Negativ:
Also ich kann nur ein Negativbeispiel beisteuern und eins was so ging:
Vor einigen Jahren begann die Grundschule deren Halle mein damaliger Verein nutzte mit dem Profekt Ganztagsgrundschule.
Dort sollte unter anderem nachmittags eine Sportgruppe eingerichtet werden.
Ursprünglicher Plan: Jeder Verein sollte ein oder 2 Nachmittage da seine Sportart betreiben. Also wir 2 mal die Woche TT (Tische usw war ja alles da).
Der jeweilige vom Verein zu stellende Betreuer sollte von der Schule bezahlt werden.
Man überlegte sich dann, aber das es blöd wäre, wenn die Kinder sich jeden Tag auf nen neuen Betreuer einstellen müßten. Also wurde ein Sportbetreuer gesucht für jeden Tag von 14-16 Uhr der verschiedene Sportarten anbieten sollte. Da sich außer TT kein Verein gemeldet hatte sollte ich das dann machen. Hab ich auch.
Es meldeten sich auch etliche Kinder zum Sport an.
Aber eingeregeltes Sportprogramm war nicht zu denken. Weder durch mich alleine noch mit Hilfe der ausgebildeten Pädagogen.
Einfachste Sachen wie Staffellaufspiele ließen sich nicht durchsetzen.
Programme mit Selbstbestimmung usw ebenso nicht.
Nach 2 Wochen war ich ziemlich genervt und hab dann gesagt ich mache nur 3 Tage die Woche vieleicht sind die dann heisser auf Sport usw. Haben wir auch gemacht weil wir einen Tag eh die halle nicht hatten.
Es wurde aber nicht besser.
Nach kurzer zeit wurde der Sportbereich weiter eingeschränkt und meine Sportstelle zugunsten einer zusätzlichen Hausaufgabenbetreuung gestrichen.
Es war einfach nicht möglich auch mit 3 Betreuern in der Halle ein geordnetes Sportprogramm auf zu ziehen.
Vieleicht noch interessant dass die Schule auch in einem sog. sozialen Brennpunkt liegt.
Das Hauptproblem war: 80% der Kinder wollten nichts geregeltes machen sondern nur "toben". Die restlichen 20% die wirklich Interesse hatte wurden natürlich entweder von den 80% dann beeinflusst oder konnten nichts machen weil die anderen immer gestört haben.
Dazu ständige Machtspiele untereinander (Brüder Schwestern Freunde usw) teilweise auch Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen in diversen Sprachen, die man ja auch nicht verstand.
Und selbst in der Zusammenarbeit mit den Eltern war da nichts zu machen, da diese sich dann nicht an Absprachen hielten...
Mit so einer Gruppe dann Tischtennis zu spielen war unmöglich. Da wären verletzungen durch Schlägerwürfe und logisches handeln wie Schläger sind zum schlagen da usw vorprogrammiert gewesen.
Eigentlich konnte man nur die Halle aufschließen auf einer Hälfte Fußball spielen lassen und auf der anderen Matten hinlegen und Taue losbinden und die Leute machen lassen.
Soweit das negative.
In einem anderen Fall haben wir in einer Grundschule wo das Umfeld ein ganz anderes war auch in einer Grundschule unsere Halle gehabt. Dort haben wir bei allen 3. Klassen (4 mal=ca 120 Schüler) in einer Schulsportstunde je Klasse eine Schnupperstunde angeboten. Wir haben mit denen Grundlagen des TT gemacht mit 2 Trainern und nen bischen Spiele angeboten und auch noch 10 Minuten Showtischtennis gespielt. Danach haben wir allen nen Gutschein für nen Schnupperkurs im Verein gegeben. Von den 120 kamen ca 10 zum Vereinstraining. und davon waren nach einem Jahr noch 2 über und am Ende der Jugendzeit noch einer. Besser als nichts aber nicht viel.
Wo ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe war bei Kirchengruppen und Jugendzentren. Da ist zwar oft auch ne schwierige Klientel, aber da lässt sich was rausholen nmE. Sprich wenn da in der Kirchengemeinde im Jugendkeller 2 Tische stehen einfach mal hingehen und gucken wie die so spielen. am besten nen jungen Trainer hinschicken der so 18 bis 20 ist und da dann einfach mal mitspielt. Der zieht natürlich dort alle ab und dann wollen alle mal gegen den spielen. nach einiger zeit kann der dann gut mit denen und sagt dann 100 m weiter ist nen TT verein kommt doch da mal spielen. Bessere und viele Tische und Training dass ihr mal so gut werdet wie ich oder besser. Wenn möglich auch noch nen guten Jugendlichen mitnehmen, der vieleicht auch da wohnt und den einige kennen...
Das hat bei mir in jungen Jahren mehrfach funktioniert. Vorteil den es damals in DO gab. Es gab so eine Kirchenliga wo Gemeinden und Jugendtreffs mit Mannschaften spielten. Da konnte man solche Leute natürlich schnell ins Wettkampftischtennis einbinden und auch sehen wer Ehrgeiz hatte und wer nicht
Schule hat immer das Problem des offiziellen und wird oft mit Regeln Druck und Zwang verbunden und da ist die Jugend von heute großteils Anti drauf eingestellt. In so Jugendtreffs oder Kirchengemeinden hat man diesen nachteil nicht. Wenn man in der Schule so ne AG betreut ist man ein "Lehrer" in so Kirchengemeinden ein "Kumpel". Hat beides Vor und Nachteile später in der Umstellung auf Vereinstraining.
PS: einen hab ich noch. Anfang des Jahres hatte ein Dorfverein wo ich Training gebe ein Sportfest wo Fußballer usw waren und auch die Familien der Sportler. Dort hat man Gutscheine verteilt für kostenloses Probetraining. 2 Wochen später wurde ich von ca 25 neuen Kindern überrannt. Nach 6 Wochen waren dann noch ca 6-8 über. Die schafften sich neue Schläger an, die Eltern waren da und haben die angemeldet (die meisten brauchten nix zusätzlich zahlen weil die schon im Fußball oder anderen Gruppen waren). Mit denen haben wir Anfängergerechtes Training gemacht. Einmal die Woche 1,5 Stunden. nach 6 Monaten kommt davon noch einer
In dem gleichen Verein gab es vor ca 2 Jahren mal so 8-10 ca 9 Jährige die wurden dann auch in einer B oder C Schülerliga angemeldet und psielten da auch ...von denen sind nach 2 Jahren aktuell noch 4 über die jetzt so ca 12 sind. Die Trainieren auch richtig usw...
da ist meist dann der Knackpunkt...Einfach kommen und drauflosspielen wollen viele . Sobald man dann aber versucht ein geregltes Training aufzuziehen wird es meist schwierig. Da muss man dann überlegen was man macht und will. Möglichst viele behalten einfach spielen lassen und bei der Leistung eben Abstriche machen oder braucht man welche die irgendwann auch mal höher als Kreisliga spielen sollen, dann muß man damit Rechnen das eben nur am Ende 1-2 über bleiben. Oder man teilt die Gruppe: wer spielen will soll spielen wer trainieren will soll trainieren. Da können dann 2 effekte passieren. Die die nur spielen merken wie die trainierenden immer besser werden und schließen sich teilweise dann an. Das ist aber die Ausnahme. Vielmehr werden die spielenden dann die trainierenden zu sich rüber ziehen . Sind ja oft ihre Kumpels usw...und Training ist ja eben auch manchmal langweilig und "Arbeit" und die spielendan haben ja viel mehr Spaß...
So letztes Fazit zur Ursprungsproblematik:
Man kann das sicher machen und muss natürlich viel organisieren und viel Zeit opfern und es kann sein dass man dadurch einige neue Mitglieder rekrutieren kann. Das wäre dann super. Nur sollte man daran denken, dass auch bei bester Absicht und idealer Durchführung evtl. nichts dabei rauskommen kann aus Gründen, die man nicht beeinflussen kann. Dann darf man eben nicht frustriert sein. Das muss einem einfach vorher klar sein. Und da sollte man sich eben vorher überlegen, ob man den Aufwand betreiben soll bei ungewissem Ausgang. Mit dem Aufwand hat man die Chance was zu erreichen. Ohne hat man keine Chance. Aber auch mit Aufwand kann man leer ausgehen. Ist wie Lotto spielen