Zitat:
Zitat von Carstens_Brüderchen
Guter mediativer Beitrag, Paul.  Demokratie beinhaltet nun mal auch die Toleranz gegenüber Andersdenkenden.
Doch jetzt mal zu dem Beitrag, den Du zuvor geschrieben hast, Paul...welche "große Volkspartei" meinst Du, die am ehesten in den Punkten Bildung, Steuerlast, soziale Gerechtigkeit wählbar scheint?  Ich kann beim besten Willen keine im aktuellen Angebot ausmachen. Solltest Du von der SPD sprechen, so wäre ich zwar nicht überrascht, aber angesichts der angeführten Punkte schon ziemlich irritiert. Schließlich ist die SPD - zumindest in meinen Augen - nichts weiter mehr als die Ruine einer ehemals großen Volkspartei, deren marode Mauern trotz fehlender Fundamente noch in der Gegend rumstehen, aber zunehmend vom umgebenden Grün überwuchert werden.
Ich kann nicht verstehen, dass SPD-Wähler immer noch einen derart nachhaltigen Kadavergehorsam zeitigen,
Nur, dass das Programm sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich immer weiter von den wesentlichen Kernaussagen entfernt hat, das wollte keiner sehen.
So blöd kann doch keiner mehr sein, dass man übersieht, wo sich die SPD hin bewegt hat! Der Laden hat mindestens ebenso viele Lobbyisten und Wirtschaftsgünstlinge an Bord wie die Gegner aus dem schwarz-gelben Lager.
Und jetzt kommt Kollege Steinmeier, macht noch kurz 'ne "ganz gute" Figur im Kanzlerduell und schwafelt was davon, ratzfatz für Vollbeschäftigung zu sorgen, weil er ja weiß, wie man "mal eben" 4.000.000 (in Worten: Vier Millionen) Arbeitslose in Brot und Lohn bekommt. Ja sichaaa!
Ich sage nicht, dass andere Parteien besser, kompetenter oder fähiger wären, aber die SPD als geringstes Übel zu betrachten, halte ich mittlerweile für traditionell verwurzelten Irrglauben.
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Hallo CB,
zunächst mal, ja, ich meinte die SPD. Generell kannst du das Partei-Programm der SPD zu Rate ziehen, es lesen und wegwerfen.
Das kannst du aber genauso oder noch schneller bei den anderen Parteien machen.
Am Beispiel CDU gemessen, wirkt die Diskrepanz zwischen Programm und Wirklichkeit noch relativ gering.
Mit Christlichkeit hat diese Partei schon lange nichts mehr am Hut, die wurde in der "Ära Kohl" an der Haustür zum Kanzleramt abgegeben.
Es ist doch (aktuell zumindest) so, daß ich unter den Parteien CDU, SPD, FDP, Grüne wählen kann, wen ich will, es ändert sich nicht viel.
Alles aus dem Block Links und Rechts ist bei geistiger Klarheit eigentlich nicht wählbar.
Die 4 haben sich in jahrelanger Gewohnheit aufeinander zubewegt, ein kleines Eingeständnis an die vorherrschenden Gegebenheiten?
Daher wähle ich eben die Partei, welche im Grundsatz meine Überzeugungen noch am ehesten vertreten.
In Sachen Bildungspolitik beispielsweise stört mich an der CDU die Studiengebühren in deren regierten Ländern. Im Sinne der Chancen-Gleichheit muss es gewährleistet sein, daß ein Kind aus einfachen Verhältnissen, sofern es die Vorraussetzungen hat, die gleichen Möglichkeiten eines Studiums hat wie ein Kind aus einem vermögendem Eltern-Haus.
Soziale Gerechtigkeit ist ein weiterer Punkt, hier stört mich die mangelhafte Umverteilung der Gelder (sowohl nach oben als auch nach unten). Bei diesem Punkt würde ich KEINER der Parteien zustimmen, aber am ehesten noch der SPD.
Beim Thema Steuern gehe ich allerdings konform mit den Aussagen Herr Steinmeiers. Es ist nicht OHNE NEUE STAATSVERSCHULDUNG möglich, nach der Wahl Steuersenkungen gegenzufinanzieren (blödes Wort). Ein hierzu erforderliches Wirtschaftswachstum von über 9% per anno über einen längeren Zeitraum gab es noch nie und wird es auch nie geben - auch, wenn Frau Merkel die noch so gefälschten Zahlen der Wirtschaftsprognosen gern propagandiert. Hier bekleckert sich gerade der sonst in Wirtschaftsfragen "kompentente" (Sch)Westerwelle nicht mit Ruhm, aber das sei dem Wahlkampf und der Stimmenjagd geschuldet.
Zum Thema Vollbeschäftigung: NIEMAND wird dieses Ziel hier in Deutschland die nächsten 20 Jahre erreichen können. Erklärend ist hier zu erwähnen, daß man in Wirtschaftskreise bei einer Quote von 2 Mio Arbeitslosen bereits von Vollbeschäftigung spricht (diese 2 Mio werden aus diversen Gründen nicht vermittelbar bleiben und werden in Kauf genommen). Warum sollte das also NICHT DAS ZIEL sein, welches man erreichen will?
Eine Medaille für ihr Verhalten haben weder die Altkanzler Schröder noch sein bestochener, äh, bestechender Vorgänger Kohl verdient.
Ich möchte KEINE STIMMUNG pro irgendeiner Partei machen, das soll jeder mit sich selber und seinem Gewissen vereinbaren, was bzw. wen er wählt.
Das ist lediglich eine Antwort auf deinen Beitrag, ob du anderer Ansicht ist, bleibt, wie es in einer Demokratie im gewissen Rahmen sein soll, dir selbst überlassen.
mfg, der Don