vielleicht könntest du dies etwas näher erläutern.

Bei 2-4 mmol/l Lactat würde mich dann interessieren, auf welches Gegenion (Lewissäure) du diesen Wert beziehst: Eher ein großes weiches (vgl. Pearson Konzept) oder ein kleines hartes? Die polarisierende Wirkung des Gegenions (also das Verhältnis Ladung/Radius, auch Ionenpotential genannt) und auch seine Wertigkeit spielt nämlich meiner Ansicht nach in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Cheftrainer, das siehst du doch auch so, oder!?


Ja, die Energiebereitstellung via Creatinphosphat-Zerfall und ATP-Resynthese nimmt einen äußerst wichtigen Part ein.
Die ATP-Menge in einem Muskel reicht schließlich nur aus, um die Kontraktionsfähigkeit für einen Sekundenbruchteil aufrechtzuerhalten. Der Wirbeltiermuskel enthält ein Reservoir in Form von Creatinphosphat, ein Molekül mit hohem Phosphatgruppenübertragungspotential.
Unter physiologischen Bedingungen beträgt die freie Energie der Hydrolyse des Creatinphosphats –43,1 kJ/mol, verglichen mit –30,5 kJ/mol für ATP. Somit ist die Änderung der freien Standardenergie bei der Bildung von ATP aus Creatinphosphat –12,6 kJ/mol, was einer Gleichgewichtskonstanten von 162 entspricht!!!
Über die Konzentrationen der Metaboliten im ruhenden Muskel brauch´ ich dir ja nichts erzählen, Cheftrainer. Ich finde diese Zahlenwerte immer wieder beeindruckend, geht es dir nicht auch so....???


Der Chefchemiker